Bestätigung durch US-Senat:Trumps Wunsch-Kandidat Warsh wird neuer Fed-Chef
US-Präsident Trump hat sich durchgesetzt: Der US-Senat bestätigte seinen Wunsch-Kandidaten Kevin Warsh als Chef der US-Notenbank Fed. Er folgt auf Jerome Powell.
Kevin Warsh wird künftig die US-Zentralbank Fed leiten.
Quelle: epa | WILL OLIVERDer Kandidat von US-Präsident Donald Trump für den Chefposten der Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, ist vom Senat bestätigt worden. Die Mehrheit der Senatoren sprach sich für den früheren Fed-Gouverneur aus.
Trumps Fed-Kandidat Kevin Warsh versichert, dass er die Unabhängigkeit der Notenbank wahren will. Er werde "auf keinen Fall" eine Marionette Trumps sein, so Warsh bei einer Anhörung.
22.04.2026 | 0:57 minDer Senat bestätigte Warsh mit 54 zu 45 Stimmen für eine vierjährige Amtszeit als Nachfolger von Jerome Powell. Dessen Mandat als Fed-Vorsitzender endet am Freitag. Warsh strebt eine engere Abstimmung mit der Trump-Regierung an und will die Bilanz der Federal Reserve verkürzen.
Powell ist von Trump immer wieder kritisiert worden, weil er die Leitzinsen aus Sicht des Staatschefs zu zögerlich gesenkt hatte. Powell hatte sich vehement für die Unabhängigkeit der Fed eingesetzt.
Trumps Wunschkandidat Kevin Warsh soll neuer Chef der US-Zentralbank werden. Was das für den zukünftigen Zinskurs bedeutet, erläutert ZDF-Wirtschaftsexpertin Stephanie Barrett.
30.01.2026 | 1:57 minStreit zwischen Trump und Powell eskalierte
Aus dem Streit zwischen dem unabhängigen Zentralbankchef und dem Präsidenten entwickelte sich eine Art Privatfehde, die in mittlerweile eingestellten Ermittlungen gegen Powell im Zusammenhang mit der kostspieligen Renovierung der US-Notenbankzentrale gipfelte.
Das Bestätigungsverfahren Warshs steckte zunächst in einem Senatsausschuss fest, da ein republikanischer Senator die Aufhebung der Ermittlungen gegen Powell zur Bedingung für seine Zustimmung machte.
Beim Besuch von Donald Trump am Sitz der US-Notenbank geht der Streit zwischen dem US-Präsidenten und Fed-Chef Jerome Powell weiter. Vordergründig geht es um die Höhe von Umbaukosten. Die Szene im Video.
25.07.2025 | 1:01 minWarsh: Finanzexperte mit steiler Karriere
Der 56-jährige Warsh gilt als Finanzexperte und hat bereits früher für die Fed gearbeitet. Zuletzt war er an der Universität Stanford tätig. Er gilt als "Inflation Hawk" - tendiert also eher zu einer restriktiveren Geldpolitik, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Er soll sich aber laut Medien offen für niedrigere Leitzinsen gezeigt haben.
Warsh ist Schwiegersohn des engen und langjährigen Trump-Freundes Ronald Lauder. Geboren im Bundesstaat New York, studierte er Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaft und Statistik an der Elite-Universität Stanford und legte 1995 an der renommierten Harvard Law School einen Jura-Abschluss ab. Danach arbeitete er bei der Großbank Morgan Stanley im Investmentbanking, 2002 ging er in die Politik. Als Sonderberater unterstützte er den damaligen Präsidenten George W. Bush in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Mit nur 35 Jahren wurde er Fed-Gouverneur. Bereits 2017 soll Trump erwogen haben, ihn als Nachfolger für Janet Yellen zu nominieren - entschied sich aber für Powell.
Wegen angeblicher Lügen zur Sanierung der Fed-Zentrale droht die US-Regierung Fed-Chef Powell mit einer Klage - der sieht die Unabhängigkeit der Notenbank gefährdet. Florian Neuhann erläutert, dass an den Vorwürfen nichts dran ist.
12.01.2026 | 1:19 minMarionette von Trump?
Warsh bestritt bei einer Anhörung im April, dass Trump ihn unter Druck gesetzt habe, den Leitzins der Fed zu senken. Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete Warsh jedoch als Marionette von Trump. Warsh weigerte sich zudem anzuerkennen, dass der Demokrat Joe Biden die US-Präsidentschaftswahl 2020 gegen Trump gewonnen hat.
Weitere Vorwürfe gegen ihn sind, dass er keine Details zu seinem umfangreichen Vermögen vorlegt. Dieses beläuft sich auf mindestens 100 Millionen Dollar. Warsh hat auch Anteile am Unternehmen SpaceX von Elon Musk. Er hat angekündigt, derartige Anlagen binnen 90 Tagen nach seinem Amtsantritt zu verkaufen.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zur US-Notenbank
Vorschlag von US-Präsident Trump:Ex-Notenbankdirektor Warsh soll Fed-Chef werden
mit Video1:57Nachfolger von Jerome Powell:Trump will neuen Fed-Chef nominieren
mit Video0:54Drohende Anklage:Powell: Fed hat Vorladung vom US-Justizministerium erhalten
mit Video0:54US-Notenbank:Fed senkt Leitzins erneut - wie geht es unter Trump weiter?
von Frank Bethmannmit Video1:37