Auswirkungen des Iran-Kriegs:Klingbeil rechnet mit anhaltendem "Energiepreisschock"
Die Preissprünge bei Öl und Gas infolge des Iran-Kriegs sind auch in Deutschland weiterhin zu spüren. Vizekanzler Klingbeil geht davon aus, dass die Lage "äußerst fragil bleibt".
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil brach am Dienstag nach Washington auf. (Archivbild)
Quelle: epaDie Belastungen durch die hohen Energiepreise werden laut Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vermutlich nicht schnell überwunden werden können. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Energiepreisschock durch den Iran-Krieg anhält und die Lage äußerst fragil bleibt", sagte der SPD-Chef am Dienstag in Berlin vor seinem Abflug zur Frühjahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Die Tagung dürfte ganz im Zeichen des Krieges stehen.
Deshalb werde ich mich mit Finanzministern aus aller Welt und internationalen Organisationen aus aller Welt auch darüber austauschen, welche Maßnahmen am besten geeignet sind, um unsere Wirtschaft und die Märkte zu stabilisieren.
Lars Klingbeil, Vizekanzler
Außerdem müssten besonders stark betroffene Personen und Unternehmen gezielt unterstützt werden.
Finanzminister Klingbeil (SPD) will in der aktuellen Krise die Tankpreise senken und ungerechtfertigte Gewinne der Mineralölkonzerne kartellrechtlich stärker verfolgen.
13.04.2026 | 7:09 minKlingbeil: Verlässliche Hilfe für die Ukraine nötig
"Dass die Welt jetzt auf den Nahen Osten schaut, darf nicht dazu führen, dass die Ukraine in Vergessenheit gerät", ergänzte Klingbeil, der auch Vizekanzler ist. Die von Russland angegriffene Ukraine brauche langfristige Planungssicherheit und Perspektiven für den Wiederaufbau.
Deutschland ist und bleibt der größte Unterstützer der Ukraine in Europa.
Lars Klingbeil (SPD), Vizekanzler
Deutschland und die Ukraine haben eine noch strategischere Partnerschaft vereinbart. Merz drängt zudem auf die Freigabe des von Ungarn bislang blockierten 90-Milliarden-Kredits.
14.04.2026 | 2:59 minDie finanzielle Unterstützung müsse verlässlich bleiben. "Mein norwegischer Amtskollege Jens Stoltenberg und ich haben daher die größten Geberländer zu einem Treffen in Washington eingeladen." Dies soll am Donnerstag stattfinden.
Am Dienstag hatten Deutschland und die Ukraine in Berlin bei ihren ersten Regierungskonsultationen seit mehr als 20 Jahren den Ausbau ihrer Beziehungen zu einer "strategischen Partnerschaft" vereinbart.
Das geplante sogenannte Entlastungspaket der Regierung wird schon jetzt von Unternehmen als Belastung kritisiert. Sie fordern klare Perspektiven und langfristige Reformen.
15.04.2026 | 2:42 minLänder des "Globalen Südens" besonders getroffen
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) sagte, besonders Länder des "Globalen Südens" wie Sudan oder Somalia kämpften mit den Folgen des Nahost-Krieges. "Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und pflanzliche Öle werden für viele dort unbezahlbar und fehlender Dünger gefährdet bereits die nächste Ernte."
Der Krieg hat die Energiepreise bereits sprunghaft nach oben getrieben. Experten erwarten auch bei Lebensmitteln deutliche Anstiege.
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