Spitzenkandidaten in ZDF und ARD:Habeck lehnt TV-Duell mit Weidel ab
Die Kanzlerkandidaten Scholz und Merz im großen TV-Duell - Habeck und Weidel in einem weiteren? So planen es ZDF und ARD. Doch der Grünen-Kandidat lehnt das entschieden ab.
Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck lehnt ein TV-Duell mit Alice Weidel (AfD) ab.
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.comZDF und ARD haben nach Kritik ihr TV-Duell-Konzept zur Bundestagswahl verteidigt. Zuvor hatte Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck ein Fernsehduell mit AfD-Chefin Alice Weidel vor der Bundestagswahl abgelehnt. Auch die AfD kritisierte die Pläne und kündigte an, diese juristisch prüfen zu lassen.
Die öffentlich-rechtlichen Sender wollten zwei redaktionell gleichwertige sowie in Länge und Uhrzeit identische Duelle mit den Spitzenkandidaten der Parteien veranstalten, die in den Umfragen konstant über zehn Prozent liegen: eines zwischen Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) und ein zweites zwischen Robert Habeck (Grüne) und Alice Weidel (AfD) um 20:15 Uhr.
ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärte zu dieser Formatentscheidung: "Vier Kandidaten in einem Duell hätten sich wenig unterschieden von anderen Talkrunden."
Mit zwei gleichwertigen Duellen - jeweils 90 Minuten zur besten Sendezeit - bekommen die Parteien die Chance, ihre Positionen den Wählerinnen und Wählern umfassend darzustellen und stärker in die Tiefe zu gehen.
Bettina Schausten, Chefredakteurin des ZDF
Habeck akzeptiert Einladung nicht
Doch der Grünen-Kanzlerkandidat will nicht ins Duell mit der AfD-Kandidatin, wie seine Partei klarmachte. Ein Wahlkampfsprecher sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND):
Wir hatten ein solches Duell im Vorfeld klar ausgeschlossen und auch mitgeteilt, dass wir eine Einladung nicht akzeptieren werden.
Wahlkampfsprecher von Robert Habeck
Dem widerspricht die ARD: "Es stimmt nicht, dass sich der Spitzenkandidat der Partei Bündnis90/Die Grünen, Robert Habeck, bereits vor der schriftlichen Einladung von ARD und ZDF förmlich gegen eine Teilnahme ausgesprochen hätte."
Alle vier Kandidaten zu ZDF-Wahlforum eingeladen
Zusätzlich sind alle vier Spitzenkandidaten von Union, SPD, AfD und Bündnis90/Die Grüne zum ZDF-Wahlforum "Klartext" am 13. Februar eingeladen, sich den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zu stellen. Zur Sendung 'Schlagabtausch' kommen kleinere Parteien.
"In der 'Schlussrunde' von ARD und ZDF drei Tage vor der Wahl treffen alle Spitzen- und Kanzlerkandidaten aufeinander. Die 'Duelle' sind eines von vielen Formaten, die den Wählerinnen und Wählern insgesamt ein breites Angebot zur Meinungsbildung liefern", führt Bettina Schausten aus.
ARD: Duell zwischen Amtsinhaber und Herausforderer mit besten Aussichten
Der Wahlkampfsprecher Habecks rief ARD und ZDF dazu auf, ihre Pläne noch einmal zu überdenken. Die Umfragewerte für Habeck seien so gut, dass niemand voraussagen könne, wie das Ergebnis am Wahltag aussehen werde. "Zur Erinnerung: Zum gleichen Zeitpunkt vor der Wahl 2021 lag die SPD in den Umfragen weit zurück - und dennoch planten ARD und ZDF von Anfang an ein Triell."
Die ARD reagierte auf die Kritik: "Wir veranstalten ein Duell zwischen dem Amtsinhaber, Olaf Scholz, und dem Herausforderer mit den besten Aussichten auf die Nachfolge, Friedrich Merz."
Lindner und Wagenknecht reagieren auf Habecks Absage
Inzwischen gibt es schon Spitzenpolitiker anderer Parteien, die Habecks TV-Duell-Platz gerne übernehmen würden. FDP-Chef Christian Lindner postete auf der Plattform X: "Wenn der Platz also frei ist, nehme ich ihn gerne. Man darf den Ideenwettbewerb mit der AfD nicht scheuen, wenn man deren Wähler zurückgewinnen will."
Auch Sahra Wagenknecht (BSW) würde den Habeck-Platz nehmen. Die Politikerin sagte: "Falls die Sender Bedarf haben, ich habe überhaupt kein Problem, mit Frau Weidel zu diskutieren. Ich habe das schon einmal gemacht, ich mache es auch gern bei ARD und ZDF."
ZDF folgt Prinzip der abgestuften Chancengleichheit
Das ZDF betont: "Sollte Robert Habeck wie medial angekündigt nicht an dem Duell mit Alice Weidel teilnehmen wollen, wird das ZDF dem Prinzip der abgestuften Chancengleichheit entsprechend den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Robert Habeck angemessen Sendezeit in anderen Formaten einräumen."
Die Entscheidung über die Duelle seien nach redaktioneller Abwägung zwischen ARD und ZDF getroffen. Bedingungen zu den Teilnehmern bzw. dem Konzept eines Duells, etwa von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), sind ARD und ZDF gegenüber nicht gestellt worden.
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