CDU nach den Landtagswahlen 2026: "Es geht ums Ganze"

Blick hinter die Kulissen der Partei:Nach Superwahljahr 2026: "Es geht für die CDU ums Ganze"

von Steffen Haug

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Die CDU wollte sich im Superwahljahr 2026 von der AfD abgrenzen. Am Ende spricht Kanzler Merz von einem "Desaster". Ein Blick hinter die Kulissen einer Partei im Abstiegskampf.

Eine CDU-Flagge weht auf dem Dach des Konrad-Adenauer-Hauses am Abend.

Für die Partei beginnt ein Kampf an mehreren Fronten: gegen den Frust im Land, gegen politische Rivalen und gegen interne Zerreißproben. 

22.09.2026 | 35:29 min

Als Carsten Linnemann die Prognose zur Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 hört, weiß er um seine Mitverantwortung. Bis Juli war er CDU-Generalsekretär: "Ich habe sofort gedacht, was würdest du jetzt sagen, wenn du da stehst. Das tat richtig weh."

An diesem Abend muss seine Nachfolgerin Franziska Hoppermann das katastrophale Abschneiden kommentieren: Unter Sven Schulze wird die CDU halbiert, sie kommt auf 17,2 Prozent. Die AfD holt mit 43,8 Prozent fast die absolute Mehrheit. Das habe sie "ehrlich gesagt schon erschrocken", sagt die neue Generalsekretärin. Während Kanzler und Parteichef Friedrich Merz von der schwersten Wahlniederlage seit Jahrzehnten spricht, resümiert Staatsminister Philipp Amthor: "Es geht für die CDU ums Ganze."

Die CDU im Superwahljahr 2026

Wie konnte es so weit kommen? Dieser Frage geht die zweite Staffel "Inside CDU" nach. Und begleitet dabei führende Köpfe der Union durch das Superwahljahr 2026.

Im Februar wird Friedrich Merz in Stuttgart noch mit 91,2 Prozent als Parteichef bestätigt. Sieben Monate später steckt die Partei so tief in der Krise, dass Merz' Kanzlerschaft in Gefahr ist.

Carsten Linnemann, Jens Spahn und weitere CDU-Funktionäre warten im Konrad-Adenauer-Haus auf die Ergebnisse der Wahl in Rheinland-Pfalz.

In der Parteizentrale macht sich Hoffnung breit: Ist ein Wahlerfolg im Westen der Auftakt zur Trendwende? Doch für die CDU beginnt schon die nächste Bewährungsprobe.

22.09.2026 | 34:04 min

Brandmauer für CDU einzige Strategie gegen AfD

"Sie wollen uns zerstören. Und diese Herausforderung nehmen wir an." So beschreibt der Kanzler die Bedrohung durch die AfD bei einer Strategietagung im Oktober 2025.

Gesprochen wird auch über eine europaweite Studie, wonach "eine Zähmung rechtspopulistischer oder gar rechtsextremer Parteien durch Kooperation nicht gelungen ist und eher zu einer Schwächung der EVP-Mitgliedsparteien geführt hat". Die klare Abgrenzung gegenüber der AfD, die Brandmauer, sei für die CDU die einzig erfolgversprechende Strategie.

Wahl in Baden-Württemberg geht für die CDU schief

Doch schon die erste Landtagswahl 2026 geht doppelt schief: Baden-Württemberg bleibt Grün - und die AfD verdoppelt ihren Stimmanteil auf 18,8 Prozent. CDU-Spitzenmann Manuel Hagel hat im Wahlkampf kaum über die Rechtspopulisten gesprochen. "Sie können die AfD nicht schlagen mit Moralisierung, Empörung oder Lichterketten. Wir müssen über die Probleme reden, die dazu führen, dass die Leute überhaupt erst AfD wählen" - das ist die Linie des Spitzenkandidaten. Thema werden dann aber die rehbraunen Augen einer Schülerin.

Die CDU habe es nicht geschafft, mit eigenen Themen in die Offensive zu kommen, analysiert Generalsekretär Linnemann in Berlin: "Das hältst du eine Zeit lang durch, aber irgendwann driftest du ab. Und das ist passiert."

