Straße von Hormus, Sanktionen, Libanon:Was über das Abkommen zwischen den USA und Iran bekannt ist
Die USA und Iran haben sich auf ein Abkommen zum Ende des Krieges geeinigt. Doch entscheidende Details zur Vereinbarung sind noch unklar. Was bisher bekannt ist.
Nach langem Ringen erzielen die USA und Iran ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts. Die Straße von Hormus soll geöffnet werden.
15.06.2026 | 2:38 minNachdem die USA und Iran die Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Iran-Kriegs bekannt gegeben haben, sind viele Einzelheiten noch unklar. Laut dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi sollen Details erst nach der Unterzeichnung verkündet werden, die für Freitag im schweizerischen Genf geplant ist.
Einiges geht jedoch unter anderem aus Berichten iranischer Medien über die 14-Punkte-Vereinbarung hervor. Was ist bereits über das Abkommen bekannt? Ein Überblick.
Wird die Straße von Hormus wieder freigegeben?
US-Präsident Donald Trump schrieb bei der Bekanntgabe der Einigung in seinem Onlinedienst Truth Social zunächst, die strategisch und wirtschaftlich bedeutende Straße von Hormus werde "abgabenfrei" wieder für die Schifffahrt freigegeben. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete, Iran werde die Seestraße "binnen 30 Tagen gemäß iranischen Regelungen" wieder öffnen.
Die Absichtserklärung von den USA und Iran sei ein "sehr, sehr kleiner Schritt", sagt Nahost-Experte Bruchmann bei ZDFheute live. Viele Details seien noch offen, ein Frieden noch nicht sicher.
15.06.2026 | 12:17 minStraße von Hormus: Wird Iran eine Maut einfordern?
Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete später, Teheran habe im letzten Augenblick die Erhebung von Gebühren für "maritime Dienstleistungen" in das Rahmenabkommen hinzugefügt. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai bestätigte die Angaben. Es handele sich um Gebühren für "Umweltschutz, Schiffsversicherungen und andere notwendige Dienstleistungen".
Am Freitag hatte bereits Außenminister Araghtschi gesagt, das Erheben einer Maut sei nach internationalem Recht nicht zulässig, Iran werde jedoch Dienstleistungsgebühren verlangen. Die Verwaltung der Straße von Hormus werde "nicht mehr so sein wie zuvor", fügte Araghtschi hinzu.
Beim G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains wird der Iran-Krieg "ein großes Thema sein", sagt ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Diana Zimmermann.
15.06.2026 | 1:07 minWerden die US-Sanktionen gegen Iran aufgehoben?
Der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge sieht die Übereinkunft die Freigabe von 24 Milliarden Dollar (knapp 21 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten während einer 60-tägigen Verhandlungsphase vor. Die Hälfte des Betrags soll demnach bereitgestellt werden, bevor die Gespräche beginnen.
Der Entwurf sieht laut Mehr ein Aussetzen der Sanktionen gegen den Verkauf von iranischem Öl und Ölerzeugnissen vor. Demnach würden die USA die Blockade iranischer Häfen und Küsten aufheben und ihre Streitkräfte aus der Umgebung Irans "zurückziehen".
Das iranische Regime wie auch die US-Regierung stellen sich nach ihrer Absichtserklärung als Gewinner dar. Es gebe aber auch Stimmen gegen die Erklärung, berichtet ZDF-Reporter Carsten Rüger.
15.06.2026 | 6:05 minWas bedeutet das Abkommen für den Libanon?
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr sieht die Vereinbarung ein "dauerhaftes und sofortiges Ende des Krieges an allen Fronten, einschließlich des Libanon" vor.
Unklar ist bislang, ob in dem Abkommen auch Teherans Unterstützung für israelfeindliche Gruppen berücksichtigt wird, die unter dem Begriff "Achse des Widerstands" zusammengefasst werden, ein zentrales Anliegen Israels. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr wurde das Thema "endgültig von der Agenda gestrichen".
Wenn der kursierende 14-Punkte-Plan wirklich stimmt, hat sich Iran in vielen Punkten durchgesetzt, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
15.06.2026 | 8:29 minWas soll mit Irans hochangereichertem Uran passieren?
Irans Außenminister Araghtschi sagte am Freitag, Teheran wolle die Vorräte an hochangereichertem Uran bevorzugt "innerhalb Irans" abschwächen.
Am Montag berichtete die "New York Times", laut US-Präsident Trump werde darüber verhandelt, ob Iran seine Anreicherung für 20 Jahre aussetzen werde. Gleichzeitig deutete Trump demnach an, dass er auch mit einer 15-jährigen Aussetzung einverstanden sein könnte.
Trump versuche unbedingt, ein Abkommen zu erreichen, sagt Ex-UN-Botschafter Heusgen. Das nütze Iran. Der von Trump angerichtete "Schlamassel" sei noch nicht beendet.
14.06.2026 | 5:57 minWelche Themen stehen noch auf der Agenda?
Das vereinbarte Rahmenabkommen soll als Grundlage für Verhandlungen über zentrale Streitpunkte wie das iranische Atomprogramm dienen. Die Gespräche sind für 60 Tage angesetzt. In diesem Zeitraum sollen Themen wie die iranischen Aktivitäten zur Uran-Anreicherung, Irans Vorrat an hochangereichertem Uran sowie langjährige US- und UN-Sanktionen verhandelt werden.
Ein weiteres Thema der Gespräche soll "der Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung" Irans nach dem Krieg sein, wie Vizeaußenminister Gharibabadi bekanntgab.
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