WM-Aus: Für das deutsche Eishockey geht es bergab

Vorrundenaus bei der WM:Für das deutsche Eishockey geht es bergab

von Bernd Schwickerath

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Zum dritten Mal in Folge reist das DEB-Team enttäuscht von einem Turnier ab. Das zeigt, dass die vergangenen Erfolge Ausnahmen waren. Strukturell sind die Probleme immer noch groß.

Schweiz, Zürich: Eishockey: WM, Schweiz - Deutschland, Vorrunde, Gruppe A, Gruppenspielrunde. Deutschlands Torwart Jonas Stettmer kassiert den Treffer zum 0:1

Rückschlag bei der Eishockey-WM in der Schweiz: Für das DEB-Team ist bereits nach der Vorrunde Schluss. Damit wird das Mindestziel klar verfehlt.

27.05.2026 | 1:53 min

So richtig hatten sie beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) nicht mehr daran geglaubt. Rechnerisch war der Einzug ins WM-Viertelfinale am Dienstag zwar noch möglich, aber dafür hätte Lettland gegen Ungarn verlieren müssen. Das erwartete niemand, auch nicht beim DEB.

Das Training für Dienstag sagte der Verband bereits ab, da hatte das Spiel der Letten noch nicht mal begonnen. Und es lief dann auch wenig nach Wunsch: Lettland gewann 8:1 und zog in die K.o.-Runde ein, die Deutschen fuhren nach Hause.

Siege gegen die Kleinen, Enttäuschungen gegen die Großen

Moritz Seider hatte das bereits am Montagabend geahnt und sein WM-Fazit gezogen. "Unser Anspruch ist ein anderer", sagte der Kapitän und sprach von einem "fehlgeschlagenen Turnier". Zwar gab es am Ende Pflichtsiege gegen Ungarn, Österreich und Großbritannien, aber gegen die Großen war wenig zu holen.

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"Ich glaube, wir waren nie weiter als Mittelmaß", sagt Christian Künast, DEB-Sportvorstand, mit Blick auf das Eishockey-WM-Aus. Die Weltrangliste sei eine "Momentaufnahme" gewesen.

27.05.2026 | 2:58 min

"Wir haben gegen die USA ordentlich gespielt. Aber wenn du das nur ein mal im Turnier schaffst, dann wird es schwierig, unter die Top Acht zu kommen", sagte Seider. Zumal es zuvor Niederlagen gegen Finnland, Lettland und die Schweiz gegeben hatte. Da zeichnete sich schon ab, dass es wieder nichts mit dem Viertelfinale wird.

Auch die WM 25 und Olympia liefen nicht nach Wunsch

Bereits im Vorjahr in Dänemark war nach der Vorrunde Schluss. Im Februar enttäuschte dann der "beste deutsche Kader aller Zeiten" um NHL-Star Leon Draisaitl beim 2:6 im Olympia-Viertelfinale gegen die Slowakei. Drei Monate später in Zürich nun die nächste Enttäuschung.

"Man kann einen Trend sehen", sagte Seider. Und er ist damit nicht allein. Ein Jahr vor der Heim-WM ist von der Euphorie nach den Silbermedaillen bei Olympia 2018 und der WM 2023 nichts übrig. Was DEB-Sportvorstand Christian Künast und vor allem Bundestrainer Harold Kreis unter Druck setzt.

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Nur der normale Lauf der Dinge?

Die Hauptverantwortlichen versuchten dennoch, die neuerliche Enttäuschung als Lauf der Dinge abzutun. Die Deutschen bewegten sich in der Weltrangliste nun mal "zwischen Platz sieben und zwölf", sagte Künast, da könne man auch mal früh ausscheiden. Und man sei ja nur knapp gescheitert.

Falsch ist das nicht. In Dänemark und der Schweiz fehlte jeweils nur ein Sieg im Penaltyschießen fürs Viertelfinale. Bei Olympia hätte es mit einer gewöhnlichen Leistung gar fürs Halbfinale reichen können. Nicht alles, was seit Mai 2025 passierte, ist also schlecht. Und 2018 und 2023 war nicht alles perfekt.

Die Silbermedaillen verstellten den Blick auf die Realität

Die Silbermedaillen bedeuteten keinesfalls, dass Deutschland damals die zweitbeste Eishockey-Nation war. Bei beiden Turnieren fehlten viele oder gar alle Stars aus der NHL. Zudem lief für die Deutschen erstaunlich viel erstaunlich gut. Tut es das nicht, kann es wie zuletzt schnell anders aussehen.

Das Problem ist, dass drei schwache Turniere in Folge mehr sind als normale Ausschläge. Und dass der Anspruch ein anderer sein müsste. Aber im deutschen Eishockey liegt trotz der Erfolge zwischen 2018 und 2023, trotz immer neuer NHL-Stars und Zuschauerrekorde in den Ligen vieles im Argen.

Es mangelt an Eishallen und Aktiven, im Nachwuchs passiert zu wenig. Die U18 ist kürzlich in die B-WM abgestiegen, die U20 rettete sich erst in der Relegation. Es gab zuletzt auch kein Toptalent mehr, das es in die NHL geschafft hat.

Das liegt auch daran, dass junge Spieler bei den Profis zu wenig Einsatzzeit bekommen. In DEL, DEL2 und selbst in den Oberligen geht es Managern und Trainern meist um kurzfristige Resultate, nicht um Talentförderung. Aber auch der Verband muss mehr tun. Mehr in Ausbildung investieren, auch in die der Trainer.

DEB will neues Konzept vorstellen

Sportvorstand Künast will nun bei der nächsten DEB-Mitgliederversammlung ein neues Konzept fürs deutsche Eishockey vorstellen. Bis zur Heim-WM nächstes Jahr wird das nichts ändern, aber langfristig soll es wieder bergauf gehen. Damit enttäuschende Turniere künftig eine Ausnahme sind.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 27.05.2026 im ab 05:30 Uhr.

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