Philipp Amthor, Digitalminister Karsten Wildberger und weitere Teammitglieder beim ersten Geburtstag des Digitalministeriums.

Während die AfD neue Höchstwerte erreicht, versucht die CDU ein Debakel im Osten zu verhindern. Die entscheidenden Wochen beginnen.

22.09.2026 | 35:34 min

Wahl in Rheinland-Pfalz: CDU-Kandidat Schnieder gewinnt, aber AfD auch

In Rheinland-Pfalz wählt CDU-Mann Gordon Schnieder eine andere Strategie und geht die AfD in einem TV-Duell frontal an: "Solange Sie das Wort Remigration in den Mund nehmen, dann bedeutet das millionenfaches Abschieben aus diesem Land. Sie sollten sich schämen, dass sie so argumentieren."

Dem AfD-Kandidaten fällt nur ein, Schnieder als "lächerlichen Versager" zu beleidigen. Die CDU gewinnt deutlich. Doch: Die AfD erzielt mit 19,5 Prozent das beste Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland.

Kein Rückenwind aus Rheinland-Pfalz für Bundespartei

Der Rückenwind aus Rheinland-Pfalz kommt bei der CDU auf Bundesebene nicht an. Carsten Linnemann gibt im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin eine neue Devise aus: "Gutes Regieren ist der Schlüssel." Dann könnten Wahlen gewonnen und die AfD klein gehalten werden.

Das aktuelle Politbarometer wirft einen Blick auf eine mögliche AFD-geführte Landesregierung und die Beliebtheit der einzelnen Parteien.

Wie bewerten die Deutschen eine AfD-geführte Landesregierung und wie beliebt sind die einzelnen Parteien auf Bundesebene? Das sind die Fragen des aktuellen Politbarometers.

20.08.2026 | 1:24 min

Doch auch auf Bundesebene gelingt das immer weniger. "Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir in den Umfragen bei 23, 24 Prozent stehen, hätte ich dem nicht geglaubt", resümiert der Generalsekretär Mitte Juli.

Strategie der CDU in Sachsen-Anhalt gescheitert

In Sachsen-Anhalt geht das Rennen wohl schon im Januar verloren: Sven Schulze wird zu spät als Ministerpräsident eingewechselt, um einen Amtsbonus aufzubauen. Sein Social-Media-affiner AfD-Gegenkandidat Ulrich Siegmund verspricht "Zurück in die Vergangenheit", in der angeblich alles besser war, und trifft die Gefühlslage im Land.

Ministerpräsident Sven Schulze beim Sommerfest der CDU Sachsen-Anhalt.

Wahlkampf zwischen Schein und Sein: Große Versprechungen des Gegners, wenig Zuspruch für die eigenen Kandidaten. Die CDU am Boden.

22.09.2026 | 44:21 min

Die CDU kann dem wenig entgegensetzen. "Die wirtschaftliche Stimmung ist nicht gut. Und auch die Stimmung hin zur Bundesregierung ist nicht gut", analysiert der Ministerpräsident. Er radelt durchs Land, putzt Klinken und versucht, mit Sachthemen zu punkten. Eine Strategie, die am Wahltag krachend scheitert.

CDU scheitert in Mecklenburg-Vorpommern an Fünf-Prozent-Hürde

Das Ergebnis bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Sonntag ist für die CDU dann endgültig "ein Desaster", so der Kanzler. Mit Daniel Peters als Spitzenkandidat scheitern die Christdemokraten an der Fünf-Prozent-Hürde. Das ist der ehemals stolzen Volkspartei CDU noch nie passiert.

Sieben Monate nach dem Parteitag in Stuttgart ist jetzt auch dem letzten in der Partei klar: So kann es nicht weitergehen.

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Über dieses Thema berichtet das ZDF in der zweiten Staffel von "Inside CDU" am 22.09.2026 um 18 Uhr sowie in der Sendung "Machtbeben - CDU im Abstiegskampf" am 22.09.2026 ab 20:15 Uhr.

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