BMG: Gesetzlichen Krankenkassen fehlt noch mehr Geld als gedacht

"Extrem angespannte Lage":Gesetzlichen Krankenkassen fehlt noch mehr Geld als gedacht

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Das Finanzloch gesetzlicher Krankenkassen ist größer als gedacht. Ministerin Warken sieht die Kassen in einer "extrem angespannten Lage". Doch die Bundestagsdebatte ist verschoben.

Zwei elektronische Versichertenkarten der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liegen auf einem Tisch.

Steigenden Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen stehen noch schneller steigende Ausgaben gegenüber. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Inmitten der Debatte um eine anstehende Gesundheitsreform offenbaren Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) den Kostendruck der gesetzlichen Krankenkassen: In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sind die Ausgaben der Kassen mit rund 7,6 Prozent deutlich stärker gestiegen als die Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) mit rund 4,1 Prozent. "Das führt weiterhin zu einem hohen Druck auf die Beitragssätze", heißt es in einer Mitteilung des BMG.

12.06.2026, Berlin: Nina Warken (CDU), Bundesministerin für Gesundheit, spricht zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz im Plenarsaal im Bundestag.

Warken plant mit ihrem Gesetzentwurf eine Reform zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge. Nun ist das Vorhaben ins parlamentarische Verfahren gestartet.

13.06.2026 | 2:07 min

Warken sieht "extrem angespannte Lage" der Kassen

"Die Ausgaben steigen nahezu doppelt so stark wie die Einnahmen," erklärt Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Diese "unerwartet ungebrochene Ausgabenentwicklung" führt laut der Ministerin im kommenden Jahr zu einer Finanzierungslücke von insgesamt 19 Milliarden Euro.

Die Finanzergebnisse für das 1. Quartal unterstreichen die extrem angespannte Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin

Um Beitragssteigerungen auszuschließen, müsse stattdessen eingespart werden. Warken hält dazu ein zusätzliches "Entlastungsvolumen" von weiteren 2,5 Milliarden Euro für notwendig. Alle Leistungsbereiche müssten dazu einen Beitrag leisten.

Der Reformdruck ist gewaltig, doch bietet er auch die Chance, unser Gesundheitssystem zukunftsfest und nachhaltig finanzierbar aufzustellen.

Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin

Demon beim Ärztekongress

Kritik für Nina Warken und ihre Reformpläne beim Deutschen Ärztetag. Ärzte warnen, es gefährde die Versorgung.

12.05.2026 | 1:44 min

Krankenkassenreform vorerst nicht auf Tagesordnung

Ziel der aktuell diskutierten Krankenkassenreform ist, die Beitragssätze stabil zu halten. Dafür soll es Einsparungen und zusätzliche Einnahmen geben, die Versicherte, Ärzte und Pharmaindustrie treffen. Warken verteidigte ihre Pläne. Sie seien sozialverträglich, weil alle Beteiligten einen Beitrag leisteten.

Sie äußerte den Wunsch, dass das Gesetz "gründlich, aber auch zügig" beraten werde. Die Bundesregierung würde die Reform gern schon vor der Sommerpause abschließen.

Die schwarz-rote Koalition hatte eigentlich geplant, die Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen kommenden Freitag erneut im Bundestag zu debattieren. Der Gesetzentwurf von Ministerin Warken steht allerdings nicht mehr auf der Tagesordnung des Bundestags.

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Quelle: ZDF, mit Material von epd
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, darunter das heute journal update am 13.06.2026 ab 00:35 Uhr sowie das heute journal am 12.05.2026 ab 21:45 Uhr.

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