Explosionen sorgen für Unruhe:Iran versetzt Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft
Nach neuen Drohungen von US-Präsident Trump hat Iran seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Zugleich gab es Explosionen in mehreren Städten des Landes.
Diese Woche sind US-Flugzeugträger im Nahen Osten eingetroffen: Präsident Trump erhöht den Druck auf Teheran
28.01.2026 | 2:39 minNach den Angriffsdrohungen von US-Präsident Donald Trump hat Iran seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die Streitkräfte seien "in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft", teilte Armeechef Amir Hatami laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit. Zugleich warnte Hatami die USA am Samstag vor einem "Fehler", mit dem sie ihre eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des "zionistischen Regimes" gefährden würden. Teheran nutzt diesen Begriff für Israel.
Trump hatte zuvor erneut mit US-Militärangriffen gegen Iran gedroht, falls sich Teheran einem neuen Atomabkommen verweigere. Der US-Präsident verwies dabei auf US-Kriegsschiffe, die er in Richtung Iran geschickt habe. "Wir haben eine große Armada, Flotte, nennen Sie es wie sie wollen, die gerade Kurs auf den Iran nimmt", sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Ob er einen ähnlichen Militäreinsatz wie Anfang Januar in Venezuela plane, ließ Trump offen.
Trump hat Iran Frist für neues Atomabkommen gesetzt
Zugleich zeigte sich Trump überzeugt, dass Teheran am Ende einem Abkommen über das umstrittene iranische Atomprogramm zustimmen werde. "Ich kann eines sagen, sie wollen einen Deal vereinbaren", sagte er. Eine Frist für ein Abkommen habe er gesetzt, wann diese auslaufe, wisse jedoch nur Iran.
Kurz zuvor hatte sich Teheran zu einer Wiederaufnahme von Gesprächen über sein Atomprogramm bereit erklärt. Diese müssten "fair und auf Augenhöhe" stattfinden und dürften keine Debatten über Raketenbestände oder Verteidigungskapazitäten beinhalten, erklärte Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Besuch in Istanbul. Konkrete Pläne für neue Gespräche mit den USA gebe es bislang aber nicht.
Die USA verlegen Militär und Flugzeuge in den Nahen Osten, offenbar als Reaktion auf die Lage im Iran. Welche Pläne verfolgt Washington? Dazu ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
29.01.2026 | 1:32 minExplosionen befeuern Sorgen vor Eskalation
Inmitten der verschärften Spannungen kam es am Samstag zu mehreren Explosionen in Iran. In der Hafenmetropole Bandar Abbas am Persischen Golf wurde bei einer Explosion nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim eine Person getötet und 14 weitere verletzt. Das Staatsfernsehen berichtete von großen Zerstörungen in einem mehrstöckigen Gebäude. Mehrere Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden.
Augenzeugen meldeten zudem eine Explosion mit aufsteigendem Rauch nahe der Hauptstadt Teheran. Einem Behördenvertreter zufolge war dort jedoch lediglich Schilf an einem Fluss in Brand geraten. In der Stadt Ahwas im Südwesten des Landes habe es nach Angaben des Online-Portals "Nur News" eine Gasexplosion gegeben, bei der vier Menschen ums Leben gekommen seien.
Aufnahmen mehrerer Rauchsäulen in Iran
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Revolutionsgarden dementierten Gerüchte
Die Revolutionsgarden dementierten im Internet kursierende Gerüchte, wonach Gebäude ihrer Marine-Einheiten oder der Kommandeur der IRGC-Marine Ziel eines Anschlags gewesen seien. Auch Spekulationen über Angriffe wurden zurückgewiesen.
Die EU-Staaten haben die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft. Grund sei die Tötung Tausender regierungskritischer Demonstranten in Iran.
30.01.2026 | 2:36 minMehrere Stunden nach der Explosion in Bandar Abbas erklärte der Chef der örtlichen Feuerwehr im Staatsfernsehen, die Ursache sei ein Gasleck gewesen. In dem beschädigten Gebäude habe sich Gas angesammelt und sei explodiert. Zwei Etagen des Hauses sowie mehrere Autos und Geschäfte seien zerstört worden.
Hintergrund der wachsenden Spannungen sind auch militärische Manöver: In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland teilnehmen sollen. Die USA hatten zuvor eine Flotte samt Flugzeugträger in die Region verlegt.
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