Update am Morgen: Nächster Stopp: Grönland?

Update

Update am Morgen:Nächster Stopp: Grönland?

von Meike Srowig

|
Meike Srowig


Guten Morgen,

die Idee ist eigentlich schon ziemlich alt, wenn sie auch so klingt, als ob sie von Donald Trump sein könnte. Denn das Interesse der Amerikaner an Grönland gibt es bereits seit 1832. Zumindest ist es hier zum ersten Mal erwähnt worden. Auch die Art des derzeitigen amerikanischen Präsidenten, einen "Deal" machen zu wollen, ist nicht neu. Denn einen Kauf der weltgrößten Insel haben die Amerikaner auch schon mehrfach angeboten. 100 Millionen Dollar waren es beispielsweise 1946. Zuvor stand Grönland mehrere Jahre bereits unter dem Schutz der USA. Denn nachdem Dänemark im April 1940 von den deutschen Truppen besetzt wurde, übernahmen die USA im Einvernehmen mit den Dänen diese Funktion.

Legitimiert das die aktuellen Äußerungen Trumps zu Grönland und dem amerikanischen Interesse an der Insel? Sicher nicht. Aber es zeigt auch, dass die Situation zwischen den USA, Grönland und Dänemark sehr vertrackt ist. Der Arktis-Experte Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik spricht von einer "arktischen Dreiecksbeziehung", in deren Hintergrund viele andere Interessen auch noch eine Rolle spielten.

Sicherheitsexpertin Claudia Major hält eine militärische Intervention der USA in Grönland für "eher unwahrscheinlich":

SGS-Major-Slomka

07.01.2026 | 5:18 min

So streben die Grönländer schon länger eine Unabhängigkeit von Dänemark an. Andererseits sind Dänemark und die Insel auch stark voneinander abhängig. Gleichzeitig ist Grönland an engeren wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA interessiert, aber: "Wir sind nicht zu kaufen", sagte Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen. Und weiter: "Wir möchten nicht Amerikaner sein, wir möchten nicht Dänen sein. Wir möchten Grönländer sein."

Rund 57.000 Menschen leben in Grönland, ungefähr so viele wie in Greifswald. Doch die Fläche ist mehr als sechsmal so groß wie Deutschland und umgeben von Eis - noch. Denn der Klimawandel ist hier deutlich zu sehen. Viermal so schnell wie im globalen Durchschnitt erwärmt sich die Arktis. Durch das Schmelzen des Eises wachsen die Interessen an den Rohstoffvorkommen, die dadurch freigegeben werden. Gleichzeitig eröffnen sich auf einmal Seewege, die bisher beispielsweise eine Verbindung zwischen Asien und Europa nicht möglich gemacht haben.

Die Insel Grönland liegt in der Arktis und ist größtenteils von Eis bedeckt. (zu dpa: «Angriff oder Kauf: Was plant Trump mit Grönland?») Foto: Zhao Dingzhe/XinHua/dpa

07.01.2026 | 2:31 min

Und so ist ein steigendes Interesse der Amerikaner aus wirtschaftlicher Sicht wohl so groß wie noch nie in der amerikanischen Geschichte. "Qanoq akeqarpa?" - heißt übrigens in der traditionellen Sprache der Grönländer: "Wie viel kostet es?" - vielleicht wird Donald Trump diese Frage bald stellen.

Einen guten Tag wünscht Ihnen

Meike Srowig, stellvertretende Leiterin des ZDF heute journals

Was heute noch wichtig ist

Jingle

Ursula von der Leyen beginnt Nahostreise / Jahresauftaktklausur der SPD / Tarifverhandlungen zwischen Bahn und GDL

08.01.2026 | 0:58 min

Von der Leyen in Nahost: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beginnt ihre Nahost-Reise. Sie nimmt auch am Gipfeltreffen EU-Jordanien teil und will Syrien und den Libanon besuchen.

Bahn und GDL verhandeln wieder: Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL starten in die neue Tarifrunde. Streiks sind erst nach Ablauf der Friedenspflicht Anfang März möglich. Bis Ende Februar haben beide Seiten bereits 14 Verhandlungstage terminiert. Bei der Auftaktrunde in Berlin erwarten Beobachter noch kein Angebot der Bahn und auch noch keine Fortschritte.

CSU-Landesgruppe im Bundestag beendet Klausur: Nach drei Tagen ist Ende im bayerischen Kloster Seeon. Zu Gast ist Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann wollen einen Ausblick auf den Kurs der CSU in der schwarz-roten Koalition geben.

Was im Ukraine-Krieg passiert ist: News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Ausführlich informiert

Keine Chance gegen Vulkangruppe? Die linksextreme Vulkangruppe hat sich zum Brandanschlag in Berlin bekannt. Seit 2011 gibt es Anschläge unter dem Namen, gefasst wurde bisher niemand. ZDFheute live analysiert.

Tatort des Brandanschlags auf die Energieversorgung in Berlin mit einem Ermittler der Polizei im Vordergrund.

07.01.2026 | 26:47 min

Grafik des Tages

Freihandelsabkommen Mercosur

Quelle: ZDF

Die EU und die Mercosur-Staaten stehen vor einer Einigung. Nach 25 Jahren könnte das Abkommen in den kommenden Tagen unterzeichnet werden.

SGS- Neuhann-Slomka

07.01.2026 | 2:08 min

Zahl des Tages

47.385 Megatonnen

So groß sind die Ölreserven von Venezuela - absoluter Spitzenreiter weltweit. Öl ist eines der wichtigsten Exportgüter für das Land. Doch in den vergangenen Jahren ging die Produktion durch Korruption, Missmanagement und US-Sanktionen deutlich zurück. Unser Reel zeigt, welche Länder noch oben mit dabei sind.

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

heute Xpress

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

09.01.2026 | 2:39 min

Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

So wird das Wetter heute

Am Donnerstag zeigt sich ganz im Osten noch länger die Sonne. Sonst überwiegen die Wolken und zunächst schneit es nur wenig. Ab dem Nachmittag kommen im Westen und Süden Schneefälle auf, später teils gefrierender Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen minus 6 und 0 Grad im Osten und Südosten, sonst zwischen 0 und 5 Grad.

Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.

ZDFHeuteWetter  - Donnerstag 08.01.2026

Quelle: ZDF

Zusammengestellt von David Metzmacher

Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Das war erstmal allesZDFheute-Update-Abo verwalten