Positionspapier zur Migrationspolitik:CSU fordert Rückkehr der meisten syrischen Flüchtlinge
Die CSU fordert eine "Abschiebeoffensive" - "mit Linienflügen und auch nach Syrien und Afghanistan", heißt es in einem Papier. Rückführungen sollten "schnellstmöglich" stattfinden.
Schnelle Rückkehr nach Syrien: Die CSU fordert eine weitere Verschärfung der Migrationspolitik in Deutschland. (Symbolbild)
Quelle: dpaDie CSU im Bundestag will die Migrationspolitik weiter verschärfen und die meisten syrischen Flüchtlinge schnell zurück in ihre Heimat schicken.
Für die meisten Syrer mit vorübergehendem Bleiberecht entfalle nach dem Ende des Bürgerkriegs der Schutzgrund, heißt es in einem Positionspapier für die Klausur der CSU-Landesgruppe im oberbayerischen Kloster Seeon. Weiter heißt es:
Für diejenigen, die nicht freiwillig ausreisen, müssen Rückführungen schnellstmöglich eingeleitet werden.
Auszug aus Positionspapier der CSU
Das Papier, über das der "Münchner Merkur" berichtet, liegt auch der Deutschen Presse-Agentur in München vor.
Im Dezember 2024 beendete eine Offensive nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg die Assad-Herrschaft in Syrien. Doch die Lage ist weiterhin instabil, viele Orte sind stark zerstört.
08.12.2025 | 1:50 minCSU fordert "Abschiebeoffensive"
2026 müsse es eine Abschiebeoffensive geben - "mit Linienflügen und auch nach Syrien und Afghanistan", heißt es im Beschlussentwurf für die Klausur der CSU-Abgeordneten weiter. Dafür sollten bundesweit Ausreisezentren und ein eigenes Abschiebeterminal am Flughafen München geschaffen werden.
Auch bei Flüchtlingen aus der Ukraine möchte die Partei einen härteren Kurs einschlagen. "Zudem werden wir darauf drängen, dass insbesondere wehrfähige ukrainische Männer ihren Beitrag zur Verteidigung ihres Landes leisten", heißt es im Papier. Näher ausgeführt wird das nicht.
Die Zahl unerlaubter Einreisen ist in den letzten zwei Jahren um mehr als die Hälfte gesunken. Laut Innenminister Dobrindt sind vor allem die harten Grenzkontrollen dafür verantwortlich.
27.12.2025 | 2:34 minCSU: Höhere Hürden für Migration ins Sozialsystem
Darüber hinaus enthält das Papier weitere Punkte:
- Ausländische Demokratiefeinde: Öffentliche Rufe nach Errichtung eines islamistischen Gottesstaats - eines Kalifats - sollen unter Strafe gestellt werden. "Die Forderung nach einer Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung oder eine antisemitische Straftat muss bei der entsprechenden Person zu einer zwingenden Regelausweisung, zum Versagen eines Aufenthaltstitels und bei Doppelstaatlern zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit führen", heißt es weiter.
Die EU-Innenminister haben sich auf schärfere Regeln bei Migration geeinigt. Asylsuchende ohne Aussicht auf Aufnahme sollen an den Außengrenzen zurückgewiesen werden.
08.12.2025 | 1:45 min- Missbrauch des Sozialsystems: Die Hürden für die Migration ins deutsche Sozialsystem sollen nach dem Willen der CSU erhöht werden. "Aktuell wird EU-Bürgern per Rechtsprechung schon bei minimaler wöchentlicher Arbeitszeit von 5,5 Stunden Freizügigkeit in der Union garantiert. Wir wollen die Definition "Arbeitnehmer" im Sinne der EU-Freizügigkeitsrichtlinie einschränken", wird dazu näher ausgeführt. Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte dem "Merkur": "Arbeitsmigration nach Deutschland darf keine Armutsmigration sein."
Die Winterklausurtagung findet vom 6. bis 8. Januar statt - erstmals unter der Leitung von Hoffmann. Als Gäste erwartet werden unter anderem der litauische Präsident Gitanas Nauseda und Kanzler Friedrich Merz (CDU). Wie jedes Jahr kommt auch CSU-Chef Markus Söder.
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