"Lanz": Strack-Zimmermann warnt vor AfD auf Sicherheitskonferenz

"Lanz" zur Münchner Sicherheitskonferenz:Strack-Zimmermann warnt vor AfD auf Sicherheitskonferenz

von Bernd Bachran

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FDP-Politikerin Strack-Zimmermann sieht die USA bei "Lanz" auf dem Weg zur Diktatur, während sich Lucassen (AfD) sicher ist, "dass Amerika trotzdem an unserer Seite bleibt".

Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu Gast bei "Markus Lanz".

Sehen Sie hier die Sendung "Markus Lanz" vom 11. Februar 2026 in voller Länge.

11.02.2026 | 75:10 min

Vom 13. bis 15. Februar wird München erneut zum Zentrum der Weltpolitik: Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) versammelt als weltweit wichtigstes informelles Forum für Sicherheitspolitik hochkarätige Gäste aus 120 Ländern.

Neben rund 60 Staats- und Regierungschefs sowie 100 Ministern diskutieren auch führende Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft über die globalen Herausforderungen unserer Zeit.

Vor einem Jahr sorgte die Rede von US-Vizepräsident J.D. Vance auf der 61. Münchner Sicherheitskonferenz für Aufsehen. Er warf den Europäern ein mangelndes Demokratieverständnis vor und kritisierte insbesondere in Deutschland eine angeblich zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit. Viele werteten seine Worte als Zeichen eines Bruchs zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten.

MSC 2025: Erster Tag der Sicherheitskonferenz

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr nutzt US-Vizepräsident Vance seine Rede für eine Tirade gegen Europa. Verteidigungsminister Pistorius (SPD) reagiert schnell.

15.02.2025 | 2:48 min

Strack-Zimmermann: USA auf dem Weg in eine Diktatur

Am Donnerstagabend sprach die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), bei "Markus Lanz" von einer "großen Erschütterung", die diese Rede von J.D. Vance ausgelöst hätte. Plötzlich habe man realisiert, "da passiert wirklich etwas, was man nicht für möglich gehalten hätte".

Zwölf Monate später, so Strack-Zimmermann, "gibt es in Europa keine Illusionen mehr […] und die Realität ist angekommen". Die FDP-Politikerin sah die USA auf dem Weg in eine Diktatur.

Ich finde, wir sollten pragmatisch mit den Vereinigten Staaten umgehen, aber anfangen uns auf den Weg zu machen, ohne (die USA) klarzukommen, auch wenn das leichter gesagt als getan ist.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Politikerin

Studiogespräch zwischen der Moderatorin Marietta Slomka und der Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff.

Trump stellt die internationalen Beziehungen auf den Kopf. Kann Europa im Schatten von Großmächten überleben? Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff ordnet ein.

25.01.2026 | 6:04 min

Lucassen sieht für Europa im aktuellen Verhältnis zu den USA eine Chance

AfD-Politiker und Oberst a.D. Hans-Rüdiger Lucassen hatte Verständnis "für die, die jahrzehntelang als Transatlantiker gelebt haben", wenn diese die aktuelle Politik der USA als "Abrissbirne" empfinden würden, verlangte allerdings, dass man sich der Realität stellen müsse.

Wir müssen uns der Realität stellen. Und ich sage: Es ist nicht nur Realität, es ist auch eine große Chance, die wir haben - als Deutsche, als Europäer zu erkennen, dass wir jetzt, was die Sicherheits- und Verteidigungspolitik betrifft, auf uns alleine gestellt sind.

Hans-Rüdiger Lucassen, AfD-Politiker

Eine US-Flgge vor Schiffsconatinern.

Das transatlantische Verhältnis leidet unter den ständigen Drohungen Donald Trumps. Europa pocht auf mehr Selbstständigkeit. Aber welchen Preis sind wir bereit zu zahlen?

