Vor allem im Südwesten:Enorme Ernteausfälle wegen Pflanzenkrankheit
Die Pflanzenkrankheit Stolbur sorgt für massive Ernteausfälle. Betroffen sind zahlreiche Gemüsesorten wie Zuckerrüben und Kartoffeln. Der Bauernpräsident schlägt Alarm.
Betroffen von der Krankheit sind vor allem Zuckerrüben und Kartoffeln.
Quelle: dpaEine Pflanzenkrankheit sorgt bei Kartoffel- und Gemüsebauern für massive Einbußen bis hin zum Totalausfall. Betroffen sind in einigen Teilen Deutschlands vor allem Zuckerrüben und Kartoffeln. In Baden-Württemberg werden nach Angaben des Stuttgarter Landwirtschaftsministeriums aber auch Ertrags- und Qualitätsverluste bei Rote Bete, Sellerie, Kohl, Zwiebel und Möhren registriert.
Bauernpräsident Rukwied in Sorge
Für die Ausbreitung der Pflanzenkrankheit Stolbur ist eine Zikaden-Art verantwortlich. Ein Ministeriumssprecher sprach von einer "ernsten Bedrohung" für die Versorgung mit heimischen Kartoffeln, Gemüse und Zucker.
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, mache sich "sehr große Sorgen" wegen der rasanten Verbreitung der Schilf-Glasflügelzikade. Das Insekt habe sich von Baden-Württemberg über Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen weiter in den Norden verbreitet und sei inzwischen auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt entdeckt worden. Er fordert effektive Mittel zur Bekämpfung der Zikaden.
Der Klimawandel macht manche Lebensmittel knapper und teurer. Forscher suchen Möglichkeiten, den Anbau an Trockenheit, Hitze oder zu hohen Niederschlag zur falschen Zeit anzupassen.
17.01.2025 | 2:17 minMassive Verluste vor allem im Südwesten
Nach Angaben der Umwelt-Referentin des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg, Isabell Pergner, gab es im vergangenen Jahr allein in Baden-Württemberg in allen relevanten Rübenanbaugebieten Ertragsverluste von bis zu 25 Prozent und stark reduzierte Zuckergehalte. Im Kartoffelanbau wurden demnach Verluste von bis zu 70 Prozent dokumentiert.
In einigen Betrieben steht der Fortbestand des Anbaus infrage.
Isabell Pergner, Umwelt-Referentin
Die Krankheit entwickle sich zu einem ernsthaften wirtschaftlichen Risiko für ganze Regionen. Es brauche deshalb dringend eine reguläre Zulassung wirksamer Pflanzenschutzmittel sowie die gezielte Förderung praxisnaher Forschung zu Resistenzzüchtung und nachhaltigen Bekämpfungsstrategien.
Nach Angaben der Verbände und Behörden gibt es keine Hinweise, dass Stolbur für den Menschen gesundheitsschädlich sein könnte. Auch kommen Kartoffeln und Gemüse mit gummiartiger Konsistenz oder bei Anzeichen von Fäulnis erst gar nicht in den Handel.
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