Gipfel im französischen Évian:G7-Staaten wollen Ukraine-Verhandlungen neu beleben
In Évian setzen die Staats- und Regierungschefs ihren Gipfel fort. Im Mittelpunkt dürfte heute der Ukraine-Krieg stehen. Auch Präsident Selenskyj nimmt an den Gesprächen teil.
Laut ZDF-Korrespondentin Zimmermann zeige man sich in Évian zuversichtlich mit Blick auf neue Verhandlungen im Ukraine-Krieg. Es gebe "drei Gründe" für den Erfolg neuer Gespräche.
16.06.2026 | 1:21 minDie G7-Staaten wollen nach der Einigung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs auch die stockenden Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen. An den Beratungen beim Gipfel der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) im französischen Évian nimmt auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Er reiste am Morgen an und wurde vom französischen Präsidenten und Gipfel-Gastgeber Emmanuel Macron empfangen.
G7-Mitglieder sind neben Deutschland und Frankreich auch Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die USA und die EU. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.
US-Präsident Donald Trump sagte am Abend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten, er habe am Sonntag sehr gute Gespräche mit Selenskyj und auch Kremlchef Wladimir Putin geführt. "Ich glaube, da können wir etwas erreichen. Wirklich." Er denke, dass beide dafür offen seien. Nach der Vereinbarung über Iran "werden wir uns darauf konzentrieren und sehen, ob wir das hinbekommen".
Selenskyj: Putin an Genfer See eingeladen
Selenskyj hatte am Montag nach einem Telefonat mit Trump gesagt, er habe diesem ein persönliches Treffen mit Putin vorgeschlagen. Dieses könne "in einem Format" stattfinden, "das es Putin deutlich schwerer machen würde, abzulehnen".
Die G7-Staaten wollen auf dem Gipfel in Évian die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges in Gang bringen. Vor Ort finden auch Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj statt.
16.06.2026 | 0:23 minEr habe mit Trump darüber gesprochen, ein solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag mache, dürfte es diesem auch deutlich schwerer fallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskyj. "Wir werden sehen, was dabei herauskommt", sagte er in einem Video.
Von ihren Forderungen nach weiteren Gebieten der Ukraine für einen Frieden ist die russische Führung bislang nicht abgerückt. Der Kremlchef hatte zuletzt trotz der sich mehrenden Krisenzeichen mehrfach öffentlich erklärt, dass Russland den Krieg gewinne und hatte die Angriffe auf die Ukraine mit unverminderter Härte fortgesetzt.
Jörn Kalinski (OXFAM) zum Auftakt des G7-Gipfels im französischen Évian in phoenix der tag am 15.06.2026
15.06.2026 | 5:22 minMerz will mit Trump über Vorschläge der Europäer beraten
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich am Montag vorsichtig optimistisch mit Blick auf Verhandlungen über eine Friedenslösung gezeigt. "Erstmals kann sich hier langsam ein Fenster für die Diplomatie öffnen", sagte er vor seinem Abflug zum G7-Gipfel. Denn die Dynamik in dem Konflikt habe sich "deutlich zugunsten der Ukraine verändert". Kiew sei heute auch dank deutscher und europäischer Unterstützung "in einer neuen Position der Stärke". Russland könne "militärisch nicht gewinnen. Zudem ist seine Wirtschaft angeschlagen."
Mit Spannung wird erwartet, wie sich Trump zu den europäischen Forderungen äußert, stärker in die Verhandlungen mit Moskau einbezogen zu werden. Bislang blieben sie bei direkten Gesprächen außen vor.
Das Schaltgespräch mit Diana Zimmermann in Évian-les-Bains
16.06.2026 | 7:18 minZimmermann: Keine gemeinsame Abschlusserklärung
Eine große Abschlusserklärung mit allen Ergebnissen wird es in Évian nicht geben. Die französische Seite habe sich bereits vorab von einem gemeinsamen Abschluss-Kommuniqé verabschiedet, sagt ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann in Évian. "Ihnen ist klar, dass das mit Präsident Trump sehr schwierig wird, dass es sehr schwierig sein wird, sich auf gemeinsame Ergebnisse zu einigen und die dann festzuhalten."
Trump hatte schon einmal eine G7-Abschlusserklärung auf dem Rückflug von einem Gipfel wieder aufgekündigt. "Was angestrebt ist, sind einzelne Kommuniqués zu den einzelnen Themen, die hier heute und morgen besprochen werden", so Zimmermann.
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