Vor Davis Cup: Tennis-Star Zverev "weiß, um was es geht für mich"

Zwischen US-Open-Triumph und Davis Cup:Zverev: "Ich weiß, um was es geht für mich"

von Jannik Schneider

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Nicht viele Spitzenspieler wären nach dem US-Open-Triumph zum Davis Cup gereist. Alexander Zverev schon. Über einen Rastlosen, der Jagd auf den Davis Cup und die Nummer eins macht.

Alexander Zverev

Nach den US Open ist vor dem Davis Cup: Alexander Zverev.

Quelle: Dan Herrick/dpa

Als Jürgen Klopp am Donnerstag in Frankfurt seinen ersten Kader als Fußball-Bundestrainer bekanntgab, saß Alexander Zverev gerade im Flieger in Richtung Halle/Westfalen.

Dass er von Klopp in dessen Pressekonferenz als Positiv-Beispiel für deutsche Sporterfolge genannt wurde, war nicht zu Zverev vorgedrungen. Am ZDF-Mikrofon nach der Auslosung der Davis-Cup-Partie gegen Kroatien gab der frischgebackene US-Open-Champion die Wertschätzung an den Bundestrainer zurück.

Alexander Zverev

Nach seinem US-Open-Sieg ist Alexander Zverev in Halle beim Davis Cup. Im Interview spricht er über seine Rolle im Team - und über Jürgen Klopp.

18.09.2026 | 2:04 min

Keine Zeit zum Durchatmen für Zverev

Zverev hat stressige Jetlag-Tage hinter sich. Nach dem historischen zweiten Grand-Slam-Titel binnen nicht mal vier Monaten und einer durchzechten Partynacht stand der Montag im Zeichen von Medien- und PR-Terminen in New York. Über Frankreich ging es nach einem finalen Gespräch mit Team-Kapitän und Bundestrainer Michael Kohlmann am Donnerstag nach Paderborn und von dort aus nach Halle.

Zeit zum Durchatmen und Einordnen hat sich Deutschlands bester Tennisspieler seit Boris Becker nicht gegeben. Sein Team und einige Beobachter sehen die Davis-Cup-Teilnahme mit Blick auf die restliche Saison und den Kampf um die Nummer eins kritisch. Doch Zverev selbst will das Narrativ umdrehen.

Deutschlands Kapitän Michael Kohlmann reagiert.

Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann über die Teilnahme von Alexander Zverev und das Duell gegen Kroatien.

18.09.2026 | 9:49 min

Zverev vor anstrengender Phase

Auf die Frage von ZDFheute, wie er die anstrengende Phase körperlich und mental aushalte, antwortete Zverev ausführlich. "Wir sind in der Zeit des Jahres, in der ich nicht so große Pausen einlegen möchte", sagte der US-Open-Champion.

Nach Wimbledon habe er eine Woche pausiert, dann drei Wochen trainiert und dann erstmal anderthalb Monate gebraucht, um "den Ball halbwegs" ins Feld zu spielen. In Montreal habe er wenig ins Feld gespielt, Cincinnati sei etwas besser gewesen.

Und die ersten beiden Runden der US Open habe ich wie ein Anfänger gespielt. Das möchte ich nicht nochmal, deswegen möchte ich weitermachen und am Ball bleiben.

Alexander Zverev

Spitze der Weltrangliste im Visier

Er sei sich bewusst, dass es mental dann irgendwann schwer werde. Dann benannte er den Kampf um die Spitze der Weltrangliste, ohne konkret zu werden. "Ich weiß, um was es geht für mich. Das ist kein Geheimnis für den Rest des Jahres. Da muss ich mich ein bisschen durchbeißen und das ist auch okay so."

Neben diesem letzten verbliebenen großen Individual-Ziel fehlt Zverev noch die Davis-Cup-Trophäe. 2025 sagte Zverev für die Davis-Cup-Finals der besten acht Teams zu und schied trotz makelloser Einzelbilanz im Halbfinale gegen Spanien aus. Das Doppel Krawietz/Pütz unterlag damals hauchzart. Nun ist Zverev bereits in der letzten Qualirunde gegen die Kroaten dabei, die auf den verletzten Marin Cilic verzichten müssen.

Yannick Hanfmann

Davis-Cup-Spieler Yannick Hanfmann im ZDF-Interview über die Ambitionen des deutschen Teams mit Alexander Zverev.

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Zuversicht im deutschen Team

"Wenn wir vergangenes Jahr gegen Spanien gewonnen hätten, hätten wir im Finale auch gegen die Italiener gewonnen. Aber 'hätte' gibt es im Sport nicht, das hat Rafael Nadal mal sehr schön gesagt", sagte Zverev und stellte eine offene Frage in den Raum - samt Antwort: "Aber warum sollten wir als Mannschaft nicht gewinnen?"

Man habe einen relativ guten Spieler an eins, eines der besten Paare im Doppelwettbewerb und einen der besten Spieler auf Position zwei im Wettbewerb. Dabei sei es egal, ob - wie am Samstag gegen Kroatien - Daniel Altmaier aufschlage oder Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff.

Wir haben auf jeder Position das, was wir brauchen, um den Davis Cup zu gewinnen.

Alexander Zverev

Im ZDF ergänzte er: "Ich glaube, dass wir alle älter werden in der deutschen Mannschaft und nicht mehr viele Chancen haben, zu gewinnen. Ich möchte alles dafür tun, dass wir als Team erfolgreich sind."

Vom Nerv-Faktor zum Anführer

Zverev ist, wie in Ansätzen in Bologna 2025, sehr gut in dieses Team aus Veteranen integriert, anerkannt und ein Anführer ohne Allüren. Das war in dieser Deutlichkeit 2023 in Trier gegen die Schweiz noch nicht erkennbar. Im ungarischen Tatabanya 2024 wirkten Spieler vom Thema Zverev in dessen Abwesenheit eher genervt.

Als er am heutigen Freitag zum TV-Interview erschien, sagte er vorab: "Bitte nicht zu lang, ich möchte das Team vor der Pressekonferenz nicht zu lange warten lassen." Im Gegenzug schätzen die Teamkollegen die Strapazen, die Zverev auf sich nahm.

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TV-Kameramann beim Fußballspiel
Über dieses Thema berichtete das ZDF in dem Beitrag "Zverev: 'Ich glaube, ich kann der Mannschaft helfen'" am 18.09.2026 um 14:55 Uhr.

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