Nach Tour-de-France-Sturz:Lipowitz' Saison quasi gelaufen - "Das war viel zu schnell"
Die Saison von Florian Lipowitz ist nach seinem Sturz bei der Tour de France so gut wie vorbei. Teamchef Denk kritisiert den deutschen Radprofi - und setzt nun alles auf Evenepoel.
Florian Lipowitz hat sich bei der 16. Etappe der Tour de France bei einem schweren Sturz das Schlüsselbein gebrochen. Die Tour ist für den 25-Jährigen damit beendet.
22.07.2026 | 1:55 minAuch am Tag nach dem folgenschweren Sturz von Florian Lipowitz bei der Tour de France herrscht beim Red-Bull-Team gedrückte Stimmung. Dabei hatte Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel dem Rennstall den zweiten Etappensieg in Folge bei der Tour de France beschert. Doch das Sturz-Aus des deutschen Radstars Florian Lipowitz wiegt schwer.
"Wir werden ihn nicht nur im Kampf ums Podium vermissen, sondern wir werden ihn auch als Menschen vermissen hier. Wir haben die Etappe gewonnen, aber es ist nicht so, dass es supergeil für uns ist", sagte Teamchef Ralph Denk nach dem Rennen am Dienstag. "Es tut mir auch für Remco leid, dass hier nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist."
Im Einzelzeitfahren rutscht Florian Lipowitz das Vorderrad weg - und er rauscht gegen eine Absperrung: Aus bei der Tour de France. Sieger am Genfer See wurde Remco Evenepoel.
21.07.2026 | 0:49 minTeamchef übt Kritik an deutschem Fahrer
Aus der Sicht von Denk hat Lipowitz vor seinem Sturz beim Einzelzeitfahren zu viel riskiert.
Das war viel zu schnell. Florian ist schon am Limit gefahren.
Ralph Denk, Teamchef Red Bull-Bora-Hansgrohe
Im Podcast "Inside Red Bull-Bora-Hansgrohe" fügte der 54-Jährige an: "Das ist ein Rennunfall im Eifer des Gefechts. Wenn es um etwas geht, muss man auch riskieren. In dem Fall ein Stück weit zu viel riskiert", sagte er. "Ich sehe da keinen anderen in der Schuld."
Lipowitz fällt wochenlang aus
Lipowitz kam nach dem Unfall ins Krankenhaus. Der 25-Jährige hat sich bei seinem verhängnisvollen Sturz einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Der Vorjahresdritte der Tour stand sichtlich unter Schock.
Seine Saison ist damit quasi gelaufen. Mit mindestens sechs Wochen Auszeit ist zu rechnen. Für die Vuelta (22. August bis 13. September) oder die WM in Montreal (20. bis 27. September) dürfte es kaum reichen. Allenfalls sind im Herbst noch Eintagesrennen in Italien wie die Lombardei-Rundfahrt (10. Oktober) möglich.
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Red-Bull-Team: Alles auf Evenepoel
So endete für den Deutschen eine Tour, die ohnehin irgendwie nicht seine war. Ständige Diskussionen um die Doppelspitze, der kleine Zwist mit Evenepoel in der ersten Tour-Woche, dazu die Enttäuschung auf der Bergetappe zum Plateau de Solaison, als er Spitzenreiter Tadej Pogacar und auch Evenepoel ziehen lassen musste. Für Lipowitz, dessen Karriere in den vergangenen zwei Jahren so steil verlief, gibt es einiges zu verarbeiten.
"Wir haben das Ziel ausgegeben, in Paris auf dem Podium zu stehen, […] aktuell sind wir happy", sagt Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-BORA-hansgrohe, vor der Schlusswoche der Tour de France.
21.07.2026 | 2:27 minBeim Red-Bull-Team wird nun alles auf die Karte Evenepoel gesetzt. Der Belgier ist Zweiter hinter Pogacar mit einem Rückstand von 4:32 Minuten. "Wir werden das Podium nicht herschenken. Es wird sicher noch ein harter Kampf, hohe Berge kommen. Aber wir haben auch einen starken Remco", sagt Denk. Geht vielleicht sogar noch mehr? "Ich habe immer gesagt, wenn irgendwas ist, dann muss man auf der Hut sein. Aber Mann gegen Mann sehe ich da keine Chance."
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