Inflationsrate bei 2,1 Prozent - Preistreiber Lebensmittel

2,1 Prozent zu Jahresbeginn:Lebensmittelpreise treiben Inflationsrate

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Die Preise für Nahrungsmittel haben die Inflationsrate zu Beginn des Jahres steigen lassen. Für Schokolade, Eier oder Fleischwaren müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Eine Person hält an einem Obststand am Marktplatz in Leipzig eine Pflaume und eine Einkaufstüte in der Hand.

Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Als Preistreiber gelten vor allem Schokolade, Obst und Fleisch. Olivenöl wurde hingegen billiger.

17.02.2026 | 0:25 min

Steigende Preise für Lebensmittel haben die Inflationsrate in Deutschland zum Jahresanfang in die Höhe getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Januar um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Von Dezember auf Januar erhöhten sich die Verbraucherpreise demnach um 0,1 Prozent.

"Vor allem verteuerten sich Nahrungsmittel im Januar stärker als in den vorangegangenen Monaten", sagte Behördenpräsidentin Ruth Brand. Lebensmittel legten um 2,1 Prozent zu. Im Dezember waren die Preise hier um 0,8 Prozent gestiegen.

Darüber hinaus wirkt sich der Preisauftrieb bei Dienstleistungen auch im Januar erhöhend auf die Inflationsrate aus.

Ruth Brand, Chefin des Statistischen Bundesamts

Die Preise für Dienstleistungen erhöhten sich überdurchschnittlich um 3,2 Prozent, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Seit Januar 2024 lag die Teuerung hier durchgängig oberhalb der Gesamtteuerung.

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Preisanstieg bei Schokolade, Fleisch und Obst

Stark gestiegen sind die Preise für Nahrungsmittel: Schokolade etwa kostete 21 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Obst rund sechs Prozent, Rindfleisch knapp 15 Prozent.

Günstiger hingegen wurden insbesondere Speisefette und Speiseöle. Allein Butter verbilligte sich um 33 Prozent und Olivenöl um 13,5 Prozent. Zudem verbilligten sich einige Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs wie Molkereiprodukte und Kartoffeln deutlich. Eier dagegen wurden nennenswert teurer mit einem plus von 12,5 Prozent.

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Kerninflation liegt bei 2,5 Prozent

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Januar um 1,7 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, betrug 2,5 Prozent. Diese Kenngröße verdeutliche, "dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen weiter überdurchschnittlich hoch war", teilte das Statistikamt mit.

Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate betrug im Januar 2,1 Prozent. Die EZB hat ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 achtmal auf zwei Prozent gesenkt, weil der Preisdruck nachgelassen hat. Die meisten Experten gehen davon aus, dass sie ihren Leitzins auch in den kommenden Monaten nicht verändern wird.

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Expertin: "Weitere Zinssenkung überfällig"

Die Geldpolitik-Expertin Silke Tober vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sagte hingegen:

In der aktuellen Lage ist eine weitere Zinssenkung überfällig, zumal der Euro deutlich stärker ist, als von der EZB in ihren Prognosen unterstellt.

Silke Tober, Geldpolitik-Expertin

Die EZB sollte auch wegen der angestrebten stärkeren internationalen Rolle des Euro zügig handeln. "Denn diese setzt Vertrauen in eine robuste Wirtschaft und in eine konjunkturgerechte sowie proaktive Geldpolitik voraus", fügte Tober hinzu.

Quelle: Reuters, AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Inflation steigt auf 2,1 Prozent" am 17.02.2026 um 11:02 Uhr.

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