Spannungen in der Golfregion:Druck auf Iran: Kiesewetter rechnet mit US-Eingreifen
Der Druck der USA auf Iran wächst spürbar. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter erklärt, warum er eine militärische Zuspitzung in der Golfregion für möglich hält.
Das Gespräch mit Roderich Kiesewetter im Video.
02.02.2026 | 5:23 minInmitten wachsender Kriegssorgen in der Golfregion hält der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter ein Eingreifen der USA in Iran für wahrscheinlich, sollte die Führung in Teheran nicht einlenken. Zum einen erkenne Iran das Existenzrecht Israels nicht an, zum anderen unterhalte das Land Terrorgruppen im Ausland und setze sein ballistisches Nuklearprogramm fort.
"Diese Mischung ist international im Golf nicht erträglich", erklärt Kiesewetter im ZDF-Morgenmagazin und ergänzt:
Deshalb werden wir mit einem Eingreifen rechnen müssen.
Roderich Kiesewetter, CDU-Außenpolitiker
Zu welchem Zeitpunkt genau mit einem US-Angriff gerechnet werden könne, sagt Kiesewetter nicht. Es sei schwer zu sagen, wie sich US-Präsident Donald Trump entscheiden und wie er auf Verhandlungsangebote Irans reagieren werde.
Mit verstärkter Marinepräsenz im Nahen Osten will Trump die Führung in Teheran an den Verhandlungstisch zwingen. Im Fokus ist vor allem das iranische Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen.
02.02.2026 | 2:22 minDrohungen Chameneis laut Kiesewetter erwartbar
Die jüngste Drohung des geistlichen Oberhauptes Ajatollah Ali Chamenei, wonach es einen "regionalen Krieg" im Falle eines Eingreifens der USA geben werde, bezeichnet Kiesewetter als erwartbar. "Das ist eine Drohung, die die iranische Führung macht, weil sie an ihrem Ende steht", sagte er. Sie sei gezwungen zu drohen, "um das Angstpotenzial zu fördern".
Entscheidend sei, dass Iran einlenke, so der CDU-Außenpolitiker. Werde das Staatsregime das nicht tun, "dann wird Israel gemeinsam mit den USA gegen den Iran vorgehen".
Das kann eine Frage von Wochen sein.
Roderich Kiesewetter, CDU-Außenpolitiker
USA erhöhen Präsenz in Golfregion
Die USA haben in der Golfregion eine große Militärpräsenz aufgebaut - auch zum Schutz ihrer Truppen und Verbündeten. Auslöser der aktuellen Krise sind die brutale Niederschlagung von Massenprotesten in Iran sowie der Streit über das Atom- und Raketenprogramm der Islamischen Republik.
"Straßenproteste allein können dem Regime nicht gefährlich werden", so ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa zur Lage im Iran. "Gefährlicher aus Sicht des Regimes sind die außenpolitischen Entwicklungen."
02.02.2026 | 2:47 minTrump verlangt von Iran, auf eine Urananreicherung vollständig zu verzichten. Außerdem fordern die USA, dass Iran die Reichweite seiner ballistischen Raketen begrenzt.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Freitag erklärt, sein Land sei sowohl für Verhandlungen als auch für Krieg bereit. Verteidigungsstrategien und Raketensysteme würden jedoch niemals Gegenstand von Verhandlungen sein. Für die politische Führung in Teheran gelten Fragen der Verteidigung schon lange als rote Linie bei Verhandlungen.
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