Radsport-Klassiker in Belgien:Jungstar Seixas fordert Pogacar in Lüttich heraus
von Stephan Klemm
Am Sonntag endet in Lüttich die Zeit der Frühjahrsklassiker. Der Slowene Pogacar gilt als Topfavorit. Doch mit Remco Evenepoel und Youngster Paul Seixas hat er starke Konkurrenz.
Bei Paris-Roubaix wurde Tadej Pogacar zuletzt Zweiter. Beim Klassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich will er wieder gewinnen. Doch dort lauert unter anderem Olympiasieger Evenepoel.
22.04.2026 | 0:34 minVier Rennen hat Tadej Pogacar in diesem Frühjahr bisher bestritten, drei davon hat er gewonnen. Es begann Anfang März mit Strade Bianche, einem Schotterpistenklassiker in der Toskana. Pogacar riss 80 Kilometer vor dem Ziel aus - und triumphierte mit deutlichem Vorsprung. Weiter ging es mit Erfolgen bei Mailand-Sanremo und der Flandern-Rundfahrt, zwei großen, Monumente genannten Eintagesrennen.
Wout van Aert verhinderte zuletzt bei Paris-Roubaix Mitte April, einem weiteren Denkmal des Radsports, eine 100-Prozent-Quote, indem er dort vor Pogacar siegte. Renntermin Nummer fünf für den Slowenen Pogacar ist am Sonntag das letzte Monument des Frühjahrs, Lüttich-Bastogne-Lüttich. Der große Favorit heißt auch dort: Tadej Pogacar.
- Lüttich-Bastogne-Lüttich ab 13:55 Uhr live im ZDF-Livestream.
Seixas ist bisher die Entdeckung der Saison
Die Fahrt durch die Ardennen ist gespickt mit giftigen Anstiegen, die sich auf einer Renndistanz von 260 Kilometern auf knapp 4.400 Höhenmeter summieren. Auf die Teilnehmer wartet somit eine veritable Bergetappe. Und das ist Pogacar-Terrain. Der viermalige Tour-de-France-Sieger gilt als unwiderstehlich bei hügeliger Topografie. Lüttich-Bastogne-Lüttich hat er bereits dreimal gewonnen.
Die Rampen sind allerdings nicht so lang, wie sie es in den Alpen oder Pyrenäen sind. Und dieses Profil kommt auch zwei Pogacar-Herausforderern entgegen, die den Status Mitfavorit besitzen - Remco Evenepoel und Paul Seixas. Evenepoel, Belgiens Radsportliebling, gewann sein Heimrennen bereits zweimal, acht Erfolge hat er 2026 schon gesammelt.
Der Franzose Seixas wiederum, erst 19 Jahre alt, ist mit sieben ersten Plätzen 2026 die Entdeckung der Saison. Seixas gilt als potenzieller Pogacar-Nachfolger in der Rolle des Peloton-Dominators.
Frankreichs Shootingstar Paul Seixas hat seinen ersten großen Radsport-Klassiker gewonnen. Der 19-Jährige triumphierte beim Flèche Wallonne in Belgien.
22.04.2026 | 0:11 minPogacar greift in Lüttich nach weiterem Monument-Sieg
Im April etwa dominierte Seixas die schwere Baskenland-Rundfahrt wie ein unwiderstehlicher Veteran. Bei seinem ersten Start bei der Flèche Wallonne am Mittwoch, einem anspruchsvollen Klassiker, gewann er ungefährdet und verzückte damit erneut seine Landsleute.
In Frankreich wird er als der "Auserwählte" gefeiert, der nach 41 Jahren des Leidens seine Nation erlösen könnte. Denn zuletzt gewann mit Bernard Hinault 1985 ein Franzose die Frankreich-Rundfahrt. Ob Seixas aber in diesem Juli schon bei der Tour starten wird, entscheidet sich erst in den Tagen nach dem Renntermin in Lüttich.
Dort kann Pogacar seine Monumente-Bilanz weiter ausbauen. Zwölf von ihnen hat er bereits gewonnen, damit liegt er auf Rang zwei der Bestenliste in dieser Kategorie. Angeführt wird sie - noch - von Eddy Merckx mit 19 Triumphen.
Von den insgesamt fünf Radsport-Denkmälern - dazu gehören neben Mailand-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix und Lüttich-Bastogne-Lüttich noch die Lombardei-Rundfahrt im Oktober - fehlt Pogacar nur noch ein Sieg im nordfranzösischen Roubaix. Die vier anderen Prüfungen hat er zum Teil mehrmals siegreich beendet.
Tadej Pogacar hat die Flandern-Rundfahrt gewonnen. Seinen Konkurrenten Mathieu van der Poel hängte der Weltmeister rund 18 Kilometer vor dem Ziel ab.
05.04.2026 | 1:26 minPogacar erklärt seine Dominanz im Radsport 2026
Pogacar hat eine simple Erklärung dafür, dass er jedes Rennen, das er bestreitet, auch gewinnen und auch dominieren kann: "Ich habe nur sehr wenige Tage im Sattel eingeplant. Ich verzettele mich nicht." Evenepoel wiederum hat bisher grundsätzlich die in ihn gesetzten Erwartungen seiner neuen Mannschaft Red Bull-Bora-hansgrohe erfüllt.
Der Millionentransfer mit dem Millionengehalt sollte viele Siege liefern, und er hielt bisher in Bezug auf die Summe seiner Erfolge, was er versprach. Gleichwohl lief nicht alles rund. Die UAE-Tour verlor er durch schwache Leistungen in den Bergen. Die Baskenland-Rundfahrt beendete er als Fünfter, dort war der Deutsche Florian Lipowitz deutlich besser: Platz zwei im Abschlussklassement hinter Seixas.
Der fordert am Sonntag die ältere Elite heraus. Sollte er Pogacar und Evenepoel in Lüttich bezwingen, wäre das nicht nur der nächste Coup eines kommenden Superstars. Sondern auch eine Quasi-Verpflichtung zu seinem Tour-Debüt.
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