Desertifikation: Warum fruchtbare Böden verloren gehen

Desertifikation: Wüsten gewinnen Boden:Wie fruchtbare Böden für immer verloren gehen

von Corinna Wirth

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Fruchtbare Böden gehören zu den wichtigsten Ressourcen der Erde. Doch weltweit gehen Flächen durch Übernutzung und Wasserknappheit verloren.

Mongolei

Auf 500 Hektar schützen Bäume und Sträucher den Boden vor Wind und Abtragung. Ein Modell, das zur UN-Klimakonferenz gegen Wüstenbildung besondere Aufmerksamkeit erhält.

17.08.2026 | 2:34 min

Fruchtbare Böden bilden die Lebensgrundlage der Menschheit und sorgen für Nahrung, Wohlstand und Sicherheit. Doch Jahr für Jahr gehen Acker- und Weidelandflächen verloren. Den Vereinten Nationen (UN) zufolge sind weltweit bereits 40 Prozent der Böden geschädigt und verödet.

Desertifikation und Bodendegradierung



Deswegen haben sich in diesem August fast 200 Länder im Rahmen der UN-Konferenz UNCCD mit mehr als 400 Organisationen und Vertretungen aus betroffenen Gemeinden getroffen. Sie haben nach Lösungen gesucht, um die Probleme der Wüstenbildung und Landdegradierung zu reduzieren.

In der Praxis bleibt die Umsetzung oft hinter den ambitionierten Zielen zurück und die Zerstörung der Böden schreitet weiter fort.

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20.07.2026 | 0:22 min

Warum sich die Bodenqualität weltweit verschlechtert

Gründe für den Verlust fruchtbarer Böden sind der wachsende Druck auf die Böden durch eine steigende Weltbevölkerung und den damit zunehmenden Nahrungsmittelbedarf sowie die daraus resultierende Übernutzung von Flächen.

Zusätzlich beschleunigen auch wirtschaftliche Zwänge und der Klimawandel, beispielsweise mit längeren Trockenperioden, die Degradationsprozesse.

Dabei verliert der Boden wertvolle Nährstoffe und kann immer weniger Wasser speichern. Dies geschieht unter anderem durch unangepasste Bewässerungsmethoden, Starkregen und Winde.

Grafikvideo, das die Ausbreitung der Wüsten erklärt.

Klimawandel und intensive Nutzung lassen weltweit Böden veröden. Bis 2050 könnten laut UN drei von vier Menschen von Dürre betroffen sein. Die Hintergründe erklärt mit Grafiken.

17.08.2026 | 1:27 min

Was gegen die voranschreitende Desertifikation hilft

Die Bekämpfung der Bodendegradierung erfordert langfristige Strategien, wie die Verbesserung bereits geschädigter Flächen und nachhaltigere Landwirtschaft. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie zum Beispiel die Aufforstung von Wäldern, das Anlegen von Hecken als Windschutzstreifen und wassersparende Bewässerungssysteme.

Deshalb sollte frühzeitig reagiert werden, so Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gegenüber ZDFheute.

Es ist einfacher, bestehende Systeme zu erhalten als ein gekipptes System wiederherzustellen, deshalb lohnt es sich, Systeme zu schützen.

Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors

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Grafiken

Welche Regionen besonders von Desertifikation betroffen sind

Der Verlust fruchtbaren Ackerlandes ist ein globales Problem. Am stärksten von der Wüstenbildung betroffen sind Länder in Afrika, in Asien und Nordamerika.

archiv:  Bauer Philipp Maaßen zeigt den trockenen Boden auf einem Feld mit Kartoffeln.

Hitze und wenig Regen lassen Europas Böden austrocknen. Das belastet vor allem die Landwirtschaft. Hauptgrund für die steigende Gefahr an Dürren ist dabei nicht der Regenmangel.

23.07.2026 | 0:28 min

Auch Europa ist zunehmend von Desertifikation betroffen. Diese betrifft vor allem Länder im Mittelmeerraum wie Spanien, Portugal und Süditalien, aber auch Länder auf dem Balkan.

Deutschland steht nicht vor einer Wüstenbildung wie viele Regionen Afrikas oder Südeuropas. Dennoch setzen intensive Landnutzung, wiederkehrende Dürren und der Klimawandel auch hierzulande die Böden unter Druck. Durch lange Trockenperioden reduzieren Pflanzen ihr Wachstum, es kommt zu geringeren Ernten und insgesamt zu einer verringerten Humusbildung.

Harald Lesch liegt auf der Erde.

Die Erde im Boden ist unscheinbar und nichts Besonderes. Eine braune und recht schmutzige Masse. Aber sie ist so viel mehr als nur Dreck. Sie hat das Potential, die Welt zu retten.

08.08.2023 | 29:34 min

Dürren in Deutschland bedeuten auch wirtschaftliche Schäden

Schon die Dürrejahre 1976, 2018 und auch 2026 mit einer aktuell, seit elf Monaten anhaltenden Dürre würden zu erheblichen Waldschäden, ausbleibenden Niederschlägen und damit riesigen wirtschaftlichen Verlusten führen, so der Klimaforscher Andreas Marx.

"Anders als in Trockengebieten, den klassischen Desertifikationsgebieten, könnten sich die Böden in Deutschland jedoch durch die jahreszeitlichen Niederschläge teilweise regenerieren.", erklärt Marx.

Desertifikation ist kein neues Phänomen, doch in Anbetracht zunehmender globaler Degradierung der Böden besteht dringender Handlungsbedarf, bevor sie irreversibel verloren gehen.

Corinna Wirth ist Redakteurin in der ZDF-Umweltredaktion.

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Regentropfen fallen auf einen nassen Boden und erzeugen viele kreisförmige Wellen auf der Wasseroberfläche.
Über dieses Thema berichtete das ZDF in unterschiedlichen Sendungen, etwa im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 17.08.2026 ab 05:30 Uhr und in der heute-Sendung am 17.08.2026 ab 19 Uhr.

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