Söder, Hagel, Rhein und der Länderfinanzausgleich

Analyse

Neue Allianz der Süd-Länder:Two and a Half Löwen

Johannes Lieber

von Johannes Lieber

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Markus Söder, Boris Rhein und Manuel Hagel haben heute die "Drei-Löwen-Allianz" gegründet. Ein erstes Opfer haben sie sich schon ausgesucht: den Länderfinanzausgleich.

Markus Söder (r-l, CSU), Ministerpräsident von Bayern, Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU in Baden Württemberg, und Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, nehmen an der Pressekonferenz der sogenannten «Drei-Löwen-Allianz» im Haus der Bundespressekonferenz teil.

Die Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Boris Rhein (CDU) und der CDU-Spitzenkandidat von Baden-Württemberg Manuel Hagel wollen gemeinsam gegen den Länderfinanzausgleich vorgehen.

30.01.2026 | 0:29 min

Zwei Ministerpräsidenten und einer, der es gerne werden will, haben heute in Berlin eine neue Allianz verkündet. In Zukunft wollen die Bundesländer Bayern, Hessen und Baden-Württemberg - alle mit mindestens einem Löwen im Wappen - enger zusammenarbeiten.

Eine "Koalition des gesunden Menschenverstands", die auf "engem Vertrauen zueinander" beruhe, wie der CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg Manuel Hagel betonte.

Mögliche Wahlkampfhilfe für Hagel

Einen Haken hat die Allianz allerdings noch. Hagel kann noch gar nichts entscheiden. In den Umfragen für die Landtagswahl in seinem Bundesland führt er zwar, zuletzt konnten aber die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir aufholen.

Auch wenn Junior-Löwe Hagel schon gemeinsame Kabinettssitzungen der drei Bundesländer vorschweben, ob er auch wirklich als Ministerpräsident daran teilnehmen wird, ist alles andere als sicher. Immerhin durfte er sich zwischen dem hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein (CDU) und seinem bayerischen Pendant Markus Söder (CSU) schon als einer fühlen.

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Die Vermutung liegt nahe, dass es hier nicht nur um eine stärkere Allianz der Süd-Länder, sondern auch um Wahlkampfunterstützung für Manuel Hagel ging.

Drei Löwen gegen den Länderfinanzausgleich

Einen gemeinsamen Feind haben sich die drei Löwen schon ausgeguckt. Alle drei gehören als finanzstarke Bundesländer zu den "Geberländern" im Länderfinanzausgleich. Einem Mechanismus, der die Einnahmen aus der Umsatzsteuer zwischen den Ländern verteilt.

2024 mussten Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und auch Hamburg auf Steuereinnahmen verzichten, die vom Bund auf die restlichen 12 Bundesländer verteilt wurden. Am stärksten davon betroffen war Bayern, das auf rund 9,8 Milliarden Euro verzichten musste.

Größter "Geber" ist aber der Bund selbst, der nochmal knapp 10 Milliarden Euro an die Länder mit weniger Einnahmen verteilt. In allen Ländern sollen so öffentliche Aufgaben wie Justiz, Bildung und Sicherheit gewährleistet werden.

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Auch Zusammenlegung von Bundesländern möglich

Besonders Markus Söder ist dieser Mechanismus schon länger ein Dorn im Auge. Gemeinsam mit Rhein und Hagel will er jetzt darauf drängen, eine Föderalismuskommission einzusetzen, die sich diesem "Ungleichgewicht" annimmt.

Der Länderfinanzausgleich ist unfair, er ist ungerecht und im Grunde genommen das Bürgergeld unter den Finanzsystemen.

Markus Söder, Ministerpräsident Bayern

Auch über eine Zusammenlegung von Bundesländern solle eine solche Kommission beraten. Die Idee, die Markus Söder ursprünglich geäußert hatte, lege "den Finger in die Wunde", so der hessische Ministerpräsident Rhein. Der Vorschlag von Söder sei "sehr ernstzunehmen".

Erbschaftssteuer: Klare Absage an SPD-Vorschlag

Einem anderen Vorschlag aus der SPD erteilten alle drei Löwen eine klare Absage. Die Sozialdemokraten hatten zu Beginn des Jahres einen Vorschlag für eine Reform der Erbschaftssteuer gemacht, die auch Unternehmenserben stärker in die Pflicht nehmen würde.

Ich will das mal sehr deutlich sagen. Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer ist Gift, ist Gift für die Wirtschaft, ist Gift für den Mittelstand.

Manuel Hagel, CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg

Im Laufe dieses Jahres wird ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts erwartet, das eine Reform der Erbschaftssteuer notwendig machen könnte. Besonders eine Neuregelung bei den Betriebsvermögen steht im Raum.

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Das neue Erbschaftssteuerkonzept der SPD soll vor allem die großen Vermögen im Blick haben. Der Entwurf sorgt für Kritik von der Union und aus der Wirtschaft.

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Söder: Daniel Günther wäre "grundlegend überfordert"

Kleine Unstimmigkeiten zwischen den drei Löwen gab es in der Frage, ob auch andere Bundesländer Teil der Allianz werden könnten. Schleswig-Holstein habe beispielsweise auch zwei Löwen im Wappen, merkte eine Journalistin bei der Pressekonferenz in Berlin an.

Während Hagel sagte, dass Löwen ja in "Rudeln" lebten und grundsätzlich jeder willkommen sei, der "mitmacht", sprach sich Söder gegen eine Teilnahme von Daniel Günther (CDU), dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein aus. Das hätte Günther "grundlegend überfordert", so der bayerische Ministerpräsident.

Günther selbst äußerte sich dazu bei einer Konferenz der nördlichen Bundesländer. Von der "Wahlkampfaktion" in Berlin habe er nur "am Rande" mitbekommen.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Söder, Rhein und Hagel bilden Allianz gegen Länderfinanzausgleich" am 30.01.2026 um 17:47 Uhr.

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