Rückkehr zur Atomkraft? Spahn: "Debatte müssen wir führen"

Unionsfraktionschef für Prüfung:Rückkehr zur Atomkraft? Spahn: "Debatte müssen wir führen"

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2023 war Deutschland aus der Atomenergie ausgestiegen. Jens Spahn spricht sich nun für eine Prüfung stillgelegter Reaktoren aus. Der Kanzler hatte das zuletzt ausgeschlossen.

Jens Spahn spricht vor Beginn der Fraktionssitzung im Bundestag.

Unionsfraktionschef Spahn fordert den Wiedereinstieg in die Atomkraft.

16.04.2026 | 0:23 min

Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat sich für eine erneute Debatte über einen Wiedereinstieg in die Atomkraft und die Reaktivierung der zuletzt abgeschalteten Reaktoren ausgesprochen. Wie die "Rheinische Post" berichtet, sagte Spahn am Mittwochabend vor einem Innovationskongress der Unionsfraktion: "Es gibt Studien, die sagen, dass die stillgelegten Reaktoren der letzten Jahre mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten." Spahn ergänzte:

Ich finde jedenfalls, diese Debatte müssen wir gesellschaftlich führen.

Jens Spahn, Unionsfraktionschef

Erste Castor-Behälter mit radioaktivem Material verließen das Gelände des stillgelegten Versuchsreaktors in Jülich in Richtung Zwischenlager Ahaus.

Die Endlagersuche verzögert sich: Die Regierung will das Zieldatum 2031 streichen. Bis zur Lösung unter Tage bleibt der Atommüll ein riskantes Provisorium in oberirdischen Hallen.

15.04.2026 | 2:54 min

Merz nannte Atomausstieg "irreversibel"

In anderen Staaten würden "30, 40, 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen. Wir könnten mit deutlich weniger unsere gerade abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz bringen. Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert", betonte Spahn.

Mitte März hatte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Abkehr vom Atomausstieg gefordert und angekündigt, den Bau moderner Mini-Atomkraftwerke im Freistaat zu planen. Der CSU-Chef stellte sich damit gegen die Linie von Kanzler Friedrich Merz (CDU), der den Atomausstieg jüngst als "irreversibel" bezeichnet hatte.

Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Söder hat sich ebenfalls für die Abkehr aus dem Atomausstieg ausgesprochen.

15.03.2026 | 0:18 min

Atomausstieg unter Merkel beschlossen

Der Ausstieg aus der Atomenergie war unter der CDU-geführten Bundesregierung von Angela Merkel nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 beschlossen worden. Im Jahr 2023 wurden die letzten Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet.

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07.03.2024, Nordrhein-Westfalen, Ahaus: Auf einem Schild in der östlichen Lagerhalle, wo hochradioaktive gelbe CASTOR Behälter vom Typ THTR und blaue vom Typ CASTOR V/19, die aus Atomkraftwerken in Ahaus zwischengelagert werden, steht: „Kontrollbereich - Vorsicht Strahlung“.
Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Spahn: Wiedereinstieg in Atomkraft-Debatte" am 16.04.2026 um 09:37 Uhr.

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