Mit Gewaltwurf: Weber gewinnt bei EM Speer-Gold vor Thumm

Silber für Männer-Sprint-Staffel:Mit Gewaltwurf: Weber gewinnt Speer-Gold vor Thumm

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Julian Weber gewinnt in einem Speerwurf-Thriller EM-Gold. Im letzten Versuch übertrumpft er Teamkollege Nick Thumm. Danach rennt die deutsche Sprintstaffel der Männer zu Silber.

Julian Weber am 15.08.26

Im letzten Versuch wirft Julian Weber den Speer zu EM-Gold. Im entscheidenden Moment hat er einen raus. Glänzendes Silber für Nick Thumm. Die Entscheidung relive.

15.08.2026 | 2:22 min

Speerwerfer Julian Weber hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham mit dem letzten Versuch Gold gewonnen und damit seinen Triumph von vor vier Jahren in München wiederholt. Trotz Schulterproblemen katapultierte der 31-Jährige den Speer auf 90,40 Meter und bezwang noch seinen Teamkollege Nick Thumm.

Thumm hatte bis zum letzten Durchgang mit 83,76 Metern überraschend geführt. Bronze holte der Lette Patriks Gallums mit 82,97 Metern - einen Zentimeter vor dem Polen Dawid Wegner.

Kurz darauf die nächste Medaille fürs deutsche Team: Die 4x100-Meter-Staffel der Männer rannte ohne 200-Meter-Europameister Owen Ansah zu Silber.

Thumm kommt Weber gefährlich nahe

Im Speerwerfen startete Thumm mit 81,10 Metern und lag zunächst im Verfolgerfeld. Im vierten Durchgang gelang dem 21-Jährigen der Wurf zur Führung, doch Weber konnte mit einem spektakulären Gewaltwurf noch einmal kontern. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich ein mentales Biest bin", sagte Weber im ZDF:

Ich bin so unfassbar froh.

Europameister Julian Weber

Fix und fertig und von Krämpfen geplagt konnte Thumm Weber nicht nochmal kontern. Webers Traumwurf hatte ihn dermaßen beeindruckt, dass er sich auf den Boden fallen ließ und auf seinen letzten Versuch verzichtete. "Es ist einfach nur super - es ist gar nichts mehr drin", sagte der 21-Jährige. Als Weber mit der Deutschland-Fahne zu ihm lief, lächelte er glücklich.

Julian Weber trotzt den Schulterschmerzen

Weber plagte sich schon die gesamte Saison mit Schulterproblemen herum. Erst Mitte Juli stieg er deshalb auch in die Saison ein und warf beim Meeting in Luzern mit 87,04 Metern auf Anhieb eine europäische Jahresbestleistung.

In Birmingham schaffte Weber in der Qualifikation im ersten Versuch den Einzug ins Finale und konnte wertvolle Kraft sparen. Dort legte er mit dem ersten Versuch auf 83,71 Meter im gesamten Wettbewerb vor und führte lange.

Sprintstaffel der Männer feiert Silber

Für eine faustdicke Überraschung sorgte die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Männer. Ohne 200-Meter-Europameister Owen Ansah gewann sie Silber. In der Besetzung Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah sprintete das deutsche Quartett in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz im Alexander Stadium in Birmingham. Der Sieg ging an die favorisierten Briten in 38,45 Sekunden. Dritter wurde Belgien in 38,70 Sekunden.

Ich bin einfach um mein Leben gelaufen.

Schlussläufer Ansah-Peprah

Wegen einer drohenden Sperre hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband Ansah vorsichtshalber nicht für die Staffel aufgestellt, um keine nachträgliche Disqualifikation zu riskieren. Stattdessen schaute Ansah als "Edelzuschauer" zu, wie er selbst nach seinem Coup über die 200 Meter am Freitagabend ankündigte.

Owen Ansah (Archivfoto)

Dem schnellsten deutschen Sprinter Owen Ansah droht eine Vier-Jahres-Sperre. Die NADA fordert das wegen eines abgelehnten Dopingtests.

11.08.2026 | 3:17 min

Sophie Weißenberg mit persönlicher Bestleistung

Siebenkämpferin Sophie Weißenberg hatte Grund für Glücksgefühle. Zwei Jahre nach ihrem Olympia-Drama mit einem Achillessehnenriss beim Aufwärmen belegte sie beim Sieg der Irin Kate O'Connor den fünften Platz. "Ich habe die letzten zwei Tage gefühlt durchgeheult. Ich war so voller Emotionen und war so überrascht von mir die ganze Zeit", sagte Weißenberg, die mit 6.496 Punkten persönliche Bestleistung lieferte.

Knapper war es für Hochspringerin Christina Honsel. 1,92 Meter waren etwas zu wenig für Edelmetall, das mit 1,95 an Marija Vukovic (Montenegro) vergeben wurde. Der Sieg ging an Weltmeisterin und Olympiasiegerin Jaroslawa Mahutschich (Ukraine) mit 1,97 Metern, Silber an Vize-Weltmeisterin Maria Zodzik (1,95/Polen).

Robert Farken verpasst Medaille deutlich

Frust statt Party: Mittelstrecken-Ass Robert Farken verpasste die angestrebte Medaille über 1500 Meter deutlich. Der 28-Jährige lief im Finale in Birmingham nach 3:37,49 Minuten auf Platz neun.

Gold schnappte sich nach einer cleveren Vorstellung überraschend der Niederländer Stefan Nillessen (3:35,70) vor dem Schweden Samuel Pihlström (3:36,16). Bronze ging an Andrew Coscoran aus Irland (3:36,24).

Mit Meilen-Weltrekordler Josh Kerr (Großbritannien) und Titelverteidiger Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) waren zwei Top-Stars nicht am Start.

Die Spätsession relive:

Leichtathletik-Collage

Relive: Der Sport-Samstag im ZDF mit Turn-EM, Schwimm-EM und der Abendsession bei der Leichtathletik-EM sowie Reit-WM.

15.08.2026 | 358:35 min

Quelle: ZDF, dpa, SID
Über das Thema berichtete das ZDF in sportstudio live am 15.08.2026 ab 21:01 Uhr.
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