Microsoft eröffnet KI-Rechenzentren in Braunkohleregion

Von Kohle zur Künstlichen Intelligenz:Microsoft eröffnet KI-Rechenzentren in Braunkohleregion

Dominik Müller-Russell

von Dominik Müller-Russell

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Inmitten von NRWs Braunkohleregion baut der US-Tech-Gigant Microsoft drei riesige Rechenzentren. Schafft das Rheinische Revier so den Strukturwandel?

12.03.2026, Nordrhein-Westfalen, Bergheim: Beim symbolischen Spatenstich für ein neues KI-Rechenzentrum von Microsoft im Rheinischen Revier sind folgende Personen tätig (l-r): Der Bürgermeister von Elsdorf, Andreas Heller; der Bürgermeister von Bergheim, Volker Mießeler; NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne); Microsoft-Deutschlandchefin Agnes Heftberger; Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) und der Bürgermeister von Bedburg, Sascha Solbach.

Microsoft hat den Bau des ersten von drei KI-Rechenzentren in Nordrhein-Westfalen gestartet. Damit will das Unternehmen seine Cloud-Infrastruktur ausbauen.

13.03.2026 | 0:36 min

Den Anblick von Baggern ist man gewohnt im Rheinischen Braunkohlerevier - von gigantischen Baggern, die Bäume, Äcker und ganze Dörfer abtragen, um an die darunterliegende Braunkohle zu kommen. Jahrzehntelang haben sie die Menschen hier ernährt, am Rand der Speckgürtel von Düsseldorf und Köln. Doch in wenigen Jahren ist damit Schluss. Können die Bagger, die nun über eine Baustelle bei Bergheim rollen, etwas ähnliches erschaffen? Eine ganze Region am Leben halten?

Mitten in diesem Revier errichtet Microsoft nun nämlich drei riesige Rechenzentren, sogenannte Hyperscaler, die gigantische Datenmengen verarbeiten können, wie man sie etwa für KI-Anwendungen benötigt. Die Hoffnung: dass sich damit weitere innovative Unternehmen hier in der Gegend ansiedeln - und in der Folge neue Arbeitsplätze entstehen.

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Bergheimer Stromleitungen ideal für Microsoft-Rechenzentren

Den ersten Hyperscaler baut Microsoft bei Bergheim. Blickt man nach Westen, sieht man die Ränder des Tagebaus Hambach. Am Horizont im Osten prangen die Kühltürme des Kraftwerks Niederaußem. Dass sich Microsoft diese Gegend ausgesucht hat, hängt genau damit zusammen: mit der vorhandenen Strom-Infrastruktur. Stromleitungen durchziehen die Landschaft, riesige Strommengen werden die Rechenzentren künftig benötigen.

Und sie hat mit etwas zu tun, das man nicht sieht: Der zentralen Datenleitung zwischen Frankfurt und Amsterdam, einer der wichtigsten Internet-Verbindungen Europas. Wie geschaffen ist die Gegend also, um die Hyperscaler ans Netz anzuschließen. Und die Bereitschaft von Kommunen und Land, Microsoft hier einen goldenen Teppich auszurollen, ist hoch.

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Microsoft-Rechenzentren eine Win-Win-Situation für das Gebiet

Man weiß nämlich nicht, was größer ist: die Strahlkraft dieses Projektes oder der Druck, der auf der Region lastet, den fälligen Strukturwandel hinzubekommen. Auf jeden Fall sind die Pläne eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Microsoft rennt offene Türen ein, bei den Rathäusern vor Ort, bei der Landesregierung.

Und Bürgermeister und Politik versprechen sich, dass tatsächlich eine Zukunftsregion entsteht, mit attraktiven Arbeitsplätzen. Und so fallen beim offiziellen Spatenstich immer wieder dieselben Begriffe: "Innovation", "Digital-Land Nummer eins", "Wandel", "Wettbewerbsfähigkeit", "Wohlstand".

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Wissenschaftszentren begrüßen Microsoft-Bauten

Nicht nur Politik und Unternehmen, auch die benachbarten Wissenschaftszentren ziehen an einem Strang: Im 20 Kilometer entfernten Forschungszentrum Jülich steht einer von weltweit nur vier sogenannten Supercomputern.

Mehrere Universitäten mit Exzellenzclustern liegen in der Nähe, betont NRW-Wissenschaftsministerin Mona Neubaur. Den Unternehmen, die in dieses digitale Öko-System investieren, verspricht sie verlässlich und schnell zu sein.

Bei uns bekommen sie Baugenehmigungen in Rekordgeschwindigkeit.

Mona Neubaur, NRW-Wissenschaftsministerin

Ein Modul des ersten europäischen Supercomputers der Exascale-Klasse. Mit JUPITER nimmt der erste europäische Supercomputer der Exascale-Klasse seinen Betrieb auf. JUPITER zählt aktuell zu den vier leistungsfähigsten Systemen weltweit. Am Forschungszentrum Jülich soll damit ein neues Kapitel für Höchstleistungsrechnen und Künstliche Intelligenz in Deutschland und Europa aufgeschlagen werden.

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Gemeinden erhoffen sich durch Microsoft mehr Arbeitsplätze

Auch die drei Bürgermeister der profitierenden Gemeinden Bergheim, Bedburg und Elsdorf, betonen, dass alle Beschlüsse zum Bau der Hyperscaler in ihren Stadträten stets einstimmig getroffen wurden, und zwar ebenfalls mit großem Tempo. Mehrere Hundert Menschen werde Microsoft in jedem einzelnen der Rechenzentren beschäftigen, verspricht das Unternehmen. IT-Spezialisten, aber auch Sicherheitsleute, Ingenieure, Handwerker. Und weitere Unternehmen sollen sich ja ansiedeln rund um die Zentren, so der Plan.

Doch wird dieser aufgehen? 6.000 Menschen beschäftigt RWE noch in den Tagebauen und Kohlekraftwerken, insgesamt hängen 20.000 Arbeitsplätze in der Region an der Braunkohle, wird geschätzt. Können die neuen Jobs das auffangen, wenn in wenigen Jahren Schluss ist mit der Kohle? Zumal Kohlearbeiter keine IT-Fachkräfte sind? Die Erzählung ist zumindest da. Inklusive der Hoffnung, dass die Geschichte gut ausgehen wird.

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Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 13.03.2026 um 16:30 Uhr in dem Beitrag: "Microsoft startet Bau von KI-Rechenzentren".

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