Treffen in München:Sicherheitskonferenz in Chaos-Zeiten
von Julia Rech und Ulf Röller
Europa steht vor einer Bewährungsprobe. Auf der Sicherheitskonferenz zeigt sich, wie brüchig das transatlantische Fundament ist - und wie dringend Europa unabhängig werden muss.
Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, spricht im Interview über seine Erwartungen an die Konferenz, das transatlantische Verhältnis und die Rolle Europas.
12.02.2026 | 3:00 minAuf der Münchner Sicherheitskonferenz suchen die Europäer nach einer Antwort auf US-Präsident Donald Trump. Gibt es noch Hoffnung auf eine Partnerschaft mit den USA? Oder ist Amerika endgültig zum Feind im eigenen Bett geworden?
Spätestens nach Trumps Warnung, Grönland haben zu wollen, scheint das Undenkbare möglich. Eine Attacke eines Nato-Partners auf den anderen. Europa muss erwachsen werden.
Seit vielen Jahren tummelt sich die politische Elite dicht gedrängt unter den Kronleuchtern im viel zu engen Foyer. Mehr als 50 Regierungschefs haben sich angemeldet. Das Motto der Sicherheitskonferenz könnte da nicht passender sein: "Under Destruction". Im Abbruch.
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz treffen sich Politiker, um über Konflikte zu sprechen. Wer kommt? Wer nicht? Mirko Drotschmann erklärt die Hintergründe zum Treffen.
12.02.2026 | 11:03 minWachsende Spannungen zwischen USA und Europa
Letztes Jahr schockierte der US-Vizepräsident J.D. Vance die europäischen Partner mit seinem Frontalangriff. Der Vize des Fake-News-Präsidenten warf Europa vor, die Meinungsfreiheit in ihren Ländern zu beerdigen. Damals dachten die Anwesenden, es ginge nicht schlimmer. Doch heute gilt der Sponti-Spruch: "Wir standen am Abgrund - heute sind wir schon einen Schritt weiter."
Der Schritt weiter heißt Grönland und die Invasionspläne von US-Präsident Trump. Die Illusion vieler EU-Regierungschefs zerplatzte, Trump durch Liebesandienen milde zu stimmen.
US-Vize Vance äußerte bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 Zweifel an der Meinungsfreiheit in Deutschland.
21.02.2025 | 0:22 minEuropas Eigenständigkeit als Überlebensfrage
Bundeskanzler Friedrich Merz hält an diesem Freitag die Eröffnungsrede auf der Konferenz. Er will den Ton setzen. Angekündigt ist eine Grundsatzrede, die das Verhältnis zwischen Europa und den USA neu definieren soll.
Es wird ein schwieriger Balanceakt werden zwischen Hoffen und Bangen: Europa muss unabhängig von den USA werden, auf allen politischen Gebieten. Dieser Satz sagt sich leicht, aber der Kanzler wird dafür die Nachkriegsordnung beerdigen. Mit all ihren Konsequenzen.
Europas Bürger müssen sich selbst verteidigen, notfalls selbst zur Waffe greifen. Dies ist immer wieder auf zig Sicherheitskonferenzen gefordert worden, aber Trump die Stirn zu bieten, wird zur Überlebensfrage. Scheitert Europa, eigene Stärke zu schaffen und nationale Egoismen zu überwinden, dann wird es bitter werden. An Warnungen wird es auf der Konferenz nicht fehlen.
Die AfD kann nach zwei Jahren erstmals wieder an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen. Bei SPD und Grünen wächst die Sorge um die Vertraulichkeit des Treffens.
07.02.2026 | 0:24 minMerz warnt vor Bruch, Macron fordert europäische Initiative
In München treffen die Europäer auch das andere Amerika: die Gegner Trumps, die Demokraten. Damit verbunden die Hoffnung, dass es zwar nicht mehr so wird, wie es war, aber dass Amerika doch nochmal zur Besinnung kommt.
Merz gehört zu denen, die diese Hoffnung nicht endgültig aufgeben wollen. Schon in seiner Rede in Davos warnte er davor, die Beziehung zu den USA aufzugeben.
Andere in Europa klingen da skeptischer. Der französische Präsident Emmanuel Macron kuschelte in der ersten Amtszeit gerne mit Trump, nun muss er seinen Spott ertragen. Trump macht sich lustig über Macron, weil seine Amtszeit bald zu Ende geht und er zu Hause politisch geschwächt ist. Auch Macron wird in München sprechen. Er wird wohl den US-Präsidenten dort angreifen, wo es ihm besonders wehtut. Macron fordert von Europa eine "Kauf bei Europäern"-Initiative.
Frankreichs Präsident Macron fordert, Europa müsse direkte Gespräche mit Kremlchef Putin über ein Ende des Ukraine-Krieges führen. Ein Vertreter sei dafür bereits in Moskau gewesen.
10.02.2026 | 0:28 minAußenminister Rubio vertritt Trump in München
Trump schickt nur Außenminister Marco Rubio nach München. Der gilt als der Gemäßigte, als der Diplomat in Trumps Universum. Mancher glaubt, seine Rede werde keine Abrechnung wie die von Vizepräsident J.D. Vance im letzten Jahr.
Andere glauben das nicht. Denn auch für Rubio gilt: Er spricht nicht zu den Mächtigen im Saal, sondern zu seinem Meister im Weißen Haus. Und der verachtet Europa. Das hat er oft gesagt.
Bei den Verhandlungen um ein mögliches Kriegsende in der Ukraine sieht US-Außenminister Rubio nur noch einen Punkt offen. Doch genau in der Frage blieben beide Seiten hart. Seine Aussage im Video.
28.01.2026 | 0:52 minSelenskyj und die Frage nach Gesprächen mit Russland
Noch eins: Bei all den Krisen droht eines unterzugehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist nach München. Die USA haben sich von der Unterstützung verabschiedet. Europa hält die Ukraine am Leben, ist aber bei den Verhandlungen über einen Frieden nicht dabei. Eine schwierige Lage. Es wird interessant zu sehen sein, ob einige Europäer diese Debatte eröffnen, Kontakt mit Russlands Präsident Wladimir Putin aufzunehmen.
Die Welt wird nach München keine andere sein. Aber einige hoffen, dass die dramatischen Krisen Europa zusammenschweißen. Denn: "Under Destruction" ist kein Motto für eine schöne Zukunft.
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