Kretschmer zu Brandmauer: Müssen mit jedem reden, der reden will

Debatte über Brandmauer:Kretschmer: "Wir müssen mit jedem reden, der reden will"

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Keine Zusammenarbeit mit AfD und Linken - das hatte Kanzler Merz jüngst betont. Sachsens Regierungschef Kretschmer steht Gesprächen "mit allen anderen Parteien" offener gegenüber.

Archiv: Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, gestikuliert im Rahmen eines Interviews mit der Deutschen Presse-Agentur DPA in seinem Büro in der Staatskanzlei.

Regiert mit einer Minderheitsregierung: Sachsens Ministerpräsident Kretschmer

Quelle: dpa

Mit Blick auf die politischen Mehrheitsverhältnisse im Osten Deutschlands fordert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Bereitschaft zu Gesprächen mit allen anderen Parteien. Der CDU-Politiker sagte dem "Handelsblatt":

Wer noch über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsen

"Wir müssen mit jedem reden, der reden will", forderte Kretschmer.

Bundesparteitag der AfD

Auf ihrem Parteitag zeigte sich die AfD selbstbewusst - und unbeeindruckt von der Brandmauer. Statt einer Koalition mit der CDU wollen weite Teile der Partei eine Alleinregierung.

05.07.2026 | 3:54 min

Merz verweist auf Parteitagsbeschlüsse

Der Begriff der Brandmauer steht für die Positionierung der Parteien, nicht mit der AfD zu kooperieren. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vor einer Woche bei seiner Sommerpressekonferenz bekräftigt, die CDU werde nicht mit AfD und Linken zusammenarbeiten. "Wir haben hier klare Parteitagsbeschlüsse, und ich habe keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass wir die einhalten", sagte der CDU-Vorsitzende. Die Frage, was geschieht, wenn es ohne die Linke nicht reicht für eine Mehrheit jenseits der AfD, beantwortete Merz nicht.

Friedrich Merz

Bei der traditionellen Sommerpressekonferenz nimmt Bundeskanzler Merz Stellung zu aktuellen innen- und außenpolitischen Themen - unter anderem zum Reformpaket, zur AfD und zur Ukraine.

15.07.2026 | 88:15 min

Ein solches Szenario ist in Sachsen-Anhalt und auch in Mecklenburg-Vorpommern wahrscheinlich. Dort stehen im September Landtagswahlen an. Kretschmer, der auch stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender ist, regiert in Sachsen mit einer Minderheitsregierung - ebenso wie sein Parteikollege Mario Voigt in Thüringen.

Kretschmer hat im Landtag in Dresden einen "Konsultationsmechanismus" etabliert, der allen Fraktionen offensteht. "Die AfD ist die einzige Fraktion, die von vornherein gesagt hat: Wir beteiligen uns nicht", sagte er. Sie setze darauf, dass die Regierung scheitere. "Eine Partei wie die AfD schadet dem Land."

Tino Chrupalla, AfD-Parteivorsitzender, im Berlin-direkt-Interview

AfD-Chef Chrupalla fordert mehr Zusammenarbeit mit seiner Partei, gerade "bei inhaltlichen Fragen im Parlament". Der AfD werde viel "parlamentarisch verweigert, auch von der CDU", sagt er im ZDF.

05.07.2026 | 5:16 min

Kretschmer: Schwarz-rotes Reformpaket reicht nicht

Kretschmer forderte die Bundesregierung auf, mehr gegen die Wirtschaftskrise zu tun.

Das Land geht einen katastrophalen Weg.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident Sachsen

Das Reformpaket der schwarz-roten Koalition sei gut, reiche aber nicht, erklärte Kretschmer. "Durch Kürzungen im Sozialbereich bringen wir Deutschland nicht auf Wachstumskurs." Derzeit passe man die Ausgaben den Einnahmen an. "Aber eine passive Sanierung führt nicht zu Wachstum", sagte Kretschmer der Zeitung.

Kretschmer forderte auch weniger Regulierung. Wachstum entstehe durch Freiheit. "Handwerker und Selbstständige sind unglaublich frustriert, weil Bürokratie und Abgaben sie erdrücken", sagte er. Bis heute gebe es keine nennenswerte Verbesserung beim Bürokratieabbau. Die Menschen müssten endlich erleben, dass sich etwas ändere. "Die Bundesregierung muss endlich Tempo machen. Ansonsten sehe ich bei der nächsten Bundestagswahl schwarz."

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtet das ZDF in mehreren Sendungen - unter anderem ZDFheute live am 15.07.2026 ab 13:00 Uhr oder Berlin direkt am 05.07.2026 ab 19:10 Uhr.

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