Kimi Antonelli: Toto Wolffs Meisterstück

Jüngster Formel-1-Champion aller Zeiten:Kimi Antonelli: Toto Wolffs Meisterstück

von Claudio Palmieri

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Mit 20 Jahren krönt sich Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli zum bisher jüngsten Formel-1-Weltmeister - und das nicht nur, weil er im besten Auto sitzt. Eine doppelte Würdigung.

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Mercedes-Pilot Kimi Antonelli ist jüngster Formel-1-Weltmeister. Mit der Trophäe in der Hand feiert er seinen Gewinn nach dem Großen Preis von Mexiko.

Quelle: AFP

Er ist doch noch so jung. Wie oft Andrea Kimi Antonelli diesen Satz gehört haben wird? Auf jeden Fall schon 2022, als er mit 15 Jahren in drei Formel-4-Serien an den Start ging - und zwei davon als Meister abschloss. Ganz sicher auch 2024, als er die Formel 3 übersprang, in die Formel 2 aufstieg - und kurz nach seinem 18. Geburtstag als neuer Mercedes-Stammfahrer für die Formel-1-Saison 2025 vorgestellt wurde.

Dass Antonelli tags zuvor beim Freien Training in Monza in der Parabolica abgeflogen war, rief die Jugendwahn-Mahner auf den Plan, änderte aber nichts mehr an der Idee der Silberpfeile. Und so ist Antonellis erster Weltmeister-Titel in der Königsklasse jetzt, zwei Jahre später, vielleicht vor allem das: eine Masterclass in Sachen Menschenführung.

