Verletzte, Plünderungen und Festnahmen:Was zu den Ausschreitungen in Frankfurt bekannt ist
Nach den heftigen Ausschreitungen in der Frankfurter Innenstadt läuft die Aufarbeitung bei der Polizei und in der Politik. Was bisher über die Randale-Nacht bekannt ist.
Während die Proteste der Initiative "Gen Z regelt" am Nachmittag größtenteils friedlich abliefen, eskalierte die Lage am Abend unter anderem in Frankfurt und Köln. Es kam zu Plünderungen.
01.11.2026 | 0:24 minJunge Männer schlagen Schaufenster ein, plündern Geschäfte, Molotowcocktails fliegen in Richtung Polizisten - es sind Szenen, wie sie Frankfurt seit den Blockupy-Ausschreitungen 2015 nicht mehr erlebt hat.
Wie in mehreren anderen deutschen Großstädten hatten die Initiativen "Gen Z regelt" sowie "Generation Aufbruch" in der Stadt zu Protesten aufgerufen, die am Abend in die Krawalle mündeten. Wer steckt hinter der Gewalt und warum hat sie sich ausgerechnet in Frankfurt in diesem Ausmaß entladen?
Was ist passiert?
Am Samstag waren die Demonstrationen, zu denen die Initiativen "Gen Z regelt" und "Generation Aufbruch" in Hessens größter Stadt aufgerufen hatten, zunächst über weite Strecken friedlich verlaufen. Daran beteiligten sich Tausende Menschen, die für mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie gegen die Einführung einer Wehrpflicht auf die Straße gingen.
Gewalt und Plünderungen von Geschäften in Frankfurt: Wie kam es nach den friedlichen Gen-Z-Protesten dazu? ZDFheute live ordnet ein.
01.11.2026 | 78:26 minDoch am Abend kippte die Stimmung: Polizisten wurden nach eigenen Angaben mit Böllern, Steinen und Flaschen beworfen. Als sie die Demonstration gegen 18:20 Uhr wegen eines "unfriedlichen Verlaufs" auflösten, kam es zu Tumulten. Schaufenster wurden eingeschlagen, Geschäfte geplündert, Barrikaden in Brand gesetzt.
Schließlich sperrte die Polizei Teile der Innenstadt ab. Rund 30 Personen wurden festgenommen. Erst am frühen Morgen beruhigte sich die Lage.
Wie viele Menschen wurden verletzt?
Genaue Zahlen waren zunächst nicht bekannt. Bis zu 1.300 Polizisten seien in der Spitze im Einsatz gewesen, mehr als 100 davon seien verletzt worden, so der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU). Darunter sei auch ein schwerer verletzter Polizist, der nach einem Steinwurf ins Gesicht Zähne verloren habe.
Bei den Krawallen in Frankfurt wurden 54 Personen festgenommen. "Die Polizei geht davon aus, dass sie es mit 1.000 bis 1.500 Störern zu tun hatte", sagt der hessische Innenminister Poseck.
01.11.2026 | 0:27 minEs habe 54 Festnahmen gegeben. Die festgenommenen Personen seien zwischen 13 und 29 Jahren alt. "Ich bin schockiert", sagte Poseck. Es habe zum Teil enthemmte Gewalt gegeben. "So darf es nicht weitergehen."
Wer steckt hinter den Ausschreitungen?
Poseck sieht die Verantwortlichen zum einen in der linksextremen Szene - aber nicht alleine dort: Man gehe von ungefähr 100 linksextremistisch motivierten Gewalttätern aus, die die Polizei massiv mit Flaschenwürfen, Steinen und Pyrotechnik angegriffen hätten.
In Frankfurt waren bis zu 1.500 "gewaltbereite Störer" unterwegs, 17 Geschäfte wurden beschädigt. So dürfe es nicht weitergehen, sagt Hessens Innenminister Poseck.
01.11.2026 | 49:23 minZudem verweist er auf Probleme mit gewaltbereiten Gruppen junger Menschen in der Mainmetropole. "In Frankfurt hat sich ein enormes Gewaltpotenzial von Linksextremisten und gewaltorientierten jungen Menschen, größtenteils mit Migrationshintergrund, entladen", so der Minister. "Diese Tätergruppe war überwiegend migrantisch geprägt. Und auch damit müssen wir uns auseinandersetzen", sagte er.
Es darf hier keine falschen Tabus geben.
Hessischer Innenminister Roman Poseck (CDU)
Der Einsatzleiter der Polizei, Erik Hessenmüller, sprach am Sonntag derweil von einer "neuen Dimension der Gewalt" im Anschluss an die aufgelöste Demonstration. "Die weit überwiegende Zahl der Menschen, die gestern in Frankfurt demonstriert haben, hat dies friedlich getan", sagte Hessenmüller in Frankfurt. "Wir müssen klar zwischen der Versammlung und den Ausschreitungen im Nachgang differenzieren."
Das Bildungssystem sei seit Jahrzehnten marode und es passiere nichts, sagt Jugendforscherin Nina Kolleck bei ZDFheute live. Das seien ganz reale Sorgen, die die Jugendlichen umtreiben.
01.11.2026 | 17:09 minWas sagt die Politik?
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verurteilte die Krawalle und sieht vor allem bestimmte Gruppen als Urheber von Ausschreitungen. "Gewaltbereite linke Gruppen" sowie "migrantische Chaoten" hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert, so Dobrindt im ZDF.
Was wir da gesehen haben ist eindeutig Landfriedensbruch. (...) Ich erwarte, dass es harte Strafen gibt.
Alexander Dobrindt, CSU
Dobrindt nannte das Vorgehen der Polizei "hochprofessionell" und "deeskalierend". Auch das habe dazu beigetragen, dass es keine Bilder wie zuletzt aus Frankreich gegeben habe.
Auch Grünen-Parteichefin Franziska Brantner verurteilte die Gewalt. Diese schade dem "berechtigten Anliegen der Vielen, die friedlich protestiert haben", sagte sie der "Rheinischen Post". Nach Ansicht des parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, dürfen die Ausschreitungen die Anliegen junger Menschen nicht überschatten.
Es "ging alles sehr friedlich los", sagt ZDF-Reporter Schlösser bei ZDFheute live. Gegen Abend, als es dunkel wurde, hätten die gewalttätigen Angriffe jedoch zugenommen.
01.11.2026 | 5:21 minDie Sorgen vor der eigenen Zukunft seien ernst zu nehmen, sagte er der Zeitung. Gerade bei der Frage von fehlender Chancen- und Bildungsgerechtigkeit müsse die Politik handeln.
Welche Schäden sind entstanden?
Zerborstene Schaufensterscheiben, fünf geplünderte Geschäfte, brennende Barrikaden - die Schäden, die durch die Gewalt in Frankfurt entstanden sind, seien "erheblich", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Genau abschätzbar seien diese allerdings noch nicht.
Wie fällt eine erste Bilanz der Proteste aus? ZDF-Reporter berichten aus Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg.
31.10.2026 | 13:31 minWie arbeitet die Polizei die Krawalle auf?
Laut Polizei wird zu zahlreichen Straftaten ermittelt. Über WhatsApp rief sie Zeugen auf, Fotos und Videos von Vorfällen oder dem Geschehen über einen Hinweisserver zur Verfügung zu stellen. Zudem wurden Zeugen gebeten, über die Onlinewache Angaben zu Beobachtungen zu machen.
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