Angst vor Inflation:Verbraucher fürchten weitere Preisanstiege
Der Ölpreissprung infolge des US-Iran-Konflikts hat das Leben in Deutschland verteuert. Viele Haushalte haben kaum noch Rücklagen, um höhere Kosten abzufedern.
Die Inflation in Deutschland ist auf dem höchsten Stand seit Januar 2024. Im März stieg sie auf 2,7 Prozent. Hintergrund sind vor allem die stark gestiegenen Energiepreise durch den Iran-Krieg.
10.04.2026 | 0:20 minDie Sorgen vor weiteren Preisanstiegen sind angesichts des jüngsten Ölpreisschocks groß unter Deutschlands Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der 1.000 Teilnehmer einer Befragung für die Auskunftei Schufa aus dem März haben nach eigenen Angaben Angst, dass Preise allgemein anziehen werden. Fast ebenso viele (76 Prozent) fürchten, dass Strom und Sprit noch teurer werden.
Die Preise an deutschen Tankstellen bleiben hoch – und die Ölkonzerne verdienen kräftig mit. Denn in Deutschland haben wenige Großkonzerne eine große Marktmacht, etwa im Bereich der Raffinerien.
14.04.2026 | 8:38 minEnergiepreise treiben Inflation nach oben
Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate im März mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024. Zum Vergleich: Im Februar hatten die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
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Erstmals seit Dezember 2023 verteuerte sich Energie - und zwar kräftig: Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im März um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, insbesondere für Kraftstoffe und Heizöl mussten die Menschen deutlich mehr zahlen.
Die Bundesregierung senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um je 17 Cent – befristet auf zwei Monate. Arbeitgeber können eine steuerfreie Prämie von 1.000 Euro zahlen.
13.04.2026 | 2:42 minDie Bundesregierung versucht, gegenzusteuern und gab Anfang dieser Woche bekannt, die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken.
Rücklagen vieler Haushalte aufgebraucht
Für viele Menschen wird es eng: Nur rund ein Fünftel (22 Prozent) der Haushalte hat der Umfrage zufolge nach eigener Einschätzung noch genügend Rücklagen, um steigende Lebenshaltungskosten abzufedern. Gut ein Drittel (36 Prozent) fürchtet, dass die finanziellen Polster nicht ausreichen werden. 16 Prozent haben ihre Rücklagen bereits aufgebraucht, 22 Prozent haben keine gehabt.
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"Die Menschen bekommen die Krise über höhere Preise direkt beim Einkaufen und Tanken zu spüren - vor allem die unteren Einkommensgruppen haben keine Rücklagen mehr, um dies abzufedern", ordnete die Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz die Ergebnisse der Umfrage ein.
Mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise hat die Bundesregierung ein Entlastungspaket beschlossen. ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann ordnet ein, wie die Maßnahmen wirken könnten.
13.04.2026 | 1:17 minDie Schufa führt regelmäßig Verbraucher-Umfragen durch. Für die jüngste Auflage ließ die Auskunftei zunächst Ende Februar 1.000 Menschen befragen. Nach Beginn des Iran-Krieges wurde die Befragung im März wiederholt.
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