"Gen Z regelt"-Demos in Deutschland:Krawalle und Plünderungen überschatten Proteste
Zehntausende junge Menschen gehen in ganz Deutschland für bessere Bildung und gegen hohe Preise auf die Straße. Am Abend kommt es vor allem in Frankfurt und Köln zu Krawallen.
In ganz Deutschland sind Tausende junge Menschen auf die Straße gegangen. Dazu aufgerufen hatte die Initiative „Gen Z regelt“. An einigen Orten kam es zu Ausschreitungen.
31.10.2026 | 2:31 minPlünderungen, Molotowcocktails auf Polizisten und eingeschlagene Schaufensterscheiben: Nach einem zunächst friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ist es am Abend vor allem in Frankfurt und Köln zu gewalttätigen Szenen und heftigen Ausschreitungen gekommen.
In beiden Städten spitzte sich nach den "Gen Z regelt"-Protesten die Lage am Abend zu. In der Frankfurter Innenstadt beobachteten dpa-Reporter, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe und andere Gegenstände stahlen. Auch ein Waffenfachgeschäft wurde attackiert.
Protestforscher Florian Staudt schließt nicht aus, dass kleine Gruppen gezielt Ausschreitungen suchen. Alle Demonstrierenden unter Generalverdacht zu stellen, sei aber ein "falsches Signal".
31.10.2026 | 4:38 minSEK in Frankfurt im Einsatz
Die Polizei sprach ebenfalls davon, dass an mehreren Läden Scheiben eingeschlagen wurden. "Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen." Mehrere Personen wurden festgenommen. Beamte seien schnell vor Ort gewesen und hätten zwei Waffen sichergestellt, sagte ein Polizeisprecher. Um was für Waffen es sich handelte, sagte er nicht.
In Frankfurt sind zudem Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei in der Innenstadt im Einsatz.
Polizei Frankfurt
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Die Frankfurter Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil in der Innenstadt ab. "Alle unbeteiligten Personen, welche sich noch auf der Zeil befinden, können die Zeil verlassen. Ein Zutritt der Zeil ist ab jetzt nicht mehr möglich", teilte die Polizei mit. Die Zeil ist eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen in Deutschland und insgesamt mehr als einen Kilometer lang.
Wie fällt eine erste Bilanz der Proteste aus? ZDF-Reporter berichten aus Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg.
31.10.2026 | 13:31 minKöln: Scheibe durch geworfenen E-Scooter zu Bruch gegangen
In Köln kam es auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. Flaschen wurden geworfen, Fahrräder flogen, ein Mensch erlitt Verletzungen. Randalierer wurden festgesetzt. Es gab nach Polizeiangaben fünf Ingewahrsamnahmen.
In einer Nebenstraße ging demnach eine Fensterscheibe durch einen geworfenen E-Scooter zu Bruch. Eine Polizeisprecherin sprach von einem dynamischen Lagebild. Polizeikräfte wurden zusammengezogen.
In Deutschlands Großstädten und 30 weiteren Orten haben Demonstrationen der Initiative "Gen Z regelt" stattgefunden. Protestiert wird unter anderem für bessere Bildung und gegen die Wehrpflicht.
31.10.2026 | 1:52 minZuvor waren aus Berlin Flaschen-, Böller- und Eierwürfe und aus Hamburg brennende Barrikaden gemeldet worden. In einigen Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auch in Hannover und Bremen gab es Zwischenfälle.
Initiative zieht positive Bilanz
Vor den abendlichen Ereignissen hatte die Initiative "Gen Z regelt" ein positives Fazit der Jugendproteste am Nachmittag gezogen. "Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss", sagte ein Sprecher vom Presseteam, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftreten will.
Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen.
Amadeo, Gen-Z-Sprecher
Zugleich betonte er, dass seine Initiative in drei Wochen wieder viele junge Menschen für Aktionen mobilisieren wolle. "Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen."
In mehr als 30 deutschen Städten haben junge Menschen protestiert. Hier erzählen Teilnehmer der "Gen Z regelt"-Proteste, was sie bewegt.
31.10.2026 | 2:18 minFazit der Polizei fällt gemischt aus
Die vorläufige Bilanz der Gewerkschaft der Polizei fiel vor den schweren Ausschreitungen in Frankfurt und Köln gemischt aus. Der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, sagte der "Rheinischen Post": "Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt." Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt.
Bei den Gruppen, von denen die Gewalt ausgegangen sei, habe es sich um "autonome und zum Teil vermummte Personen" gehandelt. Wo nötig, habe die Polizei sehr konsequent und auch massiv eingegriffen.
Die Einsatzkräfte bleiben nun in absoluter Bereitschaft, um eventuell weitere Ausschreitungen auch in den späten Abend- oder Nachtstunden zu verhindern.
Andreas Roßkopf, Polizeigewerkschafter
Aufruf zu Demos in mehr als 30 deutschen Städten
Die Initiative "Gen Z regelt" hatte zu friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen. Sie fordert mehr Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit und mehr Klimaschutz. Die Einführung einer Wehrpflicht lehnt sie ab, ebenso einen Ausbau staatlicher Überwachung.
Heute finden in ganz Deutschland Demonstrationen der Initiative „Gen Z regelt“ statt. Ziel der Proteste ist unter anderem bessere Bildung. ZDF-Korrespondent Carsten Behrendt berichtet.
31.10.2026 | 2:03 minKurz vor 20.00 Uhr nannte der Sprecher vom Presseteam der Initiative "Gen Z regelt" eine Teilnehmerzahl von mehr als 100.000, die Zahlen von sechs bis acht Städten würden noch fehlen.
Bundesweite Zahlen der Polizei lagen zunächst nicht vor, in einigen Städten fielen sie aber niedriger aus als die Angaben der Veranstalter.
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