Schutz vor Hitze: Was die Parteien unternehmen wollen

Klimaanlagen, Hitzefrei und Schwämme:Was die Parteien gegen die Hitze machen wollen

Johannes Lieber

von Johannes Lieber

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Nicht zuletzt die sinkenden Wasserstände zeigen aktuell: Dieser Sommer ist extrem heiß. Doch wie schützen wir uns vor der Hitze? Die Parteien haben da verschiedene Ideen.

Symbolfoto: Hitze in der Stadt

Laut einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts sind in diesem Sommer bereits 11.900 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Ein Großteil von 9.600 davon innerhalb einer Woche.

06.08.2026 | 0:44 min

Fast 12.000 Menschen sind diesen Sommer bereits infolge der Hitze gestorben, so eine Zwischenbilanz des Robert-Koch-Instituts. Die vergangenen Jahre sind damit schon jetzt weit übertroffen und dennoch könnte das erst ein Vorgeschmack sein. Laut Umweltbundesamt werden Hitzewellen in Zukunft häufiger auftreten, intensiver und länger andauern.

Deshalb wird aktuell wieder über besseren Hitzeschutz und Klimaanpassungen diskutiert. Die Forderungen der Parteien reichen von "Hitzefrei für Beschäftigte" bis zu "Wir brauchen keinen Hitzeschutz".

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30.07.2026 | 2:28 min

Grüne wollen Städte zu "Schwammstädten" machen

Besonders aktiv sind die Grünen. In gleich drei verschiedenen Anträgen im Bundestag und einem Positionspapier fordert die Partei unter anderem eine Begrünungs-Offensive. Bis 2030 sollen europaweit drei Milliarden Bäume gepflanzt werden, die meisten davon in Städten.

Grünere Dächer und Fassaden sollen außerdem dafür sorgen, dass die Stadt Regenwasser besser speichern kann und sich so selbst kühlt. Eine Schwammstadt nennen das Fachleute.

In einer Pressemitteilung mit dem Titel "Aktionsplan gegen den Hitze-Hammer" fordert Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge zudem eine Förderung von Klimaanlagen, die mit Sonnenenergie betrieben werden und den Bau von über 70.000 Trinkwasserbrunnen in ganz Deutschland. Bezahlt werden soll das unter anderem mit Schulden aus dem Sondervermögen.

Schaltgespräch mit Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth

"Nächsten Sommer brauchen wir auch einen nationalen Aktionsplan, der dann alles aus den Ländern zusammen bündelt", sagt Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) zum Hitzeschutz.

02.08.2026 | 6:03 min

SPD fordert Grundgesetzänderung für mehr Hilfen vom Bund

Die SPD dagegen hat keinen ausformulierten Hitzeplan. Zuletzt äußerte sich der SPD-Staatssekretär im Umweltministerium, Jochen Flasbarth, im ZDF. Er verwies bei konkreten Maßnahmen auf die Verantwortung der Länder und Kommunen, stellte aber auch einen "nationalen Aktionsplan" für den kommenden Sommer in Aussicht.

Ähnlich argumentiert auf ZDFheute-Anfrage auch der SPD-Politiker Jakob Blankenburg.

Bund, Länder und Kommunen müssen an einem Strang ziehen für Lösungen, die vor Ort auch funktionieren: von mehr Beschattung, entsiegelten Flächen und Abkühlmöglichkeiten bis hin zu gut sanierten Wohnungen.

Jakob Blankenburg, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

Um das möglich zu machen, fordert er eine Grundgesetz-Änderung. Der "Flickenteppich" müsse zu einer "Gemeinschaftsaufgabe" werden, so Blankenburg. Aktuell ist Hitzeschutz tatsächlich Ländersache. Nur mit einer Verfassungsänderung wäre es dem Bund möglich, Klimaanpassungen dauerhaft und strukturell zu finanzieren.

AfD: "Wir brauchen keinen Hitzeschutz"

Ebenfalls keine Hitzeschutz-Pläne hat die AfD. Sogar im Gegenteil. In einem Facebook-Post schreibt die stellvertretende Fraktionschefin Beatrix von Storch:

Wir brauchen keinen "Hitzeschutz"

Beatrix von Storch, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion

Der baupolitische Sprecher der Fraktion, Marc Bernhard, fordert im Zusammenhang mit dem Hitzeschutz die Rückkehr zur Atomkraft. So hätte man genügend Strom, um zusätzliche Klimaanlagen zu betreiben - und die würden mehr Menschenleben retten als Wärmepumpen, so Bernhard. Den menschengemachten Klimawandel, den die absolute Mehrzahl der Experten als Ursache für die zunehmenden Hitzewellen sehen, zweifelt die AfD an.

Hitze

Die andauernde Hitze birgt in vielen Ländern Europas Gefahren. Tausende Hitzetote werden bereits beklagt, über 80 europäische Gesundheitsorganisationen fordern mehr EU-Maßnahmen zum Hitzeschutz.

06.08.2026 | 1:59 min

"Die Linke": Hitzeschutz ist "Klassenfrage"

Einen anderen Schwerpunkt als die anderen Parteien legt "Die Linke". In einem Fünf-Punkte-Hitzeschutzplan bezeichnet die Partei Hitzeschutz als "Klassenfrage". Unter anderem sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, ihren Angestellten Trinkwasser, Sonnenschutz und Ventilatoren bereitzustellen.

Der Schutz vor extremer Hitze darf keine Frage des Geldbeutels sein.

Luigi Pantisano, Vorsitzender "Die Linke"

Zudem fordert "Die Linke" ein "Hitze-Kurzarbeitergeld". Das soll für Beschäftigte greifen, die im Freien arbeiten und deshalb besonders unter der Hitze leiden. "Hitzefrei für Beschäftigte", nennt das die Partei in einem Antrag im Bundestag.

Auch Union will Beschäftigte besser schützen

Dass die Union diesem Antrag zustimmt, ist wohl nicht zu erwarten. Dennoch gehen die Forderungen vom Berichterstatter für Arbeitsschutz der Fraktion in eine ähnliche Richtung. Auf ZDFheute-Anfrage sagte auch Lars Ehm (CDU), dass besonders Beschäftigte, die im Freien arbeiten, "wirksame Schutzmaßnahmen" bräuchten.

Auch er schlägt "angepasste Arbeitszeiten und ausreichend Trinkwasser" vor, aber auch zusätzlichen Schatten und "technische Maßnahmen". Neue Forderungen sind das nicht: die bereits bestehenden Regelungen müssten nur "konsequent umgesetzt" werden, so Ehm.

Unser Ziel ist ein wirksamer Hitzeschutz, der die Gesundheit der Beschäftigten schützt und zugleich der unterschiedlichen Realität der Arbeitsplätze und Branchen gerecht wird.

Lars Ehm (CDU), Berichterstatter für Arbeitsschutz der Unionsfraktion

Einen Hitzeschutzplan wie die Grünen oder "Die Linke" hat die Union aber ebenfalls nicht. CDU und CSU verweisen ebenfalls auf die Verantwortung von Ländern und Kommunen.

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Über dieses Thema berichtete unter anderem die ZDFheute Xpress am 06.08.2026 im Beitrag "Bereits 11.900 Hitzetote diesen Sommer" um 16:10 Uhr.

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