Nach Protesten gegen Regime:Exekutionen gestoppt? Iran widerspricht Trump
Irans Justiz dementiert Aussagen von US-Präsident Trump zu angeblich gestoppten Exekutionen von Demonstranten. International wächst die Sorge vor einer militärischen Eskalation.
Die Beheshti-Moschee im iranischen Teheran, die während der jüngsten öffentlichen Proteste beschädigt wurde.
Quelle: AFPIrans Justiz hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump dementiert, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden sei. Der staatliche Rundfunk zitierte Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi-Asad:
Diese Behauptung ist völlig falsch. Weder existiert eine solche Zahl noch hat die Justiz eine derartige Entscheidung getroffen.
Mohammed Mowahedi-Asad, Generalstaatsanwalt
Trump hatte vor einer Woche gesagt, ein Militärangriff auf die Führung der Islamischen Republik sei ausgeblieben, weil die Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Während der Protestwelle gegen die autoritäre Regierung hatte er den Demonstranten wiederholt seine Unterstützung zugesichert und rote Linien für die Führung in Teheran gezogen - bisher ohne Konsequenzen.
Nach Berichten über die Verlegung des Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" in den Nahen Osten betont Washington, man beobachte Iran genau - auch wegen des harten Vorgehens gegen Demonstrierende.
23.01.2026 | 0:35 minTrump: "Riesige Flotte" auf dem Weg Richtung Iran
Unterdessen steigt wieder die Sorge vor einem Krieg: Trump teilte am Donnerstag mit, eine "riesige Flotte" sei auf dem Weg in die Gewässer nahe Iran. Zuvor hatten US-Medien über die Verlegung des Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" und begleitender Schiffe berichtet.
Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, warnte daraufhin vor einem Angriff: Die Streitkräfte stünden bereit "mit dem Finger am Abzug".
Wie fest sitzt das Mullah-Regime in Iran noch im Sattel? Die Demonstranten scheinen nach den unerbittlichen Gewaltexzessen der Sicherheitskräfte eingeschüchtert. Die Verunsicherung ist groß.
21.01.2026 | 13:03 minTürk warnt vor militärischer Eskalation
Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf warnte der Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, vor einer militärischen Eskalation.
Aggressive Rhetorik und Drohungen sind äußerst kontraproduktiv.
Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte
Dass jemand für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werde, könne nicht "durch militärische Gewalt aus dem Iran oder von außerhalb" erreicht werden, sagte er.
Iranische Journalisten kritisieren Internetsperre
Seit mehr als zwei Wochen ist die Bevölkerung in Iran weitgehend vom Internet abgeschnitten. Am Donnerstag und Freitag konnten einige Nutzer erstmals wieder Nachrichten über Messenger verschicken. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Freitag weiterhin nur minimalen Datenverkehr im iranischen Internet. Einwohner der Hauptstadt Teheran berichteten telefonisch von der weit verbreiteten Sorge vor neuen Angriffen - sei es durch Israel oder die USA.
Bei den Protesten gegen das iranische Regime reichen die Schätzungen der Todesopfer bis zu 17.000. "Es ist ein point of no return", sagt Fathollah‑Nejad, Direktor des Center for Middle East and Global Order (CMEG).
19.01.2026 | 7:04 minAktivisten verifizieren mindestens 5.000 Tote bei Protesten
Die Proteste in Iran wurden Ende Dezember zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik.
Iranische Menschen bei einem der jüngsten Proteste in Teheran.
Quelle: APDer Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor und schlug sie nieder. Inzwischen sind die Demonstrationen völlig verstummt.
Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA verifizierte nach eigenen Angaben inzwischen 5.002 Tote, darunter 4.714 Demonstranten, 207 Staatskräfte, 42 Minderjährige und 39 Unbeteiligte. Weitere 9.787 Todesfälle würden untersucht. Zudem seien rund 26.800 Menschen festgenommen worden, hieß es in dem Bericht bei HRANA. Nach offizieller staatlicher Darstellung gab es bei den Aufständen 3.117 Tote.
Mehr zur Lage in Iran
Nach Protesten gegen Regime:Exekutionen gestoppt? Iran widerspricht Trump
US-Präsident erhöht Druck auf Regime:Trump: "Riesige Flotte" ist unterwegs in Richtung Iran
mit Video0:35Warnung an Iran:USA verstärken Militärpräsenz
Video0:35