Asyl in Deutschland: Zahl der Erstanträge deutlich gesunken

Migration in Deutschland:Zahl der Asyl-Erstanträge deutlich gesunken

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Im vergangenen Jahr sind in Deutschland deutlich weniger Asylanträge gestellt worden. 2025 ging die Zahl der Erstanträge um rund 51 Prozent zurück, teilte das Innenministerium mit.

Archiv: Menschen vor Erstaufnahmeeinrichtung

Immer weniger Menschen beantragen in Deutschland Asyl. Die Zahl der Erstanträge ist laut Bundesinnenministerium um gut die Hälfte gesunken.

04.01.2026 | 0:27 min

Immer weniger Menschen stellen einen Antrag auf Asyl in Deutschland. Die Zahl der Erstanträge lag laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums im Jahr 2025 bei 113.236. Im Jahr davor waren es noch 229.751. 2023 lag die Zahl der Erstanträge sogar bei 329.120.

Bei den Erst- und Folgeanträgen gab es nach einem Bericht von "Bild am Sonntag" einen Rückgang von rund 33 Prozent auf 168.543. 2023 waren es noch 351.915 Erst- und Folgeanträge.

Folgeanträge können gestellt werden, wenn ein Antrag zurückgenommen oder abgelehnt wurde und sich die Umstände geändert haben.

Asyl in Deutschland: Zahl der Anträge sinkt

ZDFheute Infografik

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Warum die Asylzahlen sinken

Die Zahl der Asylbewerber ist schon länger rückläufig. Für diesen Rückgang führen Experten verschiedene Gründe an, etwa die Grenzkontrollen, die ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert wurden.

Grenzkontrollen an der deutsch-oesterreichischen Grenze

Die Zahl unerlaubter Einreisen ist in den letzten zwei Jahren um mehr als die Hälfte gesunken. Für Innenminister Dobrindt sind vor allem die harten Grenzkontrollen dafür verantwortlich.

27.12.2025 | 2:34 min

Nach dem Ende der Ära des Langzeitmachthabers Baschar al-Assad in Syrien kamen zudem weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben.

Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben.

Menschen schwenken syrische Flaggen bei einer Feier zum ersten Jahrestag des Sturzes des ehemaligen Präsidenten Baschar al-Assad in Damaskus, Syrien, am Montag, dem 8. Dezember 2025.

Vor einem Jahr beendete eine Offensive nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg die Assad-Herrschaft in Syrien. Doch die Lage ist weiterhin instabil, viele Orte sind stark zerstört.

08.12.2025 | 1:50 min

Dobrindt: "Migrationswende" zeigt Wirkung

Dobrindt sagte: "Das klare Signal aus Deutschland heraus, dass sich die Migrationspolitik in Europa geändert hat, ist in der Welt angekommen." Dobrindt äußerte sich in der "Bild am Sonntag" und in einer Mitteilung. Das Ministerium führt den Rückgang auf die "Migrationswende" der Bundesregierung zurück, die nun Wirkung zeige.

Konkret werden neben den Zurückweisungen an den Grenzen das Aussetzen des Familiennachzugs genannt, die Abschaffung der "Turboeinbürgerung", eine Reduktion der "Pullfaktoren", also Dingen, die als anziehend gelten, sowie eine Steigerung der Rückführungen.

"Am Puls mit Sarah Tacke: Flucht und Krise - 10 Jahre "Wir schaffen das": Sarah Tacke steht in der belebten Fußgängerzone in Frankfurt und schaut in die Kamera.

Zehn Jahre nach Angela Merkels historischem Satz "Wir schaffen das" zieht Sarah Tacke schonungslos Bilanz: Wie hat die Migration seit 2015 unser Land verändert? Haben wir es "geschafft"?

14.08.2025 | 43:20 min

Die Regierung ordne mit Klarheit und Konsequenz das Migrationsgeschehen.

Wer keinen Schutzanspruch hat, soll nicht kommen - wer Straftäter wird, muss gehen.

Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister (CSU)

Im vergangenen Jahr gab es laut Ministerium rund 20 Prozent mehr Abschiebungen. Bereits im neuen Jahr sind erneut Menschen nach Afghanistan abgeschoben worden, die in Deutschland Straftaten begangen haben.

polizeibeamte begleiten einen afghanen auf dem flughafen leipzig-halle in ein charterflugzeug.

Die Bundesregierung will die Rückführungen nach Afghanistan deutlich ausweiten. Gespräche laufen schon auf technischer Ebene mit afghanischen Vertretern.

14.09.2025 | 1:35 min

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 4.1.2026 um 14:11 Uhr

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