Lukas Märtens bei der Schwimm-EM:Voller Fokus auf die olympische Goldstrecke
von Andreas Morbach
Anders als üblich stehen die 400 Meter Freistil bei der Pariser EM erst ganz am Schluss auf der Agenda. Olympiasieger Märtens hat sich darauf eingestellt - und denkt schon weiter.
Lukas Märtens bei der Schwimm-EM 2026 in Paris.
Quelle: IMAGO / EibnerEigene Wahrnehmung und Wirklichkeit können bisweilen weit auseinanderklaffen. So wie bei Schwimmer Lukas Märtens am Freitagabend. Eigentlich habe er sich vor dem Rennen sehr gut gefühlt, berichtete der Magdeburger - als das Finale über 200 Meter Freistil längst passé und für ihn selbst ordentlich den Bach hinuntergegangen war.
Enttäuschung über 200 Meter Freistil
Platz sieben, fast eine Sekunde langsamer als im Halbfinale - dabei wollte Märtens bei der EM in Paris auf dieser Strecke eine offene Rechnung von den Olympischen Spielen in eben dieser Stadt begleichen. Vor zwei Jahren fehlten ihm 67 Hundertstelsekunden zu Bronze. Diesmal waren es 71 Hundertstel.
"Das Rennen war irgendwie schon vorbei, da war ich noch gar nicht im Wasser", wunderte sich der 24-Jährige. Im nächsten Moment aber dachte er bereits an seine noch ausstehenden Starts im Centre Aquatique Olympique.
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Mit ihm gewann die Mixed-Staffel am Samstagabend über 4x200 Meter Freistil überraschend Silber. In Märtens' Blickfeld rückte aber spätestens nach den verpatzten 200 Metern Freistil vor allem die doppelte Distanz.
"Die 400 Meter stehen absolut im Fokus", betonte der gebürtige Magdeburger bereits Ende Juli im ZDF-Interview. Da sei er in den vergangenen Jahren "ja auch gar nicht so schlecht" gewesen, kokettierte er am Rande der deutschen Sprintmeisterschaften da noch.
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Gar nicht so schlecht - welch charmante Untertreibung: 2024 wurde Märtens Olympiasieger über die acht Bahnen Kraul. 2025 Weltmeister. Und dreieinhalb Monate vor den globalen Titelkämpfen in Singapur rauschte er in Stockholm in Weltrekordzeit durch den Pool.
In Paris wiederum war auf seiner Paradestrecke nun ein guter Schuss Flexibilität gefragt. Denn anstatt wie sonst üblich am ersten Wettkampftag werden die 400 Meter Freistil bei der EM in der französischen Metropole erst am letzten Finaltag entschieden.
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15.08.2026 | 14:36 minZunächst andere Schwerpunkte
"Das hatte ich noch nicht so oft. Deswegen liegt der Schwerpunkt jetzt noch ein bisschen woanders", kommentierte der Mittelstreckenschwimmer die terminlichen Umstellungen nach seiner Ankunft an der Seine gegenüber dem ZDF.
Nun aber ist Märtens’ persönliches Vorprogramm - Bronze mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel inklusive deutschem Rekord am Auftaktabend, dazu die Enttäuschung im Einzelfinale über 200-Meter - abgehakt. Und der große Showdown auf seiner olympischen Goldstrecke rückt in den Mittelpunkt.
Lukas Märtens freut sich auf die EM in Paris. Gewinnt er dort die 400 Meter Freistil, hält er alle drei großen Titel gleichzeitig: Olympiasieger, Weltmeister - und Europameister.
06.08.2026 | 4:00 minZweiter Olympiasieg ausdrücklich erwünscht
Am Sonntagmorgen stehen die Vorläufe über 400 Meter Freistil an, am Abend das Finale. Für Märtens sind diese Rennen dabei nicht zuletzt ein weiterer wichtiger Zwischenschritt - auf dem Weg zum nächsten Fünf-Ringe-Festival in zwei Jahren.
Seinen Traum, bei Olympia ganz oben auf dem Treppchen zu stehen und die Nationalhymne singen zu dürfen, hat er sich bereits erfüllt. Eine Wiederholung im Juli 2028 ist seinerseits ausdrücklich erwünscht.
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15.08.2026 | 1:41 minNoch wichtiger als Gold: der Mensch Lukas Märtens
Programmänderungen wird es dabei aber auch in Los Angeles geben: Statt wie üblich bei den Spielen finden die Beckenwettbewerbe nicht in der ersten, sondern erst in der zweiten Olympiawoche statt. Dafür werden die Medaillen über die 400 Meter Freistil in den USA wieder gleich am ersten Abend verteilt.
Das Gefühl vom Pariser Sommer 2024 werde er hoffentlich "noch ein, zwei Mal haben", sagt Märtens. Noch wichtiger ist ihm aber, was er im Gespräch mit ZDFheute schon vor der WM im letzten Jahr heraushob:
Einfach sein Leben weiterleben, auch nach solchen Erfolgen - das macht den Menschen Lukas Märtens aus. Und das will ich auch nicht ändern.
Schwimm-Olympiasieger Lukas Märtens
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