US-Notenbank Fed hält Leitzins stabil - Trump wollte Zinsschnitt

Trump wollte Zinsschnitt:US-Notenbank Fed hält Leitzins stabil

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Die US-Notenbank Fed lässt den Leitzins nach drei Absenkungen in Folge stabil. US-Präsident Donald Trump hatte die Fed dagegen zu einem erneuten Zinsschnitt gedrängt.

Archiv: Die US-Notenbank am 31.07.2019 in Washington

Die US-Notenbank ist mit einer intern umstrittenen Zinspause ins Jahr gestartet. (Symbolbild)

Quelle: AP

Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins nach drei Senkungen erstmals wieder unverändert. Bei ihrer ersten Entscheidung im laufenden Jahr votierte die Mehrheit des zwölfköpfigen Zentralbankrates dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten. Die Mehrheit der Volkswirte war von einem solchen Schritt ausgegangen.

Die Abstimmung rückte indes aufgrund der jüngsten Eskalation zwischen der Regierung von US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell eher in den Hintergrund - denn Experten sehen darin einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed.

Der US-Notenbankchef Jerome Powell ist auf einer Pressekonferenz

US-Notenbankchef Powell nennt die Ermittlungen des Justizministeriums einen "Vorwand". Politiker beider Parteien üben Kritik, Präsident Trump weist die Verantwortung zurück.

12.01.2026 | 0:54 min

Volkswirte: Fed könnte Leitzins in zwei Schritten senken

Für das laufende Jahr rechnen Volkswirte damit, dass die Fed den Leitzins in zwei Schritten senken dürfte - also bis auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Bis zum Sommer dürfte sich allerdings kaum etwas am derzeitigen Leitzins ändern, vermutet LBBW-Research-Analyst Elmar Völker:

Wir rechnen derzeit nicht vor der Fed-Sitzung im Juni, der ersten unter Leitung des Nachfolgers von Jerome Powell, mit einer erneuten Leitzinssenkung.

Elmar Völker, LBBW-Research-Analyst

Frank Bethmann

Die US-Notenbank Fed senkte 2025 drei Mal den Leitzins. Über den Schritt waren sich aber nicht alle Notenbanker einig, erklärt Frank Bethmann.

10.12.2025 | 1:37 min

Begründung der Fed: Arbeitslosenquote stabilisiert

Die Fed mit Sitz in Washington D.C. begründete ihre Zinsentscheidung damit, dass sich die Arbeitslosenquote stabilisiert habe, während die Inflation weiter auf einem erhöhtem Niveau liegt. Diese Kombination rechtfertige keine Zinssenkung.



Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, merkte an, dass die Beibehaltung des Zinses eher keine Demonstration der Unabhängigkeit der Notenbank gewesen sein dürfte. Für eine Beibehaltung stimmten insgesamt zehn Mitglieder des Zentralbankrates.

IMF Finanzreport: Der US-Dollar als Ankerwährung, US-Staatsanleihen als sichere Krisen-Häfen und die USA als führende Wirtschaftsmacht: Erodiert das jahrzehntealte globale Finanzsystem unter Trump?

Inmitten von Handelskonflikten sind die Aussichten für die US-Wirtschaft düster. Trump attackiert deswegen Notenbankchef Powell – und stellt so die Unabhängigkeit der Fed in Frage.

22.04.2025 | 2:50 min

Zwei Trump-nahe Stimmen für eine Zinssenkung

Lediglich der Fed-Gouverneur Christopher Waller und Trumps Berater Stephen Miran sprachen sich wie bei früheren Abstimmungen für eine Senkung aus.

Stephen Miran war von Trump für eine vakante Stelle im Fed-Vorstand nominiert worden in der Hoffnung, dass der Präsident dadurch schneller seine geforderten Zinssenkungen erreicht.

Christopher Waller wird als einer von mehreren Nachfolgekandidaten für den Chefposten bei der Fed gehandelt, der ebenfalls von Trump nominiert werden müsste.

Der Präsident wollte noch bis Ende des Monats seinen Favoriten bekannt geben. Neben Waller ist auch Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett im Gespräch. Powells Amtszeit endet diesen Mai. Danach könnte er als Gouverneur weiterhin im Fed-Vorstand verbleiben - ob das dazu tatsächlich kommt, ist offen.

Powell sagte bei einer Pressekonferenz, dass er darüber noch nicht entschieden habe.

Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)

BGA-Präsident Dirk Jandura fordert Maßnahmen für mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit. Auf die USA sei kein Verlass mehr, denn "Donald Trump macht, was er will", sagt Jandura im ZDF.

25.01.2026 | 2:36 min

Viel kritisierte Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell

Zuletzt hatte sich der Konflikt zwischen Trump und der Notenbank weiter zugespitzt: In einer äußerst seltenen Stellungnahme wies Powell strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück.

Notenbankchefs weltweit stellten sich hinter Powell - etwa Bundesbank-Präsident Joachim Nagel: "Das ist ein Unding", sagte er. Nagel sagte, er kenne Powell gut und schätze ihn sehr.

Er macht für die USA nach wie vor eine sehr gute Geldpolitik und ist grundanständig.

Joachim Nagel, Bundesbank-Präsident

Der US-Präsident will um jeden Preis einen besonders niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die Fed den Zins bislang nur zögerlich lockerte. In der Folge beleidigte Trump Powell regelmäßig und verlangte seine Entlassung.

SGS Zimmermann Neuhann

Die Vorwürfe Trumps gegen den US-Notenbankchef Powell sind nicht wirklich berechtigt, vielmehr ein konzertierter Angriff von Trump, so ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann.

12.01.2026 | 1:37 min

Warum Trump Zinsentscheidungen nicht manipulieren darf

Würde ein US-Präsident auch die Leitzinsentscheidung manipulieren, so wäre das Vertrauen an den Finanzmärkten weltweit nachhaltig zerstört. Der geldpolitische Kurs wird für gewöhnlich ausschließlich auf Basis vorhandener Daten festgelegt, unabhängig der politischen Ausrichtung einer Regierung.

Trumps ständige Angriffe auf die Fed und der dadurch befürchtete Schaden der Zentralbank hatten zuletzt den US-Dollar und amerikanische Staatsanleihen belastet. Investoren suchen daher zunehmend nach Alternativen und setzten verstärkt auf Gold.

Mit ihren Zinsentscheidungen will die Fed einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft aus etwa wegen zu hoher Kreditkosten.

Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 28.01.2026 ab 21:45 Uhr.

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