Welche Botschaften Merz in Finnland zum Ukraine-Krieg senden will

Analyse

Merz' Botschaft an Putin:Langer Krieg mit langen Reichweiten

Wulf Schmiese

von Wulf Schmiese

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Beim Besuch in Finnland versichert Kanzler Merz der Ukraine langfristige Unterstützung. Weil Putin nicht an Verhandlungen interessiert sei, werde der Krieg noch lange andauern.

Merz: "Putin versteht nur die Sprache der Stärke"

Sehen Sie hier die Pressekonferenz mit Petteri Orpo, dem Ministerpräsidenten von Finnland und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach ihren Gesprächen. Themen waren unter anderem die Nato und der Krieg in der Ukraine.

27.05.2025 | 29:38 min

Der Bundeskanzler ist mit zwei deutlichen Botschaften an den Kreml ins russische Grenzland gereist: Er ist sehr dafür, dass die Ukraine zur Verteidigung Waffen mit Reichweite bis nach Russland nutzt. Und er betont, dass Waffenlieferungen noch lange nötig sein werden, weil Putin keinerlei Interesse an Frieden habe.

Zwei Tage Finnland - das war der bislang längste Auslandsaufenthalt für Friedrich Merz als Bundeskanzler. Seine erste Kanzler-Reise mit Hotelübernachtung führte in einen der kleinsten EU-Staaten, auf die 5,6 Millionen Einwohner bezogen. Aber es ist das fünftgrößte Mitglied an Fläche. Merz misst Finnland geopolitisch höchste Bedeutung zum Schutz der freien Welt zu. Denn hier verläuft die Ostgrenze der EU zu Russland: 1.340 Kilometer lang.

Putin hat aus Merz' Sicht den Westen gestärkt

Auch ist das die längste Landesgrenze der Nato zu Russland, seit Finnland vor zwei Jahren Schutz im Verteidigungsbündnis gefunden hat. Das ist die - von Putin unbeabsichtigte - Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. So sieht es der Kanzler: Putin habe den Westen gestärkt, alle seien enger zusammengerückt und stärker geworden. So, wie der Kreml-Herrscher auch den Zusammenhalt der Ukraine bewirkt habe.

Miteinander füreinander einstehen, das ist Merz' Botschaft in Finnland, wo die ganze EU und die ganze Nato besonders bedroht wirken wegen ihrer megalangen Grenze zu Russland. Hier traf er gleich alle fünf nordischen Staatenlenker, verbrachte mit ihnen den Abend in Turku. Norwegen, Dänemark und Island sind seit Anbeginn in der Nato, Schweden ist das jüngste Mitglied, es kam erst nach Finnland unter den Schutzschirm. Sie alle versicherten dem deutschen Kanzler, dass sie festentschlossen an der Seite der Ukraine stehen im Krieg gegen Russland.

Merz: Putin hat kein Interesse an Verhandlungen

An baldigen Frieden glaubt niemand von ihnen, nicht einmal an Waffenstillstands-Verhandlungen. Daran habe Putin nicht das geringste Interesse, sagte Merz. Wenn der Kremlchef selbst auf mögliche Vermittlungen aus dem Vatikan nicht eingehe, sei das doch offensichtlich. Von noch höherer Seite wird es keine Angebote an den Kreml geben können - so soll der Hinweis auf den Papst verstanden werden. Merz' Schlussfolgerung daraus:

Wir müssen uns auf eine lange Dauer des Krieges einrichten.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

Die Geschichte habe gezeigt, dass Kriege selten mit der Einsicht des Angreifers endeten, einen Fehler begangen zu haben. Sondern meist erst mit militärischer und wirtschaftlicher Erschöpfung einer der beiden Seiten - oder auch beider. Alles müsse dafür getan werden, dass das die Ukraine nicht sein darf.

Mit anderen Worten: Wir werden Kiew weiterhin beistehen - denn es geht um unser aller Freiheit. Gemeinsam sind wir stärker als Russland, das niemals gewinnen wird.

Es wird der gesamte Raum gefährdet, in dem wir leben.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

Die fünf nordischen Staaten, Ostseeanrainer wie Deutschland auch, stimmen dem voll zu. Diese Nachricht aus Turku ist schon der Willkommensgruß des Kanzlers für den Besucher, der morgen Mittag im Kanzleramt erwartet wird: Wolodymyr Selenskyj, Kriegspräsident der Ukraine.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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