Hohe Treibstoffkosten durch Iran-Krieg:Lufthansa prüft Stillstand dutzender Flugzeuge
Wegen steigender Kerosinpreise müsste die Lufthansa ihre Preise erhöhen. Um gegenzusteuern, will Lufthansa-Chef Spohr laut Medienberichten einen Teil der Flotte am Boden lassen.
Wegen der steigenden Kerosinpreise prüft die Lufthansa, ob einige ihrer Jets vorübergehend außer Dienst gestellt werden können. Laut Medienberichten könnten 20 bis 40 Maschinen betroffen sein.
31.03.2026 | 0:31 minDie Lufthansa bereitet sich auf weiter steigende Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs vor. Lufthansa-Chef Carsten Spohr lässt intern Szenarien prüfen, wegen fehlender Nachfrage einen Teil der Flotte am Boden zu lassen, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Mitarbeiterveranstaltung berichtet.
Das Unternehmen wollte den Bericht nicht direkt kommentieren, räumte aber später ein, entsprechende Szenarien zu prüfen.
Lufthansa könnte bis zu 40 Flugzeuge stilllegen
Dem "Handelsblatt" zufolge sollen die Experten die Konsequenzen prüfen, wenn 20 oder gar 40 Flugzeuge dauerhaft stehen bleiben. Das entspräche 2,5 beziehungsweise 5 Prozent der angebotenen Sitzplatzkapazität.
Niedrigere Spritkosten und weniger Ausgaben für Verspätungen haben der Lufthansa noch 2025 mehr Gewinn gebracht. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Durch den Iran-Krieg hat sich die Situation nun erheblich verschlechtert.
06.03.2026 | 0:26 minVorzugsweise sollten dafür ältere Jets ausgesucht werden, die wegen ihres hohen Treibstoffbedarfs ohnehin kurz vor der Ausmusterung stehen. Bei den Strecken sollen ertragsschwache Verbindungen in Europa auf den Prüfstand gestellt werden.
Kerosinpreise führen zu Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro
"Wir wollen früh vorbereitet sein", sagte Spohr laut der Zeitung mit Blick auf die Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Zwar habe die Lufthansa den Treibstoffbedarf zu 80 Prozent gegen Preisschwankungen abgesichert.
Doch alleine für die verbleibende Treibstoffmenge würden die gestiegenen Kerosinpreise Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro ausmachen, so dass man um Preiserhöhungen nicht herumkomme.
Das wiederum wird sich auf die Nachfrage auswirken, es werden weniger Menschen reisen.
Carsten Spohr, Lufthansa-Chef
Vorerst mehr Flüge in Urlaubsregionen
Vorerst allerdings will der Konzern die Flugzeuge anderweitig nutzen, die derzeit nicht zu Zielen im Nahen Osten fliegen. Geplant sind zusätzliche Verbindungen zu verschiedenen Zielen in Indien ebenso wie zu touristisch attraktiven Destinationen auf der iberischen Halbinsel, in Italien und Griechenland.
Über den Sommer ergibt das nach Unternehmensangaben rund 1.600 zusätzliche Abflüge von den Drehkreuzen in Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel.
Als Reaktion auf die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf Iran ist der Flugverkehr im Nahen Osten fast vollständig zum Erliegen gekommen.
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