Jung, rechts, radikal vernetzt:Neuer Chef der AfD-Jugend: Wer ist Jean-Pascal Hohm?
Die AfD-Jugend stellt sich mit der Generation Deutschland neu auf. An der Spitze: Jean-Pascal Hohm. Er gilt als gut vernetzt in rechtsextremen Kreisen. Was über ihn bekannt ist.
Begleitet von massiven Protesten hat die AfD ihre neue Jugendorganisation "Generation Deutschland" gegründet.
29.11.2025 | 1:39 minDie AfD hat wieder eine Jugendorganisation und die nun auch einen Chef: Jean-Pascal Hohm, 28 Jahre, aus Cottbus, vom rechten Rand der AfD führt den neuen Nachwuchsverband an. Er will Deutschland "vor dem Niedergang bewahren", sagt er am Samstag bei der Gründungsveranstaltung der Generation Deutschland in Gießen. Die wählt ihn mit 90,4 Prozent ins Amt. Damit dürfte Hohm künftig in ganz Deutschland aufs politische Radar kommen.
Mit Hohm an der Spitze dürfte die AfD-Jugend weiter auf stramm rechtem Kurs unterwegs bleiben. Nähe zu extremistischen Strömungen lässt der neue Chef explizit zu. Er wolle künftig "eng mit dem politischen Vorfeld" zusammenarbeiten, sagt er in Gießen.
Wie unterscheidet sich die neue Jugend-Organisation von der alten? ZDF-Korrespondentin Nicole Diekmann berichtet.
29.11.2025 | 1:14 minVerfassungsschutz hat Hohm auf dem Schirm
Die Generation Deutschland löst die Junge Alternative (JA) ab, die vom Verfassungsschutz ebenfalls als gesichert rechtsextremistisch eingestuft war. Die JA war ein eingetragener Verein und hätte vom Bundesinnenministerium verboten werden können. Das wird durch die neue Struktur deutlich schwieriger.
Der Verfassungsschutz in Brandenburg hat Hohm schon lange auf dem Schirm. Im Einstufungsvermerk seines gesichert rechtsextremistischen brandenburgischen Landesverbands wird er dutzendfach namentlich erwähnt und mit migrationsfeindlichen und völkischen Thesen zitiert.
Die Neugründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland"im Video von phoenix.
29.11.2025 | 95:30 minNoch als Minderjähriger tritt Hohm AfD bei
1997 im brandenburgischen Ludwigsfelde südlich von Berlin geboren sei er in "Hochburgen des Rechtsextremismus politisch sozialisiert" worden, schreibt der Verfassungsschutz. Dort sei er noch immer "persönlich vernetzt" und nehme "an einer rechtsextremen Subkultur" teil. 2014 trat er in die AfD ein - noch als Minderjähriger.
Das südliche Brandenburg gilt als Hochburg der AfD. Hohm gewann bei der Landtagswahl 2024 das Cottbuser Direktmandat und sitzt seither im Potsdamer Landesparlament. Dort und den angrenzenden Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ist die AfD stark. Die Basis für ein starkes Wahlergebnis dürften im Osten die Jungwähler legen.
In Gießen demonstrierten mehr als 25.000 Menschen für die Demokratie und gegen die extreme Rechte.
29.11.2025 | 1:33 minHohm will Stimme von "jungen Deutschen" sein
Genau diese Klientel spricht Hohm in Gießen an. Er wolle die "Stimme all der Jungen und Mädchen sein, die auf den Schulhöfen in Ost und West zur Minderheit werden", sagte er. Und er wolle "die Stimme all jener jungen Deutschen sein", die bereit seien, den Dienst bei der Bundeswehr abzuleisten.
Die Basisarbeit zu Hause bereite ihm eigentlich zu viel Freude, um nun Politfunktionär zu werden, erklärte er. Aber die Probleme in "diesem liebenswerten Land" seien zu groß. Damit gemeint: Vor allem die Migration. "Wir werden entschlossen streiten für eine echte Migrationswende, die dafür sorgt, dass Deutschland die Heimat der Deutschen bleibt", sagt er unter großem Applaus.
Seinen Anhängern gefällt das: Nach seiner Wahl skandieren die Mitglieder "Hohm, Hohm, Hohm".
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