Friedensgespräche: Ukrainisches Verhandlungsteam reist in die USA

Ukraine-Friedensgespräche:Selenskyj entsendet Verhandlungsteam mit Umjerow in die USA

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Nach einer Korruptionsaffäre bestimmt der ukrainische Präsident Selenskyj einen neuen Verhandlungsführer. Rustem Umjerow soll in den USA einen "würdigen Frieden" aushandeln.

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj

Die Verhandlungen über den Friedensplan für die Ukraine gehen weiter: Laut dem ukrainischen Präsident Selenskyj ist eine ukrainische Delegation auf dem Weg in die USA.

29.11.2025 | 0:28 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sein Verhandlungsteam in die USA zu Gesprächen über ein Ende des russischen Angriffskrieges entsandt. Das Team mit Delegationsleiter Rustem Umjerow solle am Abend amerikanischer Zeit in den USA ankommen, sagte er in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Selenskyj erklärte, "es ist durchaus realistisch, in den nächsten Tagen die Schritte zu finalisieren, um zu bestimmen, wie der Krieg würdig beendet werden kann". Es müssten rasch und substanziell die notwendigen Schritte ausgearbeitet werden.

 Feuerwehrleute löschen einen Brand, nachdem eine Drohne während eines nächtlichen russischen Drohnenangriffs in der Nacht ein Wohngebäude in Kiew getroffen hat.

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Russland habe mit mehr als 500 Drohnen Wohnhäuser und kritische Infrastruktur beschossen.

29.11.2025 | 0:21 min

Selenskyj will "würdigen Frieden"

Dazu habe er dem Team die Richtlinien mitgegeben, um gemäß der ukrainischen Prioritäten verhandeln zu lassen, sagte Selenskyj. Er ernannte nach dem Rücktritt seines Bürochefs Andrij Jermak per Dekret Umjerow, den Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und Ex-Verteidigungsminister, zum neuen Verhandlungsführer.

"Die Ukraine arbeitet weiterhin auf möglichst konstruktive Weise mit den Vereinigten Staaten zusammen", teilte Selenskyj weiter mit. Es gehe um einen würdigen Frieden.

Er hatte einen 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump bei Verhandlungen in Genf mit europäischen und amerikanischen Vertretern überarbeiten lassen. In den USA geht es um noch strittige Punkte.

Nahaufnahme von Jermaks reigniertem Gesichtsausdruck

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29.11.2025 | 2:03 min

Berichte: Rubio, Witkoff und Kushner nehmen an Gesprächen teil

Für die US-Seite sollen laut übereinstimmenden Medienberichten Außenminister Marco Rubio, Trumps Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner an dem Treffen mit der ukrainischen Delegation teilnehmen.

Dieses finde an diesem Sonntag in Florida statt, berichteten die Sender ABC News und CBS News jeweils unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsbeamten.

Für die Ukraine hatte zunächst Jermak als Selenskyjs rechte Hand Verhandlungen geführt; er trat allerdings am Freitag zurück, nachdem Korruptionsermittler seine Wohnräume durchsucht hatten. Selenskyj hatte deshalb die Verhandlungsdelegation per Dekret neu gefasst. Auch Umjerows Name fiel schon im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen, er wies aber jede Beteiligung zurück.

Ein Korruptionsskandal erschüttert die Ukraine und bringt Präsident Selenskyj zunehmend unter Druck. Alica Jung berichtet.

Wieder erschüttert ein Korruptionsskandal die Ukraine und setzt Präsident Selenskyj zunehmend unter Druck. Alica Jung berichtet.

28.11.2025 | 1:02 min

Umjerow führte schon Verhandlungen mit russischer Seite

Umjerow teilte mit, dass er in den USA um die nächsten Schritte für einen gerechten und dauerhaften Frieden ringen wolle. Er hatte in diesem Jahr auch schon mehrfach mit russischen Vertretern in Istanbul verhandelt, Ergebnisse waren unter anderem Austausche von Gefangenen und getöteten Soldaten. Er soll später erneut Gespräche mit der russischen Seite führen.

Der bisherige Verhandlungsführer Jermak hatte die von Russland als Bedingung für einen Frieden geforderten Gebietsabtretungen im Donbass zurückgewiesen. Russland verlangt den Rückzug der ukrainischen Truppen aus den Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk, die es bisher nicht kontrolliert. Zudem nennt Russland eine Vielzahl weiterer Forderungen, darunter ein Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Betritt.

In der ersten Wochenhälfte werden dann US-Vertreter zu Verhandlungen in Moskau erwartet. Kremlchef Wladimir Putin hatte sich bereit gezeigt zu Friedensgesprächen. Eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand ist aber bisher nicht in Sicht.

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Quelle: dpa

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