Wahl in Mecklenburg-Vorpommern:Kopf-an-Kopf-Rennen: AfD laut Hochrechnung knapp vor SPD
von Carsten Hauptmeier
Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD laut Hochrechnung knapp vor der SPD. Die CDU verliert deutlich und muss um den Einzug in den Landtag bangen.
Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen sowohl bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern als auch bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Das ZDF berichtet live aus dem Wahlstudio in Schwerin.
20.09.2026Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in einem engen Rennen vor der in Schwerin regierenden SPD. Die AfD mit Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm kommt laut Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen von 19:01 Uhr auf 37,9 Prozent. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegen bei 36,0 Prozent. Die AfD legte im Vergleich zur Wahl von 2021 deutlich zu, die SPD verlor leicht.
CDU muss um Einzug in den Landtag bangen
Drittstärkste Kraft mit 6,5 Prozent sind laut Hochrechnung die Linken, die derzeit mit der SPD gemeinsam die Regierung bilden. Großer Wahlverlierer ist die CDU, die mit 5,2 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen muss. Auch die Grünen können mit 5,4 Prozent in der Hochrechnung nicht sicher sein, ob sie im Parlament vertreten sind. Knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde liegt demnach das BSW mit 4,8 Prozent.







Unklare Mehrheitsverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern
Die Mehrheitsverhältnisse im künftigen Landtag waren nach den Hochrechnungen unklar. Abhängig sind diese vor allem davon, wie viele Parteien am Ende in das Parlament einziehen. Würden wie in der Hochrechnung fünf Parteien ins Parlament einziehen, käme die AfD auf 30 Sitze und die SPD auf 28. Die Linke würde fünf Abgeordnete stellen, CDU und Grüne jeweils vier. Bei insgesamt 71 Sitzen würde die absolute Mehrheit bei 36 Sitzen liegen.
Möglich wären damit eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen sowie aus SPD, CDU und Grünen sowie rechnerisch auch aus SPD, Linken und CDU. Die AfD hätte rein rechnerisch mehrere Koalitionsoptionen, allerdings hatten die anderen Parteien eine Zusammenarbeit ausgeschlossen. Theoretisch könnte die AfD zusammen mit CDU und Grünen, mit CDU und Linken, mit Grünen und Linken sowie mit der SPD regieren.
SPD-Ministerpräsidentin Schwesig sagte im ZDF, sie sei froh, dass die SPD diese "Aufholjagd" hingelegt habe. Die AfD habe das Ziel der absoluten Mehrheit nicht erreicht. Eine Mehrheit im Land habe entschieden, dass sie sich eine Regierung der demokratischen Parteien wünsche. Sie es als ihre Aufgabe, eine stabile Regierung zu bilden.
Wahl mit bundespolitischer Bedeutung
Die Wahl hat auch eine hohe bundespolitische Bedeutung. Mit Spannung wurde insbesondere das Wahlergebnis der CDU erwartet. Seit der Wahl in Sachsen-Anhalt, bei der die CDU weit hinter der AfD lag, steht Bundeskanzler Friedrich Merz stark unter Druck. Parallel zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern findet in Berlin die Abgeordnetenhauswahl statt.
CDU-Chef Merz äußerte sich kurz nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr. Er machte deutlich, trotz der schlechten Ergebnisse der CDU bei den Landtagswahlen im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen zu wollen. "Ich möchte unser Land voranbringen", sagte der CDU-Vorsitzende in Berlin. "Die Reformen müssen kommen."
SPD lag 2021 in Mecklenburg-Vorpommern klar vorn
Bei der vorherigen Wahl im Jahr 2021 kam die SPD auf 39,6 Prozent und die AfD auf 16,7 Prozent. Drittstärkste Kraft war die CDU mit 13,3 Prozent vor den Linken mit 9,9 Prozent. Ebenfalls in den Landtag zogen die Grünen mit 6,3 Prozent und die FDP mit 5,8 Prozent ein.
Bei der diesjährigen Wahl durfte in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal ab 16 Jahren gewählt werden. Insgesamt waren rund 1,3 Millionen Menschen wahlberechtigt.
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