Wadephul zu Iran und USA: Diese Rolle soll Europa jetzt spielen

Interview

Bundeswehr in Straße von Hormus?:Wadephul: Diese Rolle soll Europa beim Iran-Abkommen spielen

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Der Krieg zwischen Iran und den USA könnte eine Wendung genommen haben. Doch für einen Einsatz der Bundeswehr sind laut Außenminister Johann Wadephul noch zu viele Fragen offen.

Johann Wadephul im Schaltgespräch

"Die Absicht ist, weiter zu verhandeln. Das ist gut", so Außenminister Wadephul (CDU). Die Straße von Hormus müsse frei werden. Dabei sei Deutschland prinzipiell bereit zu helfen.

15.06.2026 | 5:21 min

Nimmt der Iran-Krieg nun tatsächlich sein Ende? Am Freitag wollen die Konfliktparteien ein Rahmenabkommen unterzeichnen. "Es ist ein erster, guter Schritt", meint Außenminister Johann Wadephul (CDU) im ZDF heute journal. Doch der Minister betont, dass es sich um eine Absichtserklärung handele.

Wadephul lobt, dass Iran und die USA einen nächsten Schritt in ihren Verhandlungen gingen - denn die Alternative seien andauernde Kämpfe gewesen. "Und das kann ja niemand wollen", so Wadephul.

Ein weiterer Fortschritt sei, dass beide Seiten nun direkt verhandeln wollten, statt über Dritte wie Pakistan miteinander zu sprechen. Doch zu Spekulationen rund um den Inhalt des Rahmenabkommens will sich der Außenminister zurückhalten.

Sehen Sie das Interview mit Johann Wadephul oben in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen.

Wadephul: Es muss um das Nuklearprogramm gehen

Er wisse nicht, was das Regime in Teheran und der US-Präsident konkret miteinander besprochen hätten, so der Außenminister. Deutschland würde genauso wie alle anderen auf die Veröffentlichung der Absichtserklärung nach ihrer Unterzeichnung am Freitag schauen.

Es muss natürlich um das Nuklearprogramm gehen.

Johann Wadephul (CDU), Außenminister

Klar sei, dass Iran keine Atommacht werden dürfe. Auch die Europäer spielten bei diesen Verhandlungen eine Rolle, so Wadephul - immerhin seien auch sie für Teile der Sanktionen gegen das Regime verantwortlich.

 Öltanker liegen in der Straße von Hormuz vor Bandar Abbas, Iran, vor Anker.

Deutschland und die europäischen Partner zeigten vor der Einigung mit dem Iran Bereitschaft, nach dem Ende der Kämpfe die Straße von Hormus wieder zugänglich zu machen und Sanktionen zu lockern.

15.06.2026 | 2:16 min

Wadephul: Iran sollte Angriffe auf Israel unterbinden

Über die große Nuklearfrage - und Weiteres - wollen Iran und die USA innerhalb von 60 Tagen verhandeln. "Die 60 Tage sind eine knappe Zeit", meint Wadephul - "aber man kann über diese Fragen sprechen." Immerhin gäbe es viele internationale Experten, die sich mit technischer und rechtlicher Expertise einbringen könnten.

Wenn eine Vereinbarung zwischen den USA und Iran tatsächlich folgen sollte, könnte das die ganze Region sicherer machen. Der Außenminister hofft, dass Iran seine Verbündeten von Angriffen auf Israel oder auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus abhalten könnte.

SGS Hayali Thevessen

Bei der USA-Iran-Vereinbarung gehe es darum, die Gefahr für Irans Nachbarn zu minimieren, so ZDF-Korrespondent Theveßen in Évian. Aber einen "Regime-Wechsel wird es nicht geben".

15.06.2026 | 2:50 min

Bundeswehrschiffe an der Straße von Hormus?

Doch welche Rolle könnte die Bundeswehr dabei spielen? Die Bundesregierung erwägt, mit Bundeswehr-Schiffen die Meerenge von Hormus zu sichern. Dafür ist allerdings ein Bundeswehrmandat nötig.

"Natürlich muss die Meerenge frei werden", so der Außenminister. Schließlich sei die Situation auf der Straße von Hormus eine weltweite Angelegenheit. Die Minen im Untergrund der Wirtschaftsstraße müssten beseitigt werden, dafür hätten andere Länder bereits ihre Bereitschaft erklärt. "Prinzipiell Deutschland auch", so Wadephul.

Aber zunächst müsse klar sein, ob die Kämpfe in der Region tatsächlich beendet seien, danach müssten völkerrechtliche Fragen geklärt werden. Erst dann folge ein offizielles Mandat für die Bundeswehr. "So weit sind wir noch nicht", meint Wadephul. Deutschland sei vorbereitet und bereit, doch zum jetzigen Zeitpunkt seien noch zu viele Fragen offen.

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Über dieses Thema berichtete das heute journal am 15.06.2026 ab 21:45 Uhr.

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