SPD-Bundestagsabgeordneter:Karamba Diaby will nicht wieder kandidieren
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby will nach der Legislaturperiode nicht wieder für den Bundestag kandidieren. Er wolle neuen Abgeordneten Platz machen, so Diaby.
Karamba Diaby (SPD) will nicht wieder für den Bundestag kandidieren.
Quelle: dpaDer SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby will bei der nächsten Bundestagswahl nicht erneut antreten.
Nach monatelanger Überlegung und Abwägung bin ich - in Abstimmung mit meiner Familie - zu dem Entschluss gekommen, nicht erneut für den Bundestag zu kandidieren.
Karamba Diaby (SPD), Bundestagsabgeordneter
Diaby will neuen Abgeordneten Platz machen
Zuvor berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung". Sein Verzicht habe keine politischen Gründe. Er zieht eine positive Bilanz seiner Abgeordnetentätigkeit.
Ich blicke auf elf bereichernde und erfolgreiche Jahre in der Bundespolitik zurück.
Karamba Diaby (SPD), Bundestagsabgeordneter
Nach drei Legislaturperioden sei es an der Zeit, neue Wege zu gehen und Platz für die nächste politische Generation zu machen.
Karamba Diaby mehrfach rassistisch angegriffen
Sein Mandat wolle Diaby bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben.
Selbstverständlich bleibe ich in der SPD aktiv und engagiert für den Zusammenhalt in unserer Stadt.
Karamba Diaby (SPD), Bundestagsabgeordneter
Diaby stammt aus dem Senegal und kam durch ein Studium in Halle in die DDR. 2013 war er der erste gebürtige Afrikaner, der ein Bundestagsmandat erringen konnte. Bei der Wahl 2021 führte er die SPD-Landesliste Sachsen-Anhalt als Spitzenkandidat an.
Immer wieder war Diaby rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. 2020 wurden auf sein Wahlkreisbüro Schüsse abgegeben, der Politiker erhielt eine schriftliche Morddrohung. 2023 verübte ein Mann, der Diaby mehrfach rassistisch beleidigt hatte, einen Brandanschlag auf das Wahlkreisbüro.
Rassismus kein Grund für Verzicht
Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe bekräftigte Diaby, dass Rassismus und Hass nicht der entscheidende Grund für seinen Entschluss seien. Er betonte aber auch: "Ich kann das alles nicht wegwischen, das sind keine Kleinigkeiten." Das Schlimmste bei den rassistischen Angriffen sei, dass auch sein Team bedroht werde. "Das ist eine rote Linie, die da überschritten wird."
Der SPD-Abgeordnete kritisiert mehr Hass nicht nur auf der Straße und im Internet - sondern auch im Bundestag. Die Redebeiträge der AfD dort seien "voller Hass und Herabwürdigung gegenüber Migranten und andere Minderheiten", sagte er den Funke-Zeitungen weiter. "Das ist Nährboden für Hass auf der Straße". Diaby forderte die Gesellschaft auf, sich Gedanken zu machen, "ob wir das als neue Normalität akzeptieren".
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