"GenZ regelt!": Expertin sieht übertriebene Warnungen vor Gewalt

Initiative "GenZ regelt!":Forscherin kritisiert übertriebene Warnungen vor Protesten

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Für den Samstag kündigt die Initiative "GenZ regelt!" bundesweiten Demonstrationen an. Am gewaltvollen Beispiel Frankreichs? Protestforscherin Sabrina Zajak widerspricht.

Zahlreiche Demonstranten ziehen von der Porte d'Italie in Paris in Richtung Porte de Vincennes. (Archiv)

Am Samstag sind in 32 Städten Demonstrationen der Gen Z geplant. „Jugendproteste in Deutschland waren in der Vergangenheit immer sehr friedlich“, so Protestforscherin Prof. Sabrina Zajak.

30.10.2026 | 5:25 min

Junge Franzosen machten den Anfang, jetzt stehen die europaweiten Proteste auch in Deutschland bevor: Die Initiative "GenZ regelt!" ruft für kommenden Samstag zu bundesweiten Demonstrationen auf.

Junge Menschen wollen unter anderem für bessere Bildung und ein bezahlbares Leben auf die Straße gehen. Die Sicherheitsbehörden warnen vor einer Unterwanderung durch extremistische Kräfte. Drohen eskalierende Proteste wie in Frankreich?

Forscherin: Jugendproteste in Deutschland immer sehr friedlich

Laut Sabrina Zajak, Protestforscherin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin, gibt es dafür zunächst "überhaupt keine Gründe". "Frankreich und Deutschland haben eine unterschiedliche Protestkultur", sagte sie am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

Stiller Protest gegen Wehrpflicht

Am Samstag sind in 32 Städten Demonstrationen der Gen Z geplant. Allein in Köln werden 15.000 Menschen erwartet. Sie protestieren gegen hohe Lebenshaltungskosten, Missstände im Bildungssystem und die Wehrpflicht.

30.10.2026 | 2:30 min

Der gewaltsamere Protest in Frankreich habe eine ganz andere Geschichte. "Gerade die Jugendproteste in Deutschland waren in der Vergangenheit immer sehr friedlich", so Zajak weiter.

Zajak kritisiert Fokus auf Warnungen vor Gewalt

Zajak kritisiert den "exzessiven Fokus" auf Warnungen vor Gewalt bei den für Samstag geplanten Jugendprotesten der Initiative "Gen Z regelt!". Das könne einerseits den Effekt haben, dass Jugendliche verunsichert seien, andererseits Gewaltbereite aus anderen Gruppen anlocken.

28.10.2026, Berlin: Vor dem Eingang des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin wurden mehrere Transparente aufgehängt.

Die Initiative „Gen Z regelt“ hat große Demonstrationen angemeldet. Junge Menschen sollen ihren Unmut zeigen über schlechte Lernbedingungen, die mögliche Wehrpflicht und steigende Preise.

28.10.2026 | 1:46 min

Junge Leute könnten sich fragen, ob sie überhaupt ihr demokratisches Grundrecht wahrnehmen und auf die Straße gehen könnten, sagte Zajak. "Die jungen Leute wollen nicht mit Gewalt assoziiert werden, die auf Demonstrationen gehen, sondern ihre Anliegen zeigen", betonte sie.

Andererseits könnte es durch den Fokus auf Warnungen vor Gewalt eine sich selbsterfüllende Prophezeiung werden, "indem es ganz andere Leute noch adressiert, die aus ganz unterschiedlichen Gründen Lust auf Randale haben".

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"Wir appellieren ganz offen an friedliche und gewaltfreie Proteste", sagt Rose Sözer von der Bundesschüler*innenkonferenz zu den geplanten Kundgebungen von "Gen Z regelt".

23.10.2026 | 3:57 min

Demonstrationen in mehr als 30 Städten geplant

Könnten die geplanten Demonstrationen dennoch ein Vorläufer größerer Proteste sein? Wenn sich weitere Gruppen daran beteiligten, seien die Möglichkeiten natürlich da, so Zajak. "Es sind auch die Anknüpfungspunkte da, das entsteht ja nicht aus dem Nichts hier in Deutschland."

In mehr als 30 Städten bundesweit sollen am Samstag "Gen Z regelt!"-Demonstrationen stattfinden. Der Protest richtet sich unter anderem gegen marode Schulen, steigende Lebenshaltungskosten und die derzeit ausgesetzte Wehrpflicht. Gefordert werden auch ein Schutz der Grundrechte gegen staatliche Überwachung, ein konsequenter Klimaschutz und eine gerechte Lastenverteilung zwischen den Generationen.

Quelle: epd, ZDF
Über dieses Thema berichteten ARD und ZDF im gemeinsamen Morgenmagazin am 30.10.2026 ab 5:30 Uhr.

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