Sorge vor Eskalation:Gen-Z-Proteste: Luisa Neubauer warnt vor "Hyperventilierung"
Für Samstag ruft die Initiative "Gen Z regelt" zu bundesweitem Protest auf. Viele fürchten eine Eskalation. Luisa Neubauer fordert mehr Verständnis - und ruft zu Gelassenheit auf.
Die Initiative "Gen Z regelt" hat große Demonstrationen angemeldet. Junge Menschen sollen ihren Unmut zeigen über schlechte Lernbedingungen, die mögliche Wehrpflicht und steigende Preise.
28.10.2026 | 1:46 minAngesichts der Debatte um den anstehenden Protesttag der Initiative "Gen Z regelt" fordert die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer mehr Verständnis für die Anliegen junger Menschen. Die Diskussionen um die geplanten Demonstrationen bestätigten den Eindruck jener, die sich nicht ernst genommen fühlten, führte Neubauer in einem Video auf ihrem Instagram-Kanal aus.
"Wieder einmal quillt aus jeder Zeile, aus jeder Rede, aus jedem Statement heraus diese Annahme, dass junge Menschen in diesem Land in gewisser Weise zu Gast sind in einer Gesellschaft der Älteren und dass sie sich gefälligst an die Regeln zu halten haben und bitte stets zuversichtlich, hoffnungsvoll sein sollen, aber bloß keine falschen Fragen stellen und gar nicht aus der Reihe tanzen", sagte Neubauer.
Luisa Neubauer auf Instagram
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Dies sei einer der Gründe, warum sich junge Menschen hierzulande "auf gut Deutsch verarscht" vorkämen, so Neubauer. Der Generationenvertrag funktioniere nicht mehr. Es würden immer größere Lasten auf künftige, junge Generationen abgeschoben. Sie sprach von einer "unglaublichen Respektlosigkeit".
"Wir appellieren ganz offen an friedliche und gewaltfreie Proteste", sagt Rose Sözer von der Bundesschüler*innenkonferenz zu den geplanten Kundgebungen von "Gen Z regelt".
23.10.2026 | 3:57 minNeubauer für Gelassenheit vor dem Protesttag
Neubauer sagte, wie der Protest verlaufen werde, sei unklar. "Was an diesem Samstag jetzt konkret passiert? Unfassbar schwer zu sagen." Die Protestkultur habe sich geändert. Websites ließen sich in kurzer Zeit mit KI erstellen, während dies vor wenigen Jahren bei ihrer eigenen Organisation Fridays for Future noch sehr aufwendig gewesen sei. Die Arbeit an Bewegungen verändere sich, erklärte Neubauer.
Und ich würde Leute ermutigen, dann einfach mal zu gucken, was passiert, und jetzt ein bisschen runterzufahren mit der Hyperventilierung.
Luisa Neubauer, Klimaschutzaktivistin
Und weiter: "Gibt es Unterwanderungspotenziale? Natürlich, das gibt es in jeder Bewegung in Deutschland."
Grünen-Chef Banaszak warnt vor einer voreiligen Kriminalisierung deutscher Gen-Z-Demonstrationen. Man müsse die Gründe für die Proteste ernst nehmen.
25.10.2026 | 5:57 minViele Diskussionen um anstehende Jugendproteste
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte vor einer möglichen Instrumentalisierung der geplanten Jugendproteste durch linksextremistische Gruppen gewarnt. Das Bundesinnenministerium sieht aber vorerst keine konkreten Aufrufe zu Gewalt.
Aktuell lägen den Sicherheitsbehörden des Bundes keine weitergehenden Erkenntnisse zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen im Zusammenhang mit den Demonstrationen und Versammlungen vor, sagte ein Sprecher. Ähnlich äußerte sich das Bundeskriminalamt.
Neubauer sagte voraus, es werde viele Momente geben in den nächsten Monaten, in denen sich junge Menschen zu Wort meldeten. "Und es lohnt sich sehr, darüber nachzudenken, wie man darauf reagiert und wie man dem Eindruck begegnen möchte, dass man als junger Mensch in diesem Land nichts zu sagen hat, aber alles zu tragen hat. Das ist für mich dieser Gesellschaft unwürdig." Hoffnungslosigkeit junger Menschen sei "ein Problem für jede andere Generation".
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