Nachfolger von Jerome Powell:Trump will neuen Fed-Chef nominieren
Das Mandat von Fed-Chef Jerome Powell läuft am 15. Mai nach rund acht Jahren aus. US-Präsident Donald Trump, großer Kritiker Powells, will nun den Nachfolger nominieren.
US-Präsident Donald Trump hatte Fed-Chef Jerome Powell wegen seiner Geldpolitik immer wieder kritisiert.
Quelle: APUS-Präsident Donald Trump will am Freitag seinen Kandidaten für die Nachfolge von Notenbankchef Jerome Powell benennen. "Ich werde den Fed-Vorsitzenden morgen früh bekannt geben", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit). Die Amtszeit von Powell endet im Mai. Die Personalentscheidung bedarf der Zustimmung des US-Senats.
Trump übt seit Monaten Druck auf die als unabhängig geltende Notenbank aus, die Zinsen zu senken. Die Regierung in Washington hat zudem eine strafrechtliche Untersuchung gegen Powell wegen der Renovierungskosten des Fed-Gebäudes eingeleitet. Der Notenbankchef bezeichnete dies als Vorwand, um ihn in der Geldpolitik unter Druck zu setzen.
- Fed unter Druck: Konflikt mit langer Tradition
US-Notenbankchef Powell nennt die Ermittlungen des Justizministeriums einen "Vorwand". Politiker beider Parteien üben Kritik, Präsident Trump weist die Verantwortung zurück.
12.01.2026 | 0:54 minVier Personen auf der Kandidatenliste
Auf der Kandidatenliste stehen vier Personen. Alle befürworten niedrigere Zinsen, was Trump zur Bedingung gemacht hatte. Als Favorit gilt nun der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh, den Trump 2018 beinahe anstelle von Powell nominiert hätte. Auf Prognosemärkten wurden seine Chancen am Donnerstag auf über 80 Prozent taxiert.
Der Investmentchef des Vermögensverwalters BlackRock, Rick Rieder, der bis Mittwoch als Favorit galt, ist ebenfalls im Rennen. Zudem ist der amtierende Fed-Gouverneur Christopher Waller ein Anwärter. Dem Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, werden hingegen nur noch geringe Chancen eingeräumt.
Die Vorwürfe Trumps gegen den US-Notenbankchef Powell sind nicht wirklich berechtigt, vielmehr ein konzertierter Angriff von Trump, so ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann.
12.01.2026 | 1:37 minFed legt Zinspause ein
Die Fed hatte erst am Mittwoch nach drei Zinssenkungen im Jahr 2025 eine Zinspause eingelegt und den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Trump fordert jedoch einen um zwei bis drei Prozentpunkte niedrigeren Zinssatz. "Wir sollten den niedrigsten Zinssatz weltweit haben", bekräftigte Trump vor seinen Ministern.
Ein solches Niveau ist üblicherweise ein Anzeichen für eine stagnierende oder schwächelnde Wirtschaft. Den Daten des Handelsministeriums zufolge war die US-Wirtschaft im dritten Quartal jedoch aufs Jahr hochgerechnet um 4,4 Prozent gewachsen.
Die US-Notenbank Fed wird voraussichtlich zum dritten Mal in diesem Jahr den Leitzins senken. Über den Schritt sind sich aber nicht alle Notenbanker einig, erklärt Frank Bethmann.
10.12.2025 | 1:37 minWirtschaftswissenschaftler warnen vor Verwerfungen im internationalen Finanzsystem, sollte die einflussreiche Fed künftig dem Willen des unberechenbaren Trump gehorchen.
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