EZB lässt Leitzinsen unverändert - Neue Sorgen wegen Iran-Krieg

Neue Sorgen wegen Iran-Krieg:Trotz hoher Energiepreise: EZB lässt Leitzinsen unverändert

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Trotz Sorgen wegen des Iran-Kriegs behält die Europäische Zentralbank vorerst ihren abwartenden Kurs bei: Die für Banken und Sparer wichtigen Leitzinsen bleiben bei 2,0 Prozent.

Archiv: Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB).

Laut EZB könnten die steigenden Energiepreise wegen des Iran-Kriegs die Inflation anheizen. Dennoch bleibt der Leitzins vorerst bei 2,0 Prozent.

19.03.2026 | 0:27 min

Die Europäische Zentralbank tastet die Leitzinsen vorerst nicht an - trotz Sorgen vor einer neuen Inflationswelle wegen des Iran-Kriegs. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Das ist die sechste Zinspause in Folge. Das könnte sich laut Experten aber bald ändern.

Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt. Er hat Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge.

Europäische Zentralbank

Neue Sorgen wegen Iran-Krieg

Noch vor wenigen Wochen sah sich die Notenbank in einer komfortablen Situation im Kampf gegen die Inflation, die im Februar bei 1,9 Prozent lag und damit nah am mittelfristigen EZB-Ziel von zwei Prozent. Nun hat sich die Lage schlagartig geändert. EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane warnte bereits vor den Folgen eines längeren Iran-Krieges, der die Wirtschaft bremsen und die Inflation anheizen könnte.

Eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten ist eines der wichtigsten Risikoszenarien, die von der EZB beobachtet werden.

Philip R. Lane, EZB-Chefvolkswirt

SGS Mainitz

Ein längerer Iran-Krieg könnte auch Deutschlands Wirtschaft treffen. Fachleute warnen vor schwächerem Wachstum und steigender Inflation. ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz berichtet.

13.03.2026 | 1:07 min

Die Notenbank will unbedingt verhindern, dass sie auf eine mögliche neue Preiswelle zu spät reagiert. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 stand die EZB in der Kritik, den damaligen Preisanstieg lange unterschätzt zu haben. Die Inflation im Euroraum schnellte zeitweise auf mehr als zehn Prozent nach oben.

Mit der Energiekrise stiegen damals auch die Lebensmittel- und Spritpreise in Deutschland rasant. Die Inflation kletterte 2022 auf 6,9 Prozent und lag 2023 immer noch bei 5,9 Prozent. Das kostete die Verbraucher Kaufkraft und die EZB Glaubwürdigkeit.

Hohe Gas- und Strompreise - Symbolfoto

Durch die Blockade der Straße von Hormus ziehen die Energiemärkte weltweit an. Obwohl Deutschland den Großteil seines LNG nicht aus Nahost bezieht, steigen auch hier die Preise.

16.03.2026 | 2:21 min

Folgen des Iran-Kriegs schlagen in Deutschland durch

Der Iran-Krieg hat mit steigenden Spritpreisen und teurerem Gas längst Deutschland erreicht. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung erwartet, dass die Inflation in der ersten Jahreshälfte von zuletzt knapp zwei Prozent "merklich über 2,5 Prozent" steigen wird.

Zöge sich der Krieg über Monate hin, würde der Ölpreis weiter steigen und mit ihm die Inflation in der Eurozone "schätzungsweise auf mindestens drei Prozent", glaubt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Einige Experten vermuten bereits, dass die Notenbank im Sommer die Zinsen anheben wird.

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Das Bundeskabinett hat eine Nationale Wirtschaftsschutzstrategie beschlossen, um kleine und mittlere Unternehmen besser vor Sabotage, Spionage und Diebstahl - auch im digitalen Raum - zu schützen.

19.03.2026 | 2:28 min

Sparzinsen steigen - Inflationsgefahr steigt

Für Sparer bedeutet die Inflationsgefahr Chancen und Risiken zugleich. Zwar beobachtet der Geldratgeber "Finanztip" bei Tagesgeld steigende Aktionszinsen für Neukunden: Immer mehr, oft zeitlich begrenzte Tagesgeld-Angebote lägen bei über drei Prozent.

Banken nutzen die aktuelle Phase, um sich mit befristeten Angeboten neue Einlagen zu sichern.

Geldratgeber "Finanztip"

Auch dem Vergleichsportal Verivox zufolge nimmt der Konkurrenzkampf der Banken Fahrt auf. Aktuell böten 18 Banken neuen Kunden einen Tagesgeldzins von drei Prozent oder mehr. Im Schnitt würden bundesweit verfügbare Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit mit 2,09 Prozent verzinst und Tagesgelder mit 1,3 Prozent.

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"Wahrscheinlichkeit einer Rezession steigt deutlich", so Prof. Jörg Rocholl, Präsident der Internationalen Wirtschaftshochschule ESMT Berlin. Energie sparen sei "der erste Schritt".

19.03.2026 | 4:35 min

Wegen des Iran-Kriegs und in der Folge möglicher steigender Inflation "könnten die Realzinsen allerdings schnell wieder ins Minus fallen", warnt Verivox. Erst Leitzinserhöhungen der EZB könnten dann wieder zu steigenden Sparzinsen führen.

EZB vor schwieriger Abwägung

Eine Zinsanhebung der EZB würde allerdings die Wirtschaft im Euroraum bremsen, die Prognosen zufolge in diesem Jahr ohnehin nur leicht wachsen dürfte und nun auch noch von den Folgen des Iran-Kriegs getroffen wird.

Selbst wenn die Energiepreise längerfristig höher bleiben, wäre es für die EZB schwierig, ihre Geldpolitik zu straffen, sagt Berenberg-Ökonom Felix Schmidt.

Denn in diesem Szenario würde das Wirtschaftswachstum in der Eurozone möglicherweise zwischenzeitlich zum Erliegen kommen.

Berenberg-Ökonom Felix Schmidt

Dann würde das gefürchtete Szenario einer Stagflation Realität: steigende Preise bei zugleich stagnierender Wirtschaft. Notenbanken hätten dann kaum Optionen zum Gegensteuern.

15.02.2026, Bayern, München: Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, nimmt an der 62. Münchner Sicherheitskonferenz teil.

Angeblich will EZB-Chefin Lagarde ihren Job frühzeitig abgeben. Die Französin selbst dämpfte die Spekulationen. Trotzdem werden schon eventuelle Nachfolger gehandelt, unter anderem zwei Deutsche.

20.02.2026 | 1:03 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten die ZDF heute Nachrichten am 13.03.2026 ab 17:00 Uhr, über die Entscheidung heute berichtet die heute-Sendung am 19.03.2026 ab 19:00 Uhr.

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