Trumps Zoll-Drohung: Bundesbank-Chef warnt vor Folgen

Drohung gegen Europa im Grönland-Streit:Bundesbank-Chef zu Trumps Zöllen: "Wird nur Verlierer geben"

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Die USA sollen zu einer "vernünftigen Wirtschaftspolitik" zurückkehren, appelliert Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Denn sie würden am meisten unter zusätzlichen Zöllen leiden.

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, steht vor der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main.

ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann spricht in Davos mit Bundesbankpräsident Joachim Nagel über Trumps Zoll-Drohungen. Sehen Sie das Interview in voller Länge oder lesen Sie unten die Zusammenfassung.

21.01.2026 | 4:01 min

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos müsse man noch einmal die Chance nutzen, mit den Amerikanern zu sprechen, sagt Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Und sollte man dort nicht weiterkommen?

Dann muss man auch zu wirklich strammen, harten Maßnahmen greifen.

Joachim Nagel, Bundesbankpräsident

Bundesbank-Chef: Trumps Zoll-Drohung ist gefährlich

Es geht mal wieder um eine ganz bestimmte Frage: Wie reagieren auf Drohungen von Donald Trump gegen Europa? Der US-Präsident hatte zusätzliche Zölle gegen acht europäische Länder angekündigt, sollte Grönland nicht zeitnah Teil der USA werden.

Eine Drohung, die durchaus gefährlich für die Finanzwelt sei, erklärt Joachim Nagel im Interview mit ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

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Nagel: Zoll-Drohungen gefährden transatlantisches Vertrauen

Denn immerhin gehe es auf den Finanzmärkten auch um Vertrauen, "und wenn dieses transatlantische Vertrauen möglicherweise nicht mehr da ist, dann ist das natürlich schädlich für die Wirtschaft", so Nagel. Und:

Es gibt überall nur Verlierer.

Joachim Nagel

Denn nicht nur Deutschland würde unter den zusätzlichen Zöllen von bis zu 25 Prozent leiden, sagt Nagel: "Den größten Schaden werden die USA selbst dadurch nehmen, wenn sie diese Politik verfolgen."

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Appell: Zu vernünftiger Wirtschaftspolitik zurückkehren

Der Chef der Bundesbank appelliert deshalb auch an die US-Regierung, "auf den Boden einer vernünftigen Wirtschaftspolitik zurückzukehren."

Gleichzeitig hält er eine geschlossene Haltung der Europäer für wichtig. Und ebenso, dass die Regierungen eine "starke Antwort" vorbereiten.

Alle aktuellen Entwicklungen im Grönland-Streit lesen Sie in unserem Liveblog.

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Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 21.01.2026 ab 10:50 Uhr.

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