27.01.2026 | 10:35 min

Lucassen war sich sicher, "dass Amerika trotzdem an unserer Seite bleibt". Und vertrat die Meinung, "dass die USA mit den Europäern nicht irgendwelche Vasallen haben wollen, die sich ein Befehl abholen, sondern sie wollen starke Partner haben".

Im Gegensatz zu Alice Weidel und Tino Chrupalla wurde der AfD-Politiker nach eigenen Worten vom Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, persönlich eingeladen.

Als Verteidigungspolitiker werde er sich um viele Kontakte bemühen, vor allen Dingen zur US-amerikanischen Delegation, um "herauszukristallisieren: Was kommt als Europäer auf uns zu?"

Das Logo der AfD erscheint hinter einem Schatten.

Die AfD kann nach zwei Jahren erstmals wieder an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen. Bei SPD und Grünen wächst die Sorge um die Vertraulichkeit des Treffens.

07.02.2026 | 0:24 min

Strack-Zimmermann: Keine sensiblen Daten für AfD-Politiker

Marie-Agnes Strack-Zimmermann war bei "Lanz" grundsätzlich überrascht, dass überhaupt AfD-Politiker eingeladen wurden, "weil so wie ich die AfD im Europa-Parlament erlebe, sind sie so explizit gegen die Nato, so explizit gegen die EU, also gegen Bündnisse".

Die FDP-Politikerin betonte, bei der Sicherheitskonferenz gehe es um die Sorge beim Austausch sensibler Informationen in bestimmten Runden; sie gehe deshalb davon aus, dass dort keine AfD-Mitglieder zugelassen würden, da man befürchten müsse, diese Daten könnten in falsche Hände geraten.

... gilt als das weltweit wichtigste Treffen von Politikern und Experten zum Thema Sicherheitspolitik. Dieses Jahr findet sie vom 13. bis 15. Februar statt. Nach Angaben der Konferenzleitung haben bereits 65 Staats- und Regierungschefs zugesagt. Zu den prominentesten Gästen dürfte US-Außenminister Marco Rubio zählen. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll nach München kommen. Friedrich Merz (CDU) wird erstmals als Kanzler an der Konferenz teilnehmen.

(Quelle: dpa)


Als Beispiel nannte sie den AfD-Politiker Hans Neuhoff, der im Verteidigungsausschuss des europäischen Parlaments sitzt, "der gerade in Sotschi war, der auch gar keinen Hehl daraus macht, eng mit den Russen verknüpft zu sein". Strack-Zimmermann weiter:

Ich müsste ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, über sicherheitsrelevante Dinge zu sprechen, wenn ein solcher Mann mit am Tisch säße. Da können wir direkt die Litfaßsäule nutzen.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Politikerin

ZDF-Hauptstadtkorrespondent Andreas Kynast

Zwei Jahre durfte die AfD nicht an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen. Jetzt der Kursschwenk: Die AfD wird eingeladen.

29.12.2025 | 1:03 min

AfD hat keine klar erkennbare Linie zur Wehrpflicht

Hans-Rüdiger Lucassen, hatte sich mit seiner öffentlichen Kritik an einer Wehrpflicht-Rede von Björn Höcke parteiintern eine Missbilligung eingehandelt. Markus Lanz bemängelte in diesem Zusammenhang, die AfD verfüge über keine klar erkennbare Linie zur Wehrpflicht.

Lucassen blieb jedoch auch bei "Markus Lanz" bei seiner klaren Position: "Meine Position ist eindeutig. Ich bin für die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht. Dieses Momentum wird kommen […]. Spätestens dann, wenn die Ziele des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes nicht erreicht werden."

Über dieses Thema berichtete "Markus Lanz" am 11.02.2026 ab 23:15 Uhr.

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  1. Das Logo der Veranstaltung ist am 14.02.2025 auf einer großen Stellwand der Tagung in München zu sehen.

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  3. Übersicht über den Saal im Hotel Bayrischer Hof in dem die Münchner Sicherheitskonferenz statt findet. (Archiv)

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