Ifo-Index sinkt: Iran-Krieg belastet deutsche Wirtschaft

Ifo-Index im Sinkflug:"Iran-Krieg beendet vorerst Hoffnung auf Aufschwung"

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Die Stimmung in den Chefetagen kippt: Der Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt auf den tiefsten Stand seit Februar 2025. Der Iran-Krieg dämpft die Konjunkturaussichten.

Großbaustelle Wohnungsbau, aufgenommen am 03.09.2025

Am Bau verschlechterten sich die Aussichten so deutlich wie seit Beginn des Ukraine-Kriegs nicht mehr (Archivfoto).

Quelle: SVEN SIMON

Der Iran-Krieg drückt die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen deutlich. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 86,4 Punkte, nach 88,4 Zählern im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Führungskräften mitteilte. Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2025.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 86,1 Punkte gerechnet. Die Firmen blickten ähnlich skeptisch wie zuletzt auf ihre aktuelle Lage, bewerteten ihre Aussichten aber spürbar schlechter.

Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung.

Clemens Fuest, Ifo-Präsident

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"Krieg im Iran bremst die deutsche Konjunktur aus"

Im laufenden ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt bestenfalls um 0,1 Prozent wachsen, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. "Der Krieg im Iran bremst die deutsche Konjunktur aus", erklärte er im Reuters-Interview. Vor allem die energieintensive Industrie mit Branchen wie Chemie und Kunststoffen rechne mit höheren Preisen.

Den Ifo-Rückgang hatten die meisten Fachleute erwartet. "Das kommt angesichts der Eskalation am Golf mit dem scharfen Anstieg der Energiepreise nicht überraschend", sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg.

Die Fortsetzung des verhaltenen Aufschwungs in der deutschen Industrie ist damit erst einmal vom Tisch.

Jens-Oliver Niklasch, Landesbank Baden-Württemberg

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Sorge vor Inflation und Lieferengpässen

Der Einbruch der Geschäftserwartungen spiegele die berechtigten Sorgen der deutschen Unternehmen über den Nahost-Konflikt wider, sagte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. "Wenn der Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus noch ein, zwei Monate anhielten, wäre der wirtschaftliche Schaden für Deutschland deutlich spürbar."

Israel und die USA bombardieren seit dem 28. Februar Iran, der wiederum die Ölwirtschaft in mehreren Golfstaaten angreift. Das hat die Energiepreise deutlich nach oben getrieben und schürt Sorgen vor anziehender Inflation und Lieferengpässen.

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Tourismus, Logistik und Bau besonders betroffen

Dies bremst die Wirtschaft in Deutschland und der Euro-Zone. Ökonomen haben bereits ihre Prognosen für die Konjunktur 2026 in Deutschland gesenkt. Eigentlich sollten die Mehrausgaben der öffentlichen Hand für Infrastruktur und Verteidigung der Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren und einem Mini-Wachstum 2025 wieder Schwung verleihen. Je nachdem, wie lange der Nahost-Krieg dauert, dürfte die Erholung spürbar schwächer ausfallen.

ARCHIV - 27.06.2012, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Schriftzug «Wir Schliessen» steht hinter einem Rollgitter an einem geschlossenen Geschäft.

Die Pleitewelle der deutschen Wirtschaft setzt sich fort: 2025 wurden mehr als 24.000 Firmeninsolvenzen registriert – 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr, laut dem Statistischen Bundesamt.

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Der Ifo-Index trübte sich in allen untersuchten Bereichen ein - in der Industrie, bei den Dienstleistern, im Handel und am Bau. Im Service-Sektor seien die Erwartungen im März eingebrochen, sagte Ifo-Chef Fuest. "Insbesondere im Tourismus und der Logistik haben sich die Aussichten massiv verschlechtert." Am Bau verschlechterten sich die Aussichten so deutlich wie seit Beginn des Ukraine-Kriegs im März 2022 nicht mehr.

Quelle: Reuters
Über die Folgen des Iran-Kriegs auf die deutsche Wirtschaft berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt u.a. die ZDFheute Sendung am 24.03.2026 ab 19 Uhr in folgendem Beitrag: "Iran-Krieg führt zu Dünger-Engpässen."

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