Trump kündigt Zölle gegen Deutschland an - wegen Grönland

Streit um Grönland:Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und weitere Länder an

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US-Präsident Trump erhöht den Druck im Grönland-Streit: Schon ab 1 . Februar soll es Zölle auch gegen Deutschland geben. Die EU muss reagieren. Droht eine Eskalation?

Präsident Donald Trump spricht während einer Veranstaltung zur Förderung von Investitionen in die Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten im East Room des Weißen Hauses am 16.01.2026, in Washington.

Wegen der Entsendung von Soldaten auf eine Erkundungsmission nach Grönland droht US-Präsident Donald-Trump Deutschland mit Zöllen. Claudia Bates und Isabelle Schaefers berichten.

17.01.2026 | 2:23 min

US-Präsident Donald Trump kündigt Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland wegen der Grönland-Frage an. Diese würden zunächst ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Ab dem 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen für einen US-Kauf der Insel erzielt werde.

Die Infokarte zeigt die betroffenen Länder der angedrohten US-Zölle im Grönland-Streit. Gegen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland sollen ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent.

Quelle: ZDF

ZDF-Korrespondentin: "Muss Zölle ernst nehmen"

Diese Zölle müsse man, erläutert ZDF-Korrespondentin Claudia Bates in Washington, "genau so ernst nehmen, wie Trumps Wunsch, Grönland zu einem Teil der USA zu machen". Für ihn seien Zölle da "ein folgerichtiger Schritt, denn sie sind ein Instrument seiner Außenpolitik". Er interpretiere die Gespräche der Arbeitsgruppe, die nun eingesetzt wird, auch als Kaufverhandlungen.

Grönland-Konflikt - Proteste in Grönland

In Grönland und Dänemark protestieren Tausende Menschen gegen Trumps Besitzansprüche auf Grönland, die er mit "strategischen Interessen und nationaler Sicherheit" begründet.

17.01.2026 | 2:05 min

Für die Europäer bedeutete dieser Schritt Trumps, sagt ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers in Brüssel, dass "ihre Strategie, durch ihre Präsenz auf Grönland Trump vom Eingreifen hier abzuhalten, nicht aufgegangen ist". Trump greife zu dem Instrument, mit dem sich die EU bisher in der Vergangenheit immer schwergetan habe mit harten Gegenmaßnahmen, nämlich Zölle.

EU-Ratspräsident: "Europa wird jetzt reagieren"

EU-Ratspräsident Costa, erklärt Schaefers weiter, habe "soeben auf einer Pressekonferenz in Paraguay" gesagt, dass die EU "sich weiter dafür einsetzen werde, dass internationales Recht geachtet wird. Dass Europa jetzt reagieren wird".

Da gebe es, so erläutert Schaefers, verschiedene Möglichkeiten: "Einmal hatte man sich letzten Sommer auf einen Deal geeinigt, Zölle zu senken, da muss die EU einige Zölle für die USA senken. Das könnte jetzt ausgesetzt werden". Und dann gebe es das sogenannte Antizwangsmaßnahmengesetz, das weitere Mittel bereithalte, "etwa Importbeschränkungen oder Patente auszusetzen".

Da wird man sehen, wieweit Europa bereit ist, hart vorzugehen, denn es droht natürlich immer eine weitere Eskalation, für Grönland, für die Nato und für die EU-Wirtschaft.

Isabelle Schäfers, ZDF-Korrespondentin Brüssel

SGS-Bates-Schaefers

Donald Trump droht Deutschland und weiteren europäischen Staaten mit Zöllen, wenn sie sich seinen Grönland-Plänen widersetzen. Claudia Bates und Isabelle Schaefers analysieren.

17.01.2026 | 3:07 min

Trump fordert: Dänemark soll etwas zurückgeben

"Wir haben Dänemark und alle Länder der Europäischen Union sowie andere Länder viele Jahre lang subventioniert", behauptete Trump. Und fuhr fort:

Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt - der Weltfrieden steht auf dem Spiel!

Donald Trump, US-Präsident

Trump wiederholte, dass China und Russland Grönland wollten - und Dänemark nichts dagegen tun könne.

Der US-Präsident hatte zudem wiederholt erklärt, die an Ressourcen reiche Insel müsse wegen der nationalen Sicherheit in den Besitz der USA übergehen. Er hat den Einsatz von Gewalt dabei nicht ausgeschlossen.

APTOPIX Greenland Daily Life

Neue Handelsrouten, Wirtschaftszweige und Rohstoffe. Militärpräsenz ist der Schlüssel, um Macht in der Arktis zu sichern, was nicht nur die USA und Europa, sondern auch China und Russland wollen.

15.01.2026 | 2:34 min

Blick über Nuuk aus dem achten Stock eines Wohngebäudes. Nach erfolglosen Gesprächen in Washington zur Beilegung des Grönland-Konflikts schickt Deutschland Soldaten auf die Arktisinsel.

Nach den erfolglosen Verhandlungen zwischen den USA und Dänemark um die amerikanischen Gebietsansprüche auf Grönland entsendet die Bundeswehr 13 Soldaten zu einem Erkundungseinsatz.

16.01.2026 | 1:45 min

Grüne fordern geschlossene Reaktion der EU

Die Grünen fordern eine geschlossene Reaktion der Europäischen Union auf die Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und andere europäische Staaten im Grönland-Konflikt. "Die EU darf angesichts der Zoll-Drohungen von Trump jetzt nicht zurückweichen", sagte Fraktionschefin Katharina Dröge in Berlin. "Es braucht die klare Antwort an Trump, dass die EU auf Zollandrohungen mit Gegenzöllen antworten wird."

Dröge kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die bisherige Linie zu Trump. "Die Strategie des Zurückweichens und der Beschwichtigung von Friedrich Merz ist gescheitert", meinte die Grünen-Politikerin.

Bei der Verteidigung der internationalen Ordnung braucht es Selbstbewusstsein und Klarheit.

Katharina Dröge, Grünen-Fraktionschefin

Soldaten aus Europa sollten Trumps Bedenken entkräften

Deutschland und andere europäische Staaten entsandten diese Woche auf Bitten Dänemarks Soldaten nach Grönland. Sie sollen Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitslage der Insel zwischen Nordatlantik und Polarmeer erkunden, auch um US-Bedenken zu entkräften. Grönland ist ein autonomer Teil Dänemarks und gehört damit zur Nato.

Aktuelle Entwicklungen und weitere Reaktionen finden Sie auch in unserem Liveblog zum Streit im Grönland.

Quelle: dpa, AFP, Reuters
Über das Thema berichteten verschiedene Sendungen, zuerst die heute-Nachrichten am 17.01.2026 ab 19 Uhr.

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