Kimi Antonelli bei der Fahrerparade vor dem Großen Preis von Mexiko.
Formel 1: Lewis Hamilton jubelt.
Andrea Kimi Antonelli von Mercedes auf dem Circuit of The Americas.
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli fährt beim GP der USA in Texas auf die Pole Position
Max Verstappen jubelt nach seinem Sieg beim Formel-1-Grand-Prix von Singapur am Sonntag, dem 11. Oktober 2026.
Max Verstappen fährt während des Qualifyings für den Formel-1-Grand-Prix von Singapur auf dem Marina Bay Street Circuit in Singapur am 10. Oktober 2026 in die Boxengasse.
Max Verstappen steuert seinen Wagen vor dem britischen Ferrari-Piloten Lewis Hamilton in Singapur am Samstag, dem 10. Oktober 2026.
Formel 1: Max Verstappen in Singapur.
Formel-1-Pilot Max Verstappen siegt beim GP von Bahrain, der als Nachholrennen in Malaysia ausgetragen wird.
Formel-1-Pilot Max Verstappen bejubelt seine herausgefahrene Pole Position beim Großen Preis von Bahrain
Fernando Alonso läuft mit Sonnenbrille, Kappe und grünem Aston Martin Shirt in Richtung Kamera
Mercedes-Pilot George Russell aus Großbritannien jubelt nach seinem Sieg beim Formel-1-Grand-Prix von Aserbaidschan.
Rennfahrer in schwarzem Overall und blauem Helm grüsst die Fans
Drei Rennfahrer stehen nebeneinander. Links Ferrari Fahrer Leclerc, in der Mitte Mercedes Fahrer Russell und rechts McLaren Pilot Piastri
Rennfahrer in schwarzem Overall läuft mit gesenktem Kopf aus dem Bild
Der italienische Mercedes-Pilot Kimi Antonelli bestreitet am 13. September 2026 den Großen Preis von Spanien der Formel 1 auf der Rennstrecke von Madrid.
Andrea Kimi Antonelli am 06.09.26
Der französische Alpine-Pilot Pierre Gasly feiert seine Pole-Position in Monza, Italien, am Samstag, dem 5. September 2026.
Pierre Gasly, Fahrer mit der Startnummer 10 des BWT Alpine Formula One Teams aus Frankreich, während der Pressekonferenz beim Formel-1-Grand-Prix von Italien 2026 am 03.09.2026.
Lando Norris im McLaren während des Formel-1-Grand-Prix der Niederlande.
Der britische McLaren-Pilot Lando Norris wischt sich nach der Sicherung der Pole-Position im Qualifying in Zandvoort (Niederlande) am Samstag, dem 22. August 2026, über das Gesicht.
Formel-1-Pilot George Russell beim Grand-Prix der Niederlande am 21.08.2026 in Zandvoort.
Der britische Autorennfahrer George Russell ballt jubelnd die Faust, nachdem er beim Großen Preis der Niederlande die Sprint-Pole holt
Red-Bull-Pilot Max Verstappen holt die Pole Position für den GP von Aserbaidschan
Weltmeister Lando Norris feiert den Sieg beim GP von Ungarn mit seinem McLaren-Team.
Der deutsche Audi-Pilot Nico Hülkenberg steuert.
Der britische Autorennfahrer Lando Norris gewinnt das Qualifying beim Formel-1 Ungarn-GP
Kimi Antonelli
Der italienische Automobilrennfahrer Andrea Kimi Antonelli steigt nach dem Qualifying beim Grand Prix in Spa aus seinem Auto
Charles Leclerc jubelt nach seinem Sieg in Silverstone am 5. Juli 2026.
Der italienische Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli steuert seinen Wagen in Silverstone, England, am 4. Juli 2026.
Formel 1: Kimi Antonelli in Silverstone.
Der britische Mercedes-Pilot George Russell jubelt nach seinem Sieg beim Formel-1-Grand-Prix von Österreich auf dem Red Bull Ring in Spielberg am 28. Juni 2026.
Der britische Formel-1 Rennfahrer Lewis Hamilton holt beim Barcelona-GP seinen ersten Saisonsieg und ballt freudig seine Fäuste
Kimi Antonelli (ITA), Mercedes-AMG F1 Team W17, in Aktion beim Großen Preis von Monaco 2026 am 07.06.2026 auf dem Circuit de Monaco in Monte-Carlo.
Kimi Antonelli (Italien) jubelt.
Kimi Antonelli feiert vierten Grand-Prix-Sieg in Serie in Montréal, Kanada.
George Russell am 23.05.26
Der italienische Formel 1 Fahrer Andrea Kimi Antonelli jubelt nach seinem Sieg beim Miami GP
Lando Norris (McLaren, Großbritannien) bereitet sich vor dem Sprintrennen beim Miami Formula One Grand Prix vor.
Kimi Antonelli (Mercedes) feiert seinen Sieg beim Großen Preis von Japan auf dem Podium zusammen mit Ferrari-Pilot Charles Leclerc aus Monaco, der den dritten Platz belegte.
Das verunglückte Auto von Oliver Bearman (Haas F1) beim Großen Preis von Japan 2026 in Suzuka.
Kimi Antonelli (Italien) jubelt.
Kimi Antonelli (Italien), George Russell (Großbritannien) und Lewis Hamilton (Großbritannien) stehen.
Andrea Kimi Antonelli (Mercedes, M.) jubelt über die Pole Position neben George Russell (Mercedes, l.) und Lewis Hamilton (Ferrari) im Qualifying zum Chinese Grand Prix am 14. März 2026 auf dem Shanghai International Circuit in Shanghai, China.
Kimi Antonelli, Russell und Leclerc feiern auf dem Podium am 08.03.2026 in Melbourne, Australien.
Der britische Mercedes-Fahrer George Russell fährt während des Formel-1-Grand-Prix von Australien auf dem Albert Park Circuit in Melbourne am 8. März 2026.
Charles Leclerc mit seinem F1-Wagen auf der Albert Park Circuit in Melbourne

Kimi Antonelli bei der Fahrerparade vor dem Großen Preis von Mexiko.

Kimi Antonelli bei der Fahrerparade vor dem Großen Preis von Mexiko. Das Rennen macht ihn später zum jüngsten Weltmeister in der Geschichte der Formel 1.

Quelle: dpa

Toto Wolff und das "Wunderkind"

Die Beharrlichkeit, mit der Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff seinen Fahrer-Junior über neun Jahre förderte und nach jedem Rückschlag in der Debütsaison verteidigte, sucht in der Sportwelt ihresgleichen. Hier war jemand fest überzeugt: Es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis das "Wunderkind" - wie der Wiener den nun jüngsten WM-Gewinner aller Zeiten schon früh nannte - Wundertaten vollbringen würde.

Wenig überraschend war es Wolff selbst, der nach Antonellis erstem Sieg in Shanghai im März alle Kritiker via Teamradio verstummen ließ:

Er ist zu jung. Wir sollten ihn nicht in einen Mercedes setzen. Steckt ihn in ein kleineres Team. Er braucht noch Erfahrung. Schaut, was für Fehler er macht. Here we go, Kimi. Victory!

Toto Wolff

Dass an diesem Tag auch die Hierarchie bei den Silberpfeilen kippen würde, war indes noch nicht abzusehen. Der Auftakt in Melbourne war an George Russell gegangen, der 2025 mehr als doppelt so viele WM-Punkte wie Antonelli gesammelt hatte. Der Engländer, der einst ebenfalls dem Mercedes-Nachwuchsprogramm angehörte, galt als klarer Titelkandidat im besten Auto.

Längste Serie eines Sieg-Debütanten

Wolffs Funkspruch von Shanghai hat im Rückblick also etwas von einem Brustlöser - genauso wie die Tränen, die Antonelli auf dem Podium vergoss. Nach China gewann der Youngster aus Bologna auch in Suzuka, Miami, Montréal und Monaco. Die mit Abstand längste Serie eines Sieg-Debütanten.

Wie stimmig das Vater-Sohn-artige Verhältnis zwischen Wolff und Antonelli ist, zeigt sich auch im Zusammenspiel mit Antonellis Familie. Papa Marco, ein Ex-Rennfahrer und naturgemäß Kimis erster Förderer, ist bei jedem Grand Prix vor Ort - ohne je in den Vordergrund zu drängen. Ein angenehmer Zeitgenosse. In Mexiko waren auch Mama und Schwester dabei.

Diese Harmonie spiegelt sich im Auftreten des Sohnemanns wider: jugendlich unbeschwert, aber immer höflich - und nie abfällig gegenüber Konkurrenz oder eigenem Team, auch nicht im Eifer des Renngefechts. Mutig auf der Strecke, aber stets bedacht - und erstaunlich routiniert. Vor allem aber: schnell. Sehr schnell.

Sofort auf George Russels Niveau?

Insider berichten, dass sich Antonelli bei ersten geheimen Formel-1-Tests als Teenager quasi sofort auf Russells Niveau auf den Longruns bewegt haben soll. Machtdemonstrationen wie bei seinem Heimrennen in Monza, das der 20-Jährige von Startplatz 19 aus gewann, oder zuletzt in Austin untermauern solche Erzählungen.

Für Toto Wolff war Antonellis Erfolg höchstens eine Frage der Eingewöhnung. Und so hat die Formel 1 jetzt nicht nur einen neuen jüngsten Weltmeister - sondern auch einen Champion, der sein volles Können im Zeitalter des Batterie-Managements womöglich noch nicht einmal gezeigt hat.

In Italien wartet derweil nicht weniger als ein Ikonisierungsprozess auf Antonelli. Seit 1953 mussten die Tifosi auf den Nachfolger von Alberto Ascari warten - so lange, dass seit jeher nur Ferrari-Triumphe von Bedeutung waren. Antonelli, der nicht nur wegen seiner Startnummer 12 an den legendären Ayrton Senna erinnert, dürfte in die Riege von Valentino Rossi, Alberto Tomba oder Jannik Sinner vorstoßen, die ganze Äras in ihren Sportarten präg(t)en.

Dabei ist er doch noch so jung.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 2.11.2026 ab 5:30 Uhr.

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