Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern:AfD siegt, CDU raus: Alle Grafiken zur Wahl im Nordosten
von Kathrin Wolff
Die CDU fliegt aus dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern. Laut vorläufigem Ergebnis kommt sie auf 4,9 Prozent. Die AfD gewinnt die Wahl vor der SPD.






Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewinnt die AfD mit 38,2 Prozent vor der SPD, die 35,5 Prozent der Stimmen erhält. Die Linke kommt auf 6,5 Prozent, die Grünen auf 5,7 Prozent. Die CDU verpasst mit 4,9 Prozent den Einzug in den Landtag, genauso wie das BSW mit 4,8 Prozent. In der Grafikserie oben sehen Sie neben dem Ergebnis, wie viel die Parteien gewonnen oder verloren haben und was das für die Sitzverteilung und mögliche Koalitionen bedeutet.
Prognose, Hochrechnung, Wahlergebnis - was ist der Unterschied?
Wenn die Wahllokale um 18 Uhr schließen, veröffentlicht die Forschungsgruppe Wahlen ihre Prognose. Sie basiert auf einer Umfrage - Menschen, die aus dem Wahllokal kommen, werden gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen, in dem auch nach ihrer Wahlentscheidung gefragt wird. Sowohl Wahllokale als auch Befragte werden nach einem Zufallsprinzip ausgewählt.
Während die Prognose nur auf einer Befragung beruht, fließen in die Hochrechnung Auszählungsergebnisse ein. Weil im Lauf des Abends immer mehr amtliche Teilergebnisse zur Verfügung stehen, kann das Wahlergebnis immer genauer hochgerechnet werden.
Am Wahlabend werden laufend Wahlbezirke ausgezählt und auf Webseiten wie der der Landeswahlleitung veröffentlicht. Die Summe dieser Zwischenergebnisse kann sich von der Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen unterscheiden, weil bei den Zwischenergebnissen nur aufaddiert, aber nicht hochgerechnet wird. Sind ländliche Wahlkreise zum Beispiel schneller ausgezählt als städtische, ist zu erwarten, dass das amtliche Endergebnis anders ausfällt als ein Zwischenergebnis. Solche Effekte werden in der Hochrechnung berücksichtigt.
Erst wenn der letzte Wahlbezirk ausgezählt ist, veröffentlicht die Landeswahlleitung ein vorläufiges Ergebnis. In der Folge kann es nochmal Überprüfungen geben, daher dauert es einige Zeit bis zum endgültigen amtlichen Ergebnis. Es weicht in der Regel minimal vom vorläufigen Ergebnis ab.
Spitzenkandidaten, Parteien und Wahlthemen
Für die Wahlentscheidung spielt unter anderem eine Rolle, wie die Menschen die Spitzenkandidierenden und ihre Parteien beurteilen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihre SPD schneiden dabei klar besser ab als Herausforderer Leif-Erik Holm und die AfD.












Wichtigstes Wahlthema in Mecklenburg-Vorpommern waren die Kosten und Preise, gefolgt von den Schul- und Bildungspolitik sowie der Wirtschaftslage. Bei Bildung und Wirtschaft wird der SPD am ehesten eine Lösung zugetraut, während beim Thema Flüchtlinge/Asyl der AfD die größte Kompetenz zugeschrieben wird.






Wahlverhalten nach Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf
Die SPD hat vor allem von den über 60-Jährigen viel Zustimmung bekommen, während die AfD ihre stärksten Werte in den beiden Altersgruppen zwischen 30 und 59 holt.








Die AfD ist bei den Männern stärkste Kraft, während die SPD bei den Frauen vorn liegt:


Schlüsselt man das Wahlverhalten nach formalen Bildungsabschlüssen auf, so zeigt sich, dass die AfD vor allem bei Menschen mit Hauptschulabschluss und Mittlerer Reife stark ist. Die SPD erzielt ihre höchsten Werte bei Wählern mit Hochschulabschluss.







Und so sieht es aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen aus:







Die Daten stammen aus einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die am Wahltag durchgeführt wird. Menschen, die aus dem Wahllokal kommen, werden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, in dem unter anderem nach ihrer Wahlentscheidung, ihrem Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss und ihrer Berufsgruppe gefragt wird. Sie füllen den Fragebogen eigenständig aus und werfen ihn in eine Box, ähnlich der Urne im Wahllokal. So ist die Umfrage anonym.
Die Forschungsgruppe veröffentlicht die Daten für größere Befragtengruppen, etwa für die vier Bildungsabschlüsse Hauptschule, Mittlere Reife, Abitur, Hochschule. Die Umfrage ist repräsentativ, Wahllokale und Befragte werden zufällig ausgewählt.
Wählerwanderung zur AfD: Woher kommen die Stimmen?
Die AfD hat in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Gewinne verbucht. Die Forschungsgruppe Wahlen hat deren Wähler gefragt, für wen sie vor fünf Jahren gestimmt haben: Die meisten haben damals schon die AfD gewählt, gefolgt von Nichtwählern.

So haben die Wahlkreise gestimmt
Wie die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in den Wahlkreisen gestimmt haben, zeigen die Karten in diesem Artikel:
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