Klimaschutz in Deutschland 2025:Studie: Klimaziel trotz hohem CO2-Ausstoß knapp erreicht
Deutschland hat laut Agora Energiewende sein Klimaziel 2025 erreicht, spart aber deutlich weniger CO2 als geplant. Besonders Gebäude- und Verkehrssektor bieten Einsparpotenzial.
Mit einem Rückgang um 1,5 Prozent sank der CO2-Ausstoß gegenüber dem Vorjahr nur leicht.
07.01.2026 | 0:39 minDeutschland hat sein Klimaziel im vergangenen Jahr eingehalten - allerdings ist der Ausstoß an Treibhausgasen weniger stark gesunken als noch 2024. Das ergibt eine Untersuchung der Denkfabrik Agora Energiewende.
Deutschland hinkt beim Klimaschutz hinterher
Der Untersuchung zufolge hat Deutschland im vergangenen Jahr 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Zur besseren Vergleichbarkeit werden andere Treibhausgase in CO2 umgerechnet.
Damit sind die Emissionen 1,5 Prozent niedriger als 2024 und 49 Prozent niedriger als 1990. Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als wieder gespeichert werden können.
Die EU hat sich auf ein Zwischenziel zum Klimaschutz geeinigt. Bis 2040 soll der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um 90 Prozent reduziert werden.
10.12.2025 | 0:30 minDie europäisch festgelegten Klimaschutzvorgaben würde Deutschland nach diesen ersten Berechnungen um rund 30 Millionen Tonnen CO2 verfehlen. Wenn es so weitergehe, müsse die Bundesregierung bis 2030 zusätzliche Rechte zum CO2-Ausstoß in Höhe von bis zu 34 Milliarden Euro von anderen Staaten kaufen, schreiben die Fachleute.
CO2-Verbrauch zu hoch
Damit seien die Klimaziele für das Jahr 2030 in Gefahr, warnt Agora Energiewende. Bis dahin soll der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen um 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 sinken.
Deutschland verliert Tempo beim Klimaschutz.
Julia Bläsius, Direktorin der Denkfabrik Agora Energiewende
Um dieses Ziel einzuhalten, müssten ab diesem Jahr im Durchschnitt 36 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden, viermal so viel wie im vergangenen Jahr, rechnet die Denkfabrik vor.
UN-Generalsekretär Guterres hat einen Beschleunigungsplan für Klimaziele gefordert. Ihm zufolge müsse die Lücke zum 1,5-Grad-Ziel schneller geschlossen werden.
08.11.2025 | 0:24 minWirtschaftsflaute schadet dem Klima
Wie schon in den Vorjahren sei die schlechte Wirtschaftslage maßgeblich mitverantwortlich für den geringeren CO2-Ausstoß, stellen die Experten fest.
Insbesondere energieintensive Industrien produzieren weniger, die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet unter der Handelspolitik der USA und Chinas.
Mehr grüner Strom aus Sonne und Wind
Dagegen wurde zwei Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Laut Agora brachte das vergleichsweise sonnige Jahr 2025 eine Rekordmenge an Solarstrom. Zudem entstanden neue Kapazitäten für Solarenergie. Photovoltaik war damit erstmals die zweitwichtigste Stromquelle, vor Gas und Kohle.
Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein. Doch Experten zeigen sich skeptisch: fehlende Speicher, hohe Emissionen und unzureichende Stromnetze bremsen die Energiewende.
15.09.2025 | 1:13 minAm meisten Strom wurde der Untersuchung zufolge aus Windkraftanlagen gewonnen, trotz eines relativ windstillen Jahresbeginns. Einige alte Anlagen gingen vom Netz und wurden zum Teil durch leistungsstärkere ersetzt. Weitere Anlagen sollen in ungefähr zwei Jahren ans Netz gehen.
Gebäude und Verkehrssektor hinken hinterher
Im Gebäude- und Verkehrssektor ist der CO2-Ausstoß der Studie nach im vergangenen Jahr gestiegen. Wegen eines kalten Jahresbeginns sei mehr Öl und Gas zum Heizen verbraucht worden, die Emissionen stiegen um drei Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise 1,4 Prozent im Vergleich zu 2024.
Auch wenn die erneuerbaren Energien wie erwartet weiter zulegen, wird das auf Dauer nicht die Rückstände bei Verkehr und Gebäuden ausgleichen können.
Julia Bläsius, Direktorin der Denkfabrik Agora Energiewende
Bleibt die Politik untätig, droht laut UN eine Erderwärmung um bis zu 2,8 Grad – weit entfernt vom Pariser 1,5-Grad-Ziel. Die Warnung: Das Tempo müsse deutlich höher werden.
04.11.2025 | 1:27 minWärmepumpen und E-Autos: Förderungen geplant
Der Absatz klimafreundlicherer Wärmepumpen und Elektroautos zieht an, allerdings laut Agora nicht ausreichend zur Erreichung der Klimaziele. Bei den Stromern bremsten hohe Investitionskosten, so Agora Energiewende. Je kleiner ein Auto sei, desto eher sei ein Verbrenner die günstigere Wahl.
Die schwarz-rote Bundesregierung arbeitet an einer Förderung für private E-Auto-Käufe. Diskutiert wird auch über eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes und die Förderung für den allmählichen Austausch alter Gas- und Ölheizungen. Das Gesetz sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden soll